empfehlen Ist die Künstlersozialabgabe mit geltendem Recht vereinbar?

Stellt man diese Frage einem Steuerberater, einem Jurist oder einem Unternehmer, bekommt man zunächst meist ein Schulterzucken.

Grund: von der Künstlersozialabgabe haben bisher nur sehr wenige gehört. Das ist auch nicht verwunderlich, wurde diese seit knapp 25 Jahren existierende Abgabe doch erst im Juli 2007 massiv durch die Deutsche Renten Versicherung publik gemacht. In einem sind sich alle, die nicht in der Künstlersozialkasse versichert oder engagiert sind, einig: die Künstlersozialabgabe ist geltendes Recht per Gesetz – aber sie kann unmöglich rechtens oder gerecht sein.
Rechtsstreitigkeiten durch alle Instanzen bis hin zum Bundessozialgericht werden geführt.

Das Bundesverfassungsgericht hat bei einem Einwand entschieden, die Künstlersozialabgabe sei rechtmäßig und verfassungskonform, denn freischaffende Künstler und Publizisten stehen ihren Auftraggebern gegenüber in einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis – vergleichbar mit Arbeitnehmern. Aus diesem Grund sollen die Auftraggeber an der sozialen Absicherung beteiligt werden.

Damit an dieser Stelle keine Missverständnisse entstehen: Wenn tatsächlich freischaffende/freiberufliche Künstler, die in der Künstlersozialkasse versichert sind und auch KEINE Gewerbesteuer bezahlen müssen, von der Künstlersozialkasse Leistung beziehen, können auch nach Einschätzung von KSKontra.de die Auftraggeber der Künstler an der sozialen Absicherung der Künstler beteiligt werden.
ABER: Wenn die Künstlersozialabgabe von Unternehmen zu leisten ist, die gewerbesteuerzahlende Kreative, wie z.B. Werbeagenturen, beauftragen, die NICHT bei der Künstlersozialkasse versichert sind und deswegen zu keinem Zeitpunkt Leistung jedweder Art von der Künstlersozialkasse beanspruchen können, ist das nicht nachvollziehbar und unsolidarisch!