empfehlen Sind separat ausgewiesene Vervielfältigungskosten abgabepflichtig?

Beim Thema KSK und der damit einhergehenden Künstlersozialabgabe gibt es viel Unsicherheit bei der Deutung einzelner Paragraphen des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG). Insbesondere wenn es um den §25, Absatz 2 geht...

§25 (2) Entgelt im Sinne des Absatzes 1 ist alles, was der zur Abgabe Verpflichtete aufwendet, um das Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen, abzüglich der in einer Rechnung oder Gutschrift gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer...

KSKontra.de hat hierzu recherchiert und unterschiedlichste Antworten auf z.B. die Frage erhalten, ob die Druckkosten einer Broschüre ebenfalls abgabepflichtig sind, wenn diese von Grafiker in Rechnung gestellt werden.
Viele Steuerberater berichten, die Prüfer der DRV würden zur Berechnung der Künstlersozialabgabe stets die Gesamt-Rechnungssumme des "Künstlers" zu Grunde legen. Ein Anruf bei der DRV hingegen ergab, dass die DRV die Vervielfältigungskosten nicht als abgabepflichtig ansieht...

Eine zuverlässige Antwort auf diese Frage scheint jedoch folgendes Buch zu geben:
„Die Betriebliche Künstlersozialabgabe“ (Joachim Zacher/Michael Zacher, DATAKONTEXT-Fachverlag, Frechen, ISBN 978-3-89577-463-8):

„Vervielfältigung (Druck von Büchern, Brennen von CD’s/DVD’s, Nachbestellen von Fotos) unterliegt nicht der Beitragspflicht, es sei denn, solche Kosten sind in einer Rechnung pauschaliert, also nicht gesondert beziffert.“

D.h.: wenn z.B. ein Grafiker in seiner Rechnung die Vervielfältigungskosten (OffsetDruck der von ihm gestalteten Imagebroschüre) separat ausweist, muss sein Kunde (der Verwerter) keine Abgabe hierauf zahlen.

Unser Tipp: Weisen Sie stets die Fremdkosten separat aus. Allen Voran die Vervielfältigungskosten. Sollte ein Prüfer der DRV dennoch die Künstlersozialabgabe auf die separat ausgewiesenen Vervielfältigungskosten verlangen, verweisen Sie auf das oben genannte Buch. Der Autor Joachim Zacher war bis 2007 als Prüfgruppenleiter bei der KSK tätig und zuletzt für die Ausbildung der Prüfer der DRV mitverantwortlich.

Andri Jürgensen (Köln) am 05.01.2009, 16:21 Uhr


Richtig, die Kosten für die Druckproduktion und die Schaltungskosten bei einer Anzeige können (incl. Agenturprovision und Versandkosten) abgezogen werden, hierauf wird keine Abgabe fällig.

Wer dies in der Vergangenheit noch nicht beachtet hatte, kann sich von der Agentur oder dem Dienstleister eine Bestätigung geben lassen, in der die Druckkosten nachträglich aufgeschlüsselt werden.

Von der KSK habe ich dazu eine schriftliche Bestätigung bekommen; im Konfliktfall kann man mich ein Verwerter gerne anschreiben, dann kann ich ein PDF der Bestätigung zusenden.

RA Andri Jürgensen
www.kunstrecht.de


Frank am 07.01.2009, 21:23 Uhr

Sehr geehrter Herr Jürgensen,
warum sind Sie dann nicht so freundlich und stellen uns die Bestätigung als PDF hier zum Download zur Verfügung, wie Sie es auch schon mit Ihrer Seminar-Werbung getan haben? Wollen Sie hier helfen oder Kontakte zur Werbung sammeln?


Oliver am 28.01.2009, 09:30 Uhr

Ein Kunde möchte jetzt von mir, dass ich alle Rechnungen bis einschließlich 06 entsprechend umschreibe und Fremdkosten gesondert ausweise. Ab 08 habe ich die Fremdkosten gesondert ausgewiesen, das ist also nicht das Problem, aber darf ich Rechnungen rückwirkend ändern (nicht summenmäßig, nur die Positionen anders aufschlüsseln)?
Ist das rechtens oder bekomme ich dann Ärger mit dem Finanzamt?

Wenn ich ehrlich bin, wäre es mir lieber, wenn es nicht rechtens wäre, dann müsste ich die Rechnungen nicht umschreiben.


KSKontra.de (Heilbronn) am 28.01.2009, 09:45 Uhr

an Oliver:

Wenn man lediglich die Rechnungen korrigiert, respektive "richtigstellt", spricht zwar nichts dagegen, allerdings kann es zu Problemen führen, falls beim Kunden oder bei Ihnen in der Zeit bis 2006 eine Prüfung durch das Finanzamt stattgefunden hat. Dann könnten Rechnungskopien existieren, die sich dann von den korrigierten Rechnungen unterscheiden... Das führt dann zu Problemen.

Steuerberater empfehlen daher meist, dass man die Rechnungen um eine Aufstellung ergänzt. Sprich: Man erstellt z.B. für das Jahr 2008 eine Liste, in der alle Rechnungen (mit Datum und Rechnungsnummer) aufgeführt sind und vermerkt die jeweiligen Fremdkosten je Rechnung (mit Angabe der Fremdkosten-Art und Fremdkosten-Höhe).
Die Liste händigt man dem Kunden aus. Dieser muss die Liste dann bei einer evtl. Prüfung durch die DRV(KSK) zur Hand haben, um zu belegen, dass die Abgabe nicht auf die gesamte Rechnungshöhe zu leisten ist, sondern nur auf die Summe abzüglich Fremdkosten.

Übrigens: die identische Empfehlung empfiehlt auch der Berater der KSK Joachim Zacher.

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