empfehlen Ist die Künstlersozialabgabe solidarisch?

Das Abführen der Künstlersozialabgabe ist gemäß dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) unabhängig davon, ob die Werbeagentur in der Künstlersozialkasse versichert ist.

Auch ist es laut KSVG nicht relevant, ob die Werbeagentur als Gewerbebetrieb oder freiberuflich betrieben wird. Damit widerspricht die Künstlersozialabgabe dem solidarischen Prinzip, da die Abgabe zwar von fast allen Unternehmen zu leisten ist, jedoch NUR die in der Künstlersozialklasse versicherten Künstler in den Genuss einer Leistung durch die Künstlersozialkasse kommen. Alle NICHT in der Künstlersozialkasse versicherten Werbeagenturen/Werber haben demnach KEINE Vorteile durch die von Ihnen oder deren Auftraggeber zu leistenden Künstlersozialabgabe! Die Nachteile indes liegen klar auf der Hand: verärgerte Kunden, die die Schuld bei Ihren Steuerberatern und Ihren Werbeagenturen suchen.

kskontra.de ist der Auffassung, dass die aus dem aktuell geltenden Künstlersozialversicherungsgesetz resultierende Künstlersozialabgabe unsolidarisch und sittenwidrig ist! Was meinen Sie?

Andreas am 07.11.2007, 19:17 Uhr

Ich bin der Auffassung, dass Kunst und somit auch die Künstler vom Staat unterstützt werden müssen. Nur wenige Künstler können sich mit ihrer Arbeit über Wasser halten. Aus deisem Grund finde ich die Existenz der Künstlersozialkasse auch in Ordnung.
Die Definition, wer Künstler ist, halte ich grundsätzlich für die Abgabepflicht für sehr wichtig. Wie auf dieser Internetseite schon zu lesen ist, muss zwischen Künstler und Kreative unterschieden werden! Vor allem dann, wenn die Kreativen nicht in der Künstlersozialkasse versichert sind!!! Es ergibt doch keinen Sinn, wenn Abgaben auf eine Leistung zu leisten sind, derjenige der die Leistung aber erbracht hat, an der Abgabe nicht partizipieren kann.


geschäftsführender Gesllschafter Design am 09.09.2008, 21:08 Uhr

es ergibt auch keinen Sinn, Kreative, die nicht künstlerisch tätig sind, weil kommerziell, als Künstler in einer Künstlersozialkasse pflicht zu versichern und auf deren Leistungen die KSA abzuverlangen. Ganz gleich, ob der Kreative dort versichert ist oder nicht. Fragen Sie einen Künstler doch einmal, was er davon halten würde, Werke für kommerzielle Zwecke zu entwickeln. Er würde vor Ihren Füssen auf den Boden spucken und Sie verächtlich anschauen. Die Kunst braucht die Freiheit, zu tun und lassen was Sie will. Diese freiheitliche Kunst gehört freilich unterstützt - wenn auch nach kompetenter Prüfung als solche eingestuft. Der kommerziell arbeitende Designer, Texter, Journalist etc. ist nur ein kreative, der fast ausschließlich Auftragsarbeiten ausführt.
Man kann solidarisch sein mit der Kunst, die Kultur und Künste in Deutschland fördern. Aber ein Werbesteuer ist nicht solidarisch. Sie verschärft sogar die Kritik gegen die Kunst, denn es müssen immer mehr gezielt ausgesuchte Unternehmen für die Leute aufkommen, die keinen Bock haben, Ihren Unterhalt selbst zu verdienen. Daher ist die KSA in ihrer aktuellen Form nicht solidarisch sondern in jedweder Form schädlich. Es wäre weniger problematisch, wenn nur wirkliche Künstler in der KSK versichert wäre und aus einem Sozialtopf der allgemeinen Steuern mit versorgt würde.


TAM am 10.09.2008, 16:44 Uhr

Wie so oft auf dieser Website werden in diesem Beitrag die Tatsachen auf groteske Weise verdreht. Wenn Verwerter - wie z.B.Werbeagenturen Abgaben zu zahlen haben, entspricht das, auf normale Beschäftigte übertragen, dem ARBEITGEBERANTEIL an den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die Firma Volkswagen kann auch nicht gegen die gesetzliche Krankenkasse polemisieren, weil sie sich selber nicht krankenversichern kann. Die Betreiber dieser Website sollten sich schämen, so dummdreisten Unsinn zu verbreiten! SIE sind unsolidarisch und sittenwidrig.


KSKontra.de (Heilbronn) am 10.09.2008, 17:11 Uhr

an TAM:

Der Sinn und Zweck dieser Website ist der, das ein Meinungsaustausch stattfindet. Erst die Reflexion verschiedener Ansichten erlaubt eine akzeptable Meinungs-Schnittmenge.
Der "geschäftsführende Gesellschafter Design" hat ebenso wie Sie, TAM, seine ganz eigene Meinung zum Thema KSK. Diese Meinungen verbreiten wir über die Website. Hierfür schämen wir uns auch überhaupt nicht.

Sie vertreten schließlich auch eine Meinung, die für uns nicht nachvollziehbar ist. Dafür müssen Sie sich ja auch nicht schämen...
Ihrer Meinung entspricht dem Wortlaut des KSVG: der Anteil, den die Verwerter über die KSA zu leisten haben, entspricht dem Arbeitgeberanteil. Das finden wir – um Ihr Vokabular zu verwenden – dummdreist vom Gesetzgeber. Denn: Künstler die die Selbständigkeit zur Berufsausübung gewählt haben, werden durch das KSVG bevorteilt, WEIL sie nur die Hälfte der Abgaben zahlen müssen. Andere Selbständige haben diesen Vorteil nicht und müssen im Rentenalter mit sehr hohen Kosten für die private Krankenkasse rechnen, während die Künstler das soziale Netz nutzen können.

Hinzu kommt, dass die Auftraggeber diese Abgabe zu zahlen haben, auch wenn der beauftragte Künstler NICHT in der KSK versicherbar ist, weil dieser lt. KSK kein Künstler ist. Das ist ein Paradoxon. Ein dummdreistes noch dazu.

Verbeamten wir doch einfach alle Künstler. Dann müssen diese (noch) keinerlei Abgaben zahlen und können im Alter dennoch Ihre Pension genießen...




David am 10.09.2008, 17:26 Uhr

@TAM
Sie sollten sich schämen, hier in diesem Ton zu schreiben. Sie haben wirklich gar nichts kapiert!

Würde – um bei Ihrem Beispiel zu bleiben – Volkswagen eine Abgabe, egal in welcher Höhe, für die Mitarbeiter von Fiat Deutschland (weil die Armen so schlecht verdienen) bezahlen müssen, würde Volkswagen sehr wohl dagegen vorgehen. Denken Sie mal darüber nach!

Bevor Sie also hier die Verbal-Keule auspacken, sollten Sie sich gründlich informieren. Ihr Beitrag zeugt von außerordentlicher Dummheit und Ignoranz.

Eine Frage: Bezahlen Sie Kirchensteuer?


geschäftsführender Gesllschafter Design am 21.09.2008, 20:49 Uhr

@TAM

Da haben wir es: ich soll als kreativer Geschäftsführer einer Kreativ-GmbH 4,9% meines - selbstverdienten - Einkommens abführen, um solche Sozial- und Wirtschaftsversager wie Sie zu unterstützen. Ich habe in den vergangenen Jahren pro-bono (d.h, umsonst, ehrenamtlich, engagiert für einen sozialen Zweck) für einen Blindenverein (Wert 10.000,- EUR, Zeitraum 1,5 Jahre) und für eine Kirche (Wert 70.000,- EUR über 4 Jahre) gearbeitet. Jeweils potentielle Auftragsgrößen von deutlich über 10.000,- € - also mehr als der „Künstler“ im Jahr verdient. Um einen guten Zweck zu unterstützen, um engagierte Menschen zu unterstützen. Ich bin aber KEINESWEGS bereit, eine Pflichtabgabe für Sozialschmarotzer wie Sie zu zahlen, für ein unsoziales und ungerechtes System. Was haben Sie in den letzten Jahren Nennenswertes geschafft, worauf Sie stolz sein können? Mein Projekt für die Blinden wurde in einem Museum (intern. grafische Sammlung) aufgenommen. Was haben Sie vorzuweisen, außer „Dieter-Bohlen-Wording“? Genau solche unqualifizierten und dummen „Künstler“ wie Sie sind zu entlarven und aus der KSK zu entfernen.


7.100 € KSK Zahler am 15.01.2009, 21:23 Uhr

Unser kleines Unternehmen (3 Beschäftigte) hat seit Dezember 08 einen Bescheid der KSK auf dem Tisch liegen: 7.100 € ! Wir können es nicht glauben - Wir müssen für einen journalistisch tätigen FOTOGRAFEN und einen Webdesigner, die ihre Dienste bei uns sehr gut vergütet bekamen für die Jahre 2003 bis 2007 diese Summe an die KSK zahlen. Weder unser Steuerberater noch irgendein Berater hat uns darauf hingewiesen, dass es diese Abgabe gibt. Beide, Fotograf und Webdesigner, führen ihre Tätigkeit nebenberuflich aus - und sind perfekt sozialversicherungstechnisch versorgt. Der eine ist beamteter Lehrer und der andere Polizist. Beide haben nebenher eine kleine Firma,die diese Dienstleistungen anbietet. Wir zahlen also für Personen, die NIEMALS Bezüge aus der Versicherung bekommen werden.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass wir 7.100 € nicht aus "der Portokasse" zahlen können.
Die beiden letzten Jahre waren wirtschaftlich nicht einfach. Wir (2 geschäftsführende Gesellschafter) haben aus diesem Grund in 2008 1 Monat auf unsere Bezüge verzichtet um die miese Lage aufzufangen und mit einem positiven Geschäftsjahr abzuschließen. Die nicht einkalkulierte KSK Abgabe macht dies alles wieder zunichte. FAZIT: Wir haben auf diesen Staat und die Schmarotzer in diesem Staat keinen Bock mehr. Jeden Tag kommt uns der Gedanke näher, den Job zu schmeißen und uns auf HARTZ IV oder eventuellen Leistungen einer KSK auch ein schönes Leben zu machen. Schließlich sind wir auch Künstler und zwar ÜBERLEBENSKÜNSTLER, die sich jeden Tag mit staatlicher Abzocke, schlechter Wirtschaftslage,verschiedenen völlig überflüssigen Behörden und Institutionen oder Zwangsabgaben und behördlichem Unsinn rumschlagen müssen.
Im übrigen: Wir vergeben keine Aufträge mehr an Fotografen, Webdesigner, Werbeagenturen oder andere "Künstler". - Und das werden andere Firmen auch tun. Die nächsten Firmenpleiten sind also vorprogrammiert und die KSK kann sehen, wenn Sie dann schröpfen kann.
Mal sehen woher die KSK zukünftig ihre Einnahmen bezieht.


Gast am 16.05.2009, 14:28 Uhr

@geschäftsführender Gesllschafter Design
Ich finde Ihren Beitrag auch etwas grob!
Es geht doch darum das Leute, deren Arbeit und Zeitaufwand nicht adäquat vergütet wird (im Gegensatz zu Politikern, Beamten usw.),noch geschröpft werden sollen.
Ich kann ihren Mismut über die Meinung von "TAM" verstehen, aber
Vorurteile über andere Berufsgruppen helfen da eher nicht um für das Thema zu sensibilisieren. Informieren Sie sich doch bitte mal einfach mal beim nächsten Künstler über Einkommen und dafür aufgewandte Arbeit.
Schön das sie noch Freizeit haben um ehrenamtlich tätig zu werden. Andere können sich das schon längst nicht mehr erlauben.
Grüße


geschäftsführender Gesllschafter Design am 09.06.2009, 20:12 Uhr

@Gast
Sicher habe ich mich grob ausgedrückt. Auch mein Zeitaufwand wird nicht adäquat vergütet. Ich muss wie die meisten sehr hart arbeiten, um dann pauschal geschröpft zu werden, und Abgaben zu zahlen für Mitmenschen (ich mag den Begriff „Kollegen“ hier nicht wirklich verwenden), die sich in einem hart umkämpften Markt mit sehr vielen Wettbewerbern nicht behaupten können. Ich schaffe das seit 10 Jahren und verzichte auf verdammt viel (wenig Freizeit, wenig Zeit mit den Kindern). Wenn das die meisten auch machen würden, die in der KSK versichert sind, bräuchten wir diese Institution nicht. Was nützt es in einem Staat, wenn man freie Berufswahl auslebt, die nicht dazu geeignet ist, sich seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen? MIt welcher Berechtigung dürfen Texter, Journalisten, Illustratoren, Fotografen, Grafiker etc. die Hand aufhalten, während im Gesundheitswesen das keiner darf? Wenn Sie als Einzelunternehmer im Gesundheitswesen selbständig Ihr Geld verdienen, müssen Sie mind. 400,- € /Monat in die Rentenkasse zahlen, egal wieviel Einkommen Sie haben. Das können Sie nur umgehen, indem Sie einen sozialpflichtigen Angestellten haben, der mindestens 400,-€/Monat verdient. IST DAS GERECHT.
Um mich über Einkommen und dafür aufgewandte Arbeit zu informieren, brauche ich gar nicht so weit zu gehen. Meine Buchhaltung spricht Bände darüber. Und dennoch nutze ich die Zeit zwischen den Jobs, um auch etwas Gutes zu tun. Anderen zu helfen. UND NICHT NUR RUM ZU SITZEN UND ZU JAMMERN. UND NICHT NUR MEINE ARBEITEN MACHEN UND MICH WUNDERN, WARUM KEINER BEI MIR KAUFT. Die Zeit, die andere im Cafe sitzen oder in der Sonne, könnten sie auch nutzen, Gutes zu tun. ich habe nebenbei auch noch 1 Frau und 2 Kinder. Wenn man möchte, geht IMMER etwas!
Grüße


KSK-Mitglied am 11.06.2009, 12:06 Uhr

@GGD
Es ist falsch, KSK-Mitglieder als Versager darzustellen, die sich am Market nicht behaupten können. Ich wiederhole: viele arbeiten in Berufen, die schlecht bezahlt werden, egal wie viel or hart sie arbeiten. Von dem, was die grosse Mehrheit der Buchautoren z.B. verdienen, kann man nicht leben. Das gilt erst recht für Dichter oder bildende Künstler. Interessanterweise meldet sich hier z.B. keine aus der Verlagsbranche. Ich schätze, sie machen den Mund nicht so weit auf wie Du, weil sie wissen, wie schlecht sie die Leute bezahlen.

Deine undifferenzierte Sichtweise ist nicht produktiv. Du konzentriest Dich auf ein paar vermeintliche Loser, damit Du ein Ventil hast für Deinen Zorn, aber Du verkennst viele Aspekte des KSK-Problems und stellst Dir damit Hindernisse in den Weg einer Lösung.

Soll man Kunst ganz abschaffen? Soll man der Markt entscheiden lassen, welche Kunst gut ist? Das Ergebenis wird BZ-Niveau sein, schau mal auf mein Heimatland, die USA.


geschäftsführender Gesllschafter Design am 19.06.2009, 11:30 Uhr

@ KSK-Mitglied
natürlich provoziere und überspitze ich. Natürlich bin ich gefrustet und will polarisieren. Anders kann man mit einer Ungerechtigkeit (nach beiden Seiten) wie der KSK nicht umgehen. Die Art und Weise der KSK (des Gesetzgebers) im Umgang mit „Verwertern“ (sollte man eigentlich als Kunden bezeichnen, jedes Bezirksamt ist schon weiter) spaltet die Nation zwischen Bedürftigen und Abgezockten. Ich widerspreche Dir in vielen Punkten nicht. Natürlich muss man bestimmte Künste schützen. Aber dazu gehören weiß Gott keine Grafiker, keine Visagisten, etc. Gemäß KSK verhält es sich doch so, dass Du als Beamter nebenbei hobbymäßig ein paar Bilderchen knipsen kannst. Sie müssen nicht professionell, nicht eigentständig nicht lünstlerisch sein. Laut KSK reicht der Umstand „dass sie zu Werbezwecken genutzt werden, dass Sie der KSA unterliegen.“ Was hat das mit Kunst zu tun????? Wir reden hier über eine ganz plump versteckte Werbesteuer. MIt einer ungehörigen Multiplikationskette. Als würden wir, die hart ums Überleben malochen, nicht schon genug Abgaben zahlen ..... Ich habe gerade eine Prüfungen hinter mit (Betriebsprüfung, Lohnsteuerprüfung - aktuell noch die Prüfung auf Sozialversicherung). Je weniger Steuern - mangels Umsatz gezahlt wird - desto mehr wir geprüft, gesucht und leider auch gefunden. Wird man in den USA auch so abgezockt??? Oder hat man da finanziell Luft zum Leben?


jtm am 16.10.2009, 22:56 Uhr

In der derzeitigen Form, ist die KSA asozial und unsolidarisch. Auf so eine kurze Form kann man das bringen. Und dieser Aussage stimmen viele KS-versicherte Künstler und KS-versicherte "Künstler", Fachanwälte und Unternehmer überein, die sich mit diesem Thema intensiv mit mir unterhalten haben.
Die Antwort auf das "Warum?" ist recht einfach gegeben und kann in zwei wesentliche Punkte gegliedert werden.
Sie ist deswegen nicht solidarisch, weil sie generell von allen geleistet werden muss, auch von Personen die dort nicht versichert sind, sondern bereits sogar Sozialabgaben beglichen haben und/oder bereits selbst versichert sind, diese bekommen aber keine Leistungen der KSK. Solidarität heißt aber einer für alle, alle für einen.

Warum ist die KSA asozial.
Die KSA war ursprünglich gedacht, Künstler zu versichern. Die KSK und der Gesetzgeber haben den ursprünglich richtigen Ansatz ausgehöhlt. Sie drängen mit dieser unseriösen Abgabe Künstler an den Rand der Gesellschaft und an den Rand der Arbeitswelt. Sie schaffen eine preiswerte und subventionierte Versicherung für besserverdienende "Künstlergruppen". Statt mehr Arbeit (die auch noch richtig versichert wäre) zu erreichen, reduziert die KSA in ihrer derzeitigen Form diese Chance.
Und wie sich herausstellt ruiniert sie im eklatantesten Maße viele ihrer Mitglieder, durch die Mehrfachabgabe.

(Zwar sollte es eine Mehrfachabgabe nicht geben, faktisch wird sie aber erhoben und muss bezahlt werden. Das betrifft, Wirtschaftsunternehmen, Fullservice-Agenturen genauso wie die kleinen Bürogemeinschaften aus "Kreativen"-Berufen und Musikern in einer Band. Das beste daran ist, dass KSK-Vertreter bei Gesprächen behaupten, das sei nicht so, sich aber bei Modellrechnungen mit Wertschöpfungsketten zugeben müssen, dass es doch so ist. Selbst bei Abgabeprüfern stößt diese Praxis inzwischen auf Unverständnis, verpflichtet Ihrem Dienstherren gegenüber müssen sie die Praxis jedoch umsetzen. Damit man es verstehen kann, ein Beispiel A für Unternehmen: Das Unternehmen Z beauftragt eine Werbeagentur (Personengesellschaft) mit der Umsetzung eines Prospekts. Benötigt wird eine Visagistin (V), die der Fotograf(F) einkauft und an die Agentur(A) weiterverkauft. Die Agentur erarbeitet das Layout, kauft den Text bei einem "externen" Texter (T), baut die Fotos ins Layout ein. Soweit, so gut. Jetzt kommt die Abrechnung (grob vereinfacht ohne Zins und Zinseszins und ohne Wertschöpfung dargestellt. D.h. low level Betrachtung, effektiv sind die Abgaben noch höher. (Beispielbasis KSA 5 % (KSA in 2007 bei 5,1 %))
F bezahlt 5 % KSA für V, A bezahlt 5 % KSA für F und erneut 5 % für V und 5 % für T. Das Unternehmen Z hat dann noch folgende Abgaben auf alle Leistungen zu bezahlen. Nämlich nochmals 5 % auf V (gesamt also 15 % KSA), erneut 5 % auf F (gesamt also 10 % KSA), erneut 5 % auf T (gesamt also 10 % KSA), für die Leistung von A muss zusätzlich noch 5 % KSA bezahlt werden. So, jetzt hilft nur noch eine Tabelle um sich das Ausmaß richtig gut vorzustellen. Leider treibt es dem Betrachter die Tränen in die Augen ob dieser Unverschämtheit. Ein weiterer eklatanter Punkt ist, dass keiner der "Künstler" unbedingt in der KSK versichert sein muss und auch von dort niemals etwas erhält. Das sind Fakten und üble Abzocke, das hat mit Solidarität nicht das geringste zu tun.
Bürogemeinschaften die sich gegenseitig mit Projekten versorgt haben müssen sich dieses Problem klar machen. Denn jeder zahlt für jeden kreativ Beteiligten die Abgaben wie oben beschrieben.
(Der Langzeiteffekt: Ändert die Agentur nach zehn Jahren eine Zahl, ein Bild etc. im Prospekt ist dies obwohl nur "Reinzeichnung" eine Fortführung der "künstlerischen" Arbeit und somit ist dies KSA pflichtig.)
Wird das ganze über eine Kapitalgesellschafts-Agentur (GmbH, AG etc.) entfällt der Teil von Z.
Auf diese Weise werden Künstler, "Künstler" und selbstständige Unternehmer, Personengesellschaften ruiniert und stillschweigend Unternehmen mit Kapitalgesellschaftsform unterstützt.

Gesellschaftlich bedeutet dies eine Vergrößerung der "sozialen Kluft" und ein ausdünnen der vielbeschworenen und notwendigen Mittelschicht
Dadurch findet eine Wettbewerbsverzerrung statt, aber wie lange die EU noch zuschaut bleibt unklar. (Klar ist, dass die Legislative in Deutschland erst reagieren wird wenn der Druck auf die Verantwortlichen in Parteien und auf Landes- und Bundesebene steigt.)

Die 25-jährige schlampige Gesetzgebung und die unzureichenden Nachbesserungen so wie die Selbstbedienungsmentalität der KSK hat bisher eine soziale Gerechtigkeit der KSA verhindert. Das Desinteresse der Politik wird sich aber dann ändern, wenn großflächig Unternehmen betroffen sind und deren Verbände ihre Arbeit wieder aufnehmen, dann muss das selbst erschaffene goldene Kalb geschlachtet werden und herauskommen muss eine gerechte Künstlerversicherung. Und dafür gibt es sogar ein ganz einfaches Rezept.


Schafft die KSK-Verbrecher ab (München) am 21.11.2009, 00:27 Uhr

Sorry...wir sind noch nicht erfasst, deswegen anonym.
Kurz: Zwei Bekannte Freunde mit Agenturen wurden von der KSK erfasst. Beide in finanziellen Nöten durch Aquise und rezessionsbedingten Umständen. Einer der beiden zahlte nach Streitgkeiten mit der KSK statt 15k, 5k Euro der andere 6k Euro sofort (hat sich mit den dummen Sprüchen der KSK einschüchtern lassen). Der Erste lebt inzwischen am Existenzminimum der zweite hat das Glück sich Geld (mit 45, zwei Kinder) von seinen Elten ausleihen zu können um das Sshlimmste zu vermeiden. Soviel zu diesen Verbrechern (wie GEZ, GEMA und Co.).
Deswegen meine Frage: Wenn ich im Jahr z.B. 25.000 Euro für Aquiseprojekte ausgebe, die nicht zum Tragen kommen, dann muss ich doch dieses Ausgaben doch gegen meine Einnahmen gegenrechnen können? Ist ja bei der Steuer auch so. Wie ist das? Wenn nicht bitte sofort klagen. Wenn die sich bei mir melden ist der erste Weg zum Gericht. Immer gut beschäftigten diese Penner.

KSKontra genial...danke für den Einsatz!


Agentur Personengesellschaft am 09.02.2010, 14:56 Uhr

Hallo,

interessiert verfolge ich die (nicht mehr ganz aktuelle) Diskussion.
Als selbstständiger Werbetreibender (Bereiche Print, Webdesign, Filmgestaltung) stellt sich für mich nach dem Studium ebenfalls die Frage, wie der Umgang mit der KSK zu handhaben ist und ob sich diese nicht als Wettbewerbsnachteil am Markt darstellen könnte.

So wie ich die Sachlage bisher verstanden habe, gibt es zwei Fälle (Pflicht zur Abgabe vorausgesetzt):
1. Bei Einzelperson oder Personengesellschaft muss die Abgabe vom Endkunden gezahlt werden.
2. Bei juristischen Personen wird die Abgabe "intern" vom Unternehmen bezahlt und über die Rechnung indirekt an den Endkunden weitergegeben.

Gezahlt werden muss also in beiden Fällen und so ergibt sich strenggenommen auch kein wirklicher Wettbewerbsnachteil, wohl aber ein individueller Leistungsvorteil sowie eine unterschiedliche Wahrnehmung beim Kunden.

Sofern ich persönlich in die KSK aufgenommen werde, kann ich von Fall 1 profitieren, da ich so nur die Hälfte der Krankenkassenbeiträge zahlen muss, was als Existenzgründer hilfreich sein kann. Tatsächlich könnte ich dies aber kalkulatorisch auch ohne die KSK regeln, zumal die KV-Beiträge ab 2010 steuerlich voll abzugsfähig sind.

Prinzipiell halte ich die KSK für eine gute Sache, da gerade "echte Künstler“ wohl dazu neigen, sich um Bürokratie und Abgaben weit weniger zu kümmern, als der Normalbürger. Diese müssten im schlimmsten Fall als Sozialfälle sowieso von der Allgemeinheit getragen werden.

Wie die Formulierung „echte Künstler“ aber andeutet, sehe ich momentan keine saubere Grenze für eine KSK Mitgliedschaft. Webdesigner, Architekt, Chorleiter, Kunstpädagoge und Theaterkritiker sind für mich nur schwer unter einen Hut zu bringen und ich halte für manche Berufsgruppen weder die Aufnahme in die KSK noch die Pflicht zur Beitragsabgabe für sinnvoll. Auch hat es der Gesetzesgeber versäumt, für einzelne Geschäftsformen passende Modelle zu schnüren. Das Ganze geht momentan immer nur vom Einzelkünstler aus, egal, in welcher Rechtsform er tätig ist.

Was ich momentan aber als besonders schlecht gelöst empfinde, ist die Tatsache, dass Endkunden eigentlich nicht auf Ihre Abgabepflicht hingewiesen werden müssen und es so zu Strafzahlungen etc. kommen kann. Erklärt man als vermeintlicher Künstler vorher, dass die Abgabe fällig wird, ist man evtl. aus dem Rennen. Kommt das Ganze hinterher hoch, ist der Ärger wahrscheinlich noch größer. Auch wenn keine Hinweispflicht für Künstler besteht, so ist es wahrscheinlich trotzdem nicht sinnvoll, mit dem Abgabenhinweis bis zum erschrockenen Anruf des Kunden nach der Buchprüfung zu warten.


visit this site am 04.04.2014, 12:36 Uhr

I also disagree with the opinion of KSVG, which says that, the advertising agency should not be operated as commercial enterprise or freelance. I hope everyone had the same opinion I have and hope that the artist social security law is preserved.


GJ am 17.03.2015, 13:45 Uhr

Habe an einer Kunstakademie studiert und bin Maler. Seit ca.20 Jahren bin ich KSK-versichert.Trotz Ausstellungen in Galerien und auch renomierten Museen,war es nicht immer einfach,die steuerbereinigten Minimaleinkünfte zu erzielen ,die die KSK verlangt.Konnte also den "Markt" nie so richtig erobern..
Meine hochgerechnete Rentenerwartung beläuft sich auf genau 290 Euro.Für meine Krankenversicherung bezahle ich 120Euro an die KSK. Man kann mich gewissermaßen als "gescheiterten Künstler" betrachten.Trotzdem bin ich Maler.
Es ist informativ Ihre Seite zu lesen und die andere Seite mal zur Kenntnis zu nehmen.1992 waren etwa 16-tausend bildende Künstler in der KSK.Heute sind es über 60-tausend Viele halte ich für zweifelhaft und die angegebenen Einnahmen zumindest für fragwürdig.(wer mehr verdient,bezahlt mehr,bekommt aber mehr Zuschuß und am Ende höhere Rente)
Kenne einige aus der sog. Kreativszene, die sich in die KSK hineinklagten.Nebeneinsteiger,Spätberufene,malende Hausfrauen etc.....meist mit gut verdienenden Partnern.
Meiner Meinung nach sollte das System auf den ürsprünglichen Sinn zurückgestutzt werden.
Im übrigen kommen auf 100tausend insgesmt Mitglieder der KSK 180tausend "Verwerter". Würde heißen: auf jeden Künstler kommen fast zwei "Verwerter".Schön wärs ja wohl.Für den Künstler.. Käufer meiner Arbeiten haben schon mal darum gebeten ohne Rechnung den Kauf abzuwickeln,da sie sonst an die KSK beitragsfällig würden: Ein Dilemma,Geld nehmen aber keine Nachweise für die KSK nach Steuererklärung haben...
Für Kleinkacker wie mich ist das nich einfach.
Übrigens "Sozialschmarotzer"-Was halten Sie eigentlich von 120tausend nicht-EU-Bürger allein in Berlin die Harz IV beziehen? Die sind auch alle Krankenversichert...Gegen Künstler hier ins Feld zu ziehen, die ja auch Beiträge bezahlen...Also ich weiß nicht
mit freunlichen Grüßen

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