empfehlen Teilen Sie die nahezu einstimmige Meinung der Politiker, die Künstlersozialkasse sei gut und gerechtfertigt?

KSKontra.de hat die Politiker sämtlicher Parteien um Stellungnahme gebeten. Alle Politiker haben sich für die KSK ausgesprochen (siehe Brief auf der Homepage).

In persönlichen Gesprächen stellen wir jedoch vereinzelt fest, dass vielen Politikern die Ausmaße und Auswirkungen der KSK nicht bekannt sind. Die Partei "DIE LINKE" hat nach einem Gespräch mit KSKontra.de den Wissenschaftlichen Dienst der Bundesregierung mit Erstellung eines Gutachten beauftragt, um die Auswirkungen des Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) besser einschätzen zu können.
Die FDP hat bereits zwei Anfragen an die Bundesregierung gerichtet, in denen sie viele der von KSKontra.de aufgezeigten Kritikpunkte aufführt.

KSKontra.de ist der Ansicht, dass die Politiker sich nicht intensiv genug mit dem KSVG und seinen Auswirkungen beschäftigt. Was meinen Sie?

Therapeut am 09.09.2008, 22:10 Uhr

nein, diese Meinung teile ich überhaupt nicht. Wie ich schon in einem anderen Text hier kund getan habe, gibt es für andere Branchen kein soziales Auffangbecken. Da heißt es: sei erfolgreich und finanzier Dich selbst, oder geh als Angestellter oder HartzIV Empfänger Geld verdienen. Wo bleibt in diesem Land die soziale Gerechtigkeit? Wo ist die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung? Ich bin dafür, ein soziales Sprungbrett für alle Branchen einzurichten. Mit Beiträgen, die nach Erfolg zurück zu erstatten sind.


Susanne Goga am 10.09.2008, 09:05 Uhr

Ja, diese Meinung teile ich in der Tat. Bei einer Berufsgruppe, deren durchschnittliches Jahreseinkommen bei 12.600 € liegt, die oftmals aber in entscheidender Weise zum kulturellen Leben in unserem Land beiträgt, dürfte eine derartige Absicherung wohl erlaubt sein. Jeder Arbeitnehmer trägt seine Sozialversicherungskosten anteilig - warum sollten Menschen, die oft deutlich weniger verdienen, ganz allein dafür aufkommen? Eine zivilisierte Gesellschaft darf sich nicht ausschließlich wirtschaftlichen Zwängen unterwerfen. Abschließend möchte ich hinzufügen, dass ich einen etwaigen Missbrauch, d.h. die Versicherung in der KSK unter Angabe falscher Tatsachen, für absolut unsolidarisch halte.


Dr. Sebastian Vogel (Kerpen) am 10.09.2008, 10:00 Uhr

Ich teile diese Meinung ebenfalls. Freie KünstlerInnen und PublizistInnen verdienen häufig so wenig, dass ihnen - im Gegensatz zu anderen Selbstständigen - eine private Absicherung nicht möglich ist. Die Verwerter verdienen mit dem, was KünstlerInnen ud PublizistInnen schaffen, dagegen oftmals viel Geld - man braucht sich nur einmal z. B. die Bilanzen von Konzernen wie Random House anzusehen. Dass sie zur sozialen Absicherung derer beitragen, die ihnen solche Gewinne erst ermöglichen, ist nur recht und billig. Genau diese Überlegung stand ja ursprünglich hinter der Einführung des KSVG. Oder wollen wir wirklich (wieder) dahin kommen, dass kulturelle Leistungen in einem reichen Land wie Deutschland durch ein Heer von Hartz-IV-Empfängern erbracht werden??


KSKontra.de (Heilbronn) am 05.11.2008, 12:20 Uhr

Wir möchten an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass wir die Künstlersozialkasse nicht abschaffen möchten. Wir möchten jedoch eine Veränderung des KSVG erreichen, so dass z.B. das Künstlersozialversicherungsgesetz nur dann zu einer Abgabe führt, wenn auch tatsächlich Künstler beauftragt wurden, die auch von der KSK als Künstler anerkannt wurden und über die KSK versichert sind. Auch sollte die Unterscheidung der Rechtsform des "Künstlers" (Personengesellschaft oder Juristische Person) in Bezug auf die Abgabepflicht wegfallen, um die Existenzen der Personengesellschaften nicht weiterhin zu gefährden. (...)

Dass das KSVG so nicht bleiben kann, zeigt die bundesweite Kritik, die tagtäglich zunimmt. Ohne Veränderung/Verbesserung, wird die KSK keine weiteren 5 geschweige denn 25 Jahre überstehen.

Eine Analyse der Bürokratiekosten ausgewählter Normen durch die IW Consult GmbH (Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH) vom 30. September 2008 zeigt auf, dass der Bürokratieaufwand zur Ermittlungt der Künstlersozialabgabe nahezu 80 Prozent der insgesamt gezahlten Künstlersozialabgabe aller Unternehmen an die Künstlersozialkasse beträgt.
Siehe hierzu: http://www.kskontra.de/md.static/iwconsult_analyse.pdf

Auszüge aus der Analyse:

(...) Im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft wurde daher eine Analyse mit dem Fokus auf ausgewählte Normen durchgeführt, deren bürokratische Lasten nicht nur allein durch gesetzlich formulierte Informations- und Berichtspflichten in der engen Auslegung verursacht werden. (...)

(...) Zu den untersuchten Normen zählen die bürokratischen Belastungen durch das Künstlersozialversicherungsgesetz (...)

(...)Durch die Künstlersozialversicherung entstehen der deutschen Wirtschaft jährliche Bürokratiekosten in Höhe von 142,1 Mio. Euro. Dieser Betrag entspricht fast 80 Prozent der insgesamt gezahlten Künstlersozialabgabe aller Unternehmen an die Künstlersozialkasse. Hierin sind die potenzielle Prüfkosten von Unternehmen nicht enthalten. Die Künstlersozialabgabe in ihrer jetzigen Erhebungsform kann daher als eine extrem unwirtschaftlich konzipierte Regelung bezeichnet werden, da den Unternehmen im Durchschnitt für jeden Beitragseuro zusätzliche Bürokratiekosten in Höhe von 78 Cent entstehen. (...)


Sebastian Pohl am 24.04.2009, 13:32 Uhr

Wenn ein Künstler (w/m)eine Leistung erbringt UND in der KSK versichtert ist, ist das nachvollziehbar, wenn eine Abgabe erhoben wird. Das Problem ist, wer alles zur Abgabe gezwungen wird.
Völlig irrsinnig ist, wenn ein Professor einen Vortrag hält, der eindeutig eine soziale Absicherung hat und der so genannte Verwerter darauf eine KSA zahlen soll

Noch perverser ist, wenn ein GmbH GF KSA zahlen soll, weil er ab und zu mal einen Pressetext geschrieben hat aber gar nicht in der KSK versichert sein darf, weil seien Agentur vor allem beratend tätig ist.

Hier werden Zahler gemolken für eine Gruppe, mit der sie NICHTS zu tun haben, so werden sie für ihre Tätigkeit bestraft und sind vom Nutzen ausgeschlossen.

Daher ist das ganze Konstrukt verfassungsrechtlich höchst bedenklich, da die Festlegung völlig absurd und willkürlich ist.
Das gehört erneut vom Verfassungsdgericht überprüft


Siegfried Putz am 30.05.2009, 15:49 Uhr

Es gibt keinen vernünftigen Grund diese bürokratische und völlig abwegige Sondersteuer zu erheben. Wer sich als Künstler nicht selbst ernähren kann, soll sich einen anderen Broterwerb suchen. Wo mkommen wir hin, wenn sich jede Berufsgruppe als sozialbedürftig erklärt und Almosen oder soziale Unterstützung verlangt. Art und Form dieser Abgabenabzocke ganzer Branchen ist absolut inakzeptabel und mit aller Kraft zu bekämpfen! Im Übrigen ist das Ganze absolut kontraproduktiv. Es gibt bereits zu recht (!) sehr viele Firmen, die keine Freiberufler mehr beauftragen, sondern ausschießlich GmbHs. Der Schaden gerade für die, die man eigentlich unterstützen will ist enorm. Dazu kommt die Doppelabzocke: eine Werbeagentur beauftragt einen Fotografen und zahlt dafür 4,9% Abgabe. Daraufhin stellt die Agentur dem Endkunden eine Rechnung, die auch die Fotografenleistung einschießt und der Endkunde zahlt erneut auf die Fotografneleistung 4,9% Künstlerzozialabgabe. Eine klare Doppelbesteuerung und ungerechtfertigte Bereicherung der KSK. die Kette wäre noch fortzusetzen, wenn der Kunde der Werbeagentur seinerseite Wiederverwerter ist ...


Achim Spangenberg Bäckermeister BdH am 14.08.2009, 10:52 Uhr

Ich halte diese Absicherugsform für ausgemachten Nonsens. Von mir als selbständigem Unternehmer wird auch verlangt das ich meine Brötchen so kalkuliere, das ich mich Renten Kranken und Unfallversichern kann.
Und noch dazu wenn ich eine Rechnung von einem Unternehmen erhalte egal ob Einzelunternehemung GBR oder andere Formen kann ich ja wohl erwarten, das
alle Kosten darin erhalten sind. Soll ich etwa die Kosten der Künstlersozialversicherung vom Rechnungsbetrag abziehen ? Was ist das für ein Irrsinn hier in Deutschland. Da haben die Lobbyisten wieder einaml ganze Arbeit gemacht.


Dirk Beumer (Duisburg) am 22.10.2009, 17:49 Uhr

Ich teile diese Meinung auf keinen Fall. Diese Art der Absicherung ist moderndes Raubrittertum.
Ich bin nicht Künstler genug um die Vorteile der Versicherung zu nutzen, aber meine Kunden solle dafür zahlen. Ich werde gezwungen, meinen Kunden zu erklären warum sie für eine Leistung zahlen sollen, die ich nicht nachvollziehen kann.

**Kunst zu produzieren, auf Kosten von anderen ist keine Kunst!**

Ich habe eine Handwerkliche Ausbildung. Ich habe immenses Geld in diese Ausbildung bezahlt ohne auch nur einen Pfennig/Cent dazu zu bekommen. Ich bilde handwerklich aus. Aber ich bin doch soweit Künstler das meine Kunden zahlen müssen. Und wenn ich für einen Auftrag einen Tischler, Maler oder eine location anmiete muss auf diese Summen auch noch Geld abgeführt werden. Das kann und darf eigentlich nicht sein.


Siegfried Putz (Perlesreut) am 13.11.2009, 15:00 Uhr

Als Betreiber einer Werbeagentur, die auch Gewerbesteuer zahlt (und das nicht zu knapp), verwehre ich mich vehement dagegen als Künstler eingestuft zu werden. Wir produzieren Werbemittel und keine Kunstobjekte. Wie kommt die KSV dazu von unseren Kunden eine Künstlerabgabe zu verlangen nur weil bei der Abarbeitung von Aufträgen u.U. auch gewisse kreative Tätigkeiten angewendet werden können? Was hat das mit Kunst zu tun?
Ein Grafiker ist nur dann als Künstler zu bezeichnen, wenn er Kunstwerke produziert. Die meisten Grafiker produzieren aber keine Kunst, sondern kreative Werbemittel. Diese zur Kunst hochzustilisieren, nur weil eine bürokratische Versicherung mehr Geld braucht, ist schon ziemlich dreist!


Wolfgang Holzberger Dipl. Designer FH (Bad Tölz) am 10.04.2010, 20:20 Uhr

Ich habe kein Problem mit der Künstlersozialkasse wenn sie den freien Künstlern und Publizisten hilft. Aber es sollten dann auch die Verwerter, Auftraggeber und Kunden dieser Künstler zur Kasse gebeten werden - ich kenne etliche KSV-Versicherte, die noch nie geprüft wurden. Es ist ein Unding, dass Werbung per Se zur Kunst erklärt wird und damit abgabepflichtig ist - dies gilt auch nur für die kleinen Werbeagenturen. Wir leben im Kommunikationszeitalter und Werbung ist Kummunikation. Kommunikation formuliert klare, prägnante Botschaften und folgt anderen Regeln wie Kunst, auch wenn hin und wieder ein Stück "Kunst" verwendet wird. Stoppt den BÜROKRATIEMISSBRAUCH !!! und bewertet das, was dem Prädikat "Eigenschöpferische Leistung" gerecht wird. Egal ob von Künstler, GmbH oder wem auch immer! Und lasst das *kreative* Handwerk daneben genauso bestehen.


Michael am 27.07.2010, 16:29 Uhr

Ich denke auch, dass sich mit diesem (zugegeben auch recht schwammigen) Gesetzestext, die Bundesrepublik Deutschland eine Lizenz zum Abzocken geschaffen hat.
Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden, der ursprünglich soziale Gedanke ist anerkennenswert aber die derzeitige Auslegung dieses Gesetzes ist auch aus meiner Sicht am Rande der Verfassungwiedrigkeit.
Warum ist es in einem Rechtsstaat möglich Unternehmer mit unsäglichen und ungerechtfertigten Sondersteuern zu foltern. Ich als Einzelunternehmer und Inhaber einer Werbeagentur mit zig Beschäftigten kann und will mich nicht bei der KSK versichern lassen, weil ich nach telefonischer Auskunft der Dame vom Amt nicht berechtigt bin Nutznießer zu sein! Meine Arbeiten aber, und da muss ich sagen dass ich mich NICHT als Künstler sondern als Handwerker verstehe, sind abgabepflichtig. Diese Diskrepanz konnte mir bis heute auch keiner logisch erklären. Ich ließ mich allerdings auch nicht mit der Pauschalaussage abspeisen das nicht alle Bürger automatisch Nutznießer eines Sozialen Systems sein müssen!

Ich habe unsere Rechtsanwälte heute angewiesen zu Prüfen ob und wie wir gegen dieses unsinnig einseitig und diskriminierende Gesetz rechtliche Mittel einsetzen können. Wer sich einer eventuellen Klageschrift anschließen möchte, den bitte sich zu melden.


Martinsgarten am 30.08.2010, 11:24 Uhr

Es scheint nur noch um eines in D zu gehen.
Es wird mit allen Mittel und Tricks versucht neue Einahmequellen für das längst insolvente Sozialsystem zu erschließen.
Wenn im Steuersystem nichts mehr zu holen ist, weil immer mehr Bürger an der oberen Belastungsgrenze angelangt sind, muß einfach etwas "Neues" her.
und eine neue Form ist einfach diese Künstlersozialabgabe.
Der Irrsinn besteht schon darin, das der Zahler de facto als "Arbeitgeber" eingestuft wird. Freiberufler haben keine Arbeitgeber.
Es wird Zeit, dass sich das Bundesverfassungsgericht damit beschäftigt.
Jeder der zahlt sollte das bereits mit einem angehängten Widerspruch tun. Ähnlich einem offen Streitfall im Steuerecht.
Allein die Tatsache, dass hier fünf Jahre zurück gegriffen wird ist schon ein Skandal an sich.


Gustl am 08.10.2010, 15:27 Uhr

Ich bin seit kurzem ebenfalls mit diesem Thema konfrontiert worden und alles was ich bislang gelesen und recherchiert habe lässt mich nur noch fassungslos ins Leere schauen!
Man braucht sich meiner Meinung nach nicht wundern, wenn Unternehmen in Deutschland das Weite suchen und sich in anderen Ländern niederlassen. Wie kann es sein, dass keiner diesen "Haufen" kenn und aus dem nichts heraus werden Fragebögen verschickt und Zahlungen bis zu 5 Jahre in die Vergangenheit verlangt?
Ich als GF einer GmbH habe oft darauf geachtet, Aufträge für Öffentlichkeitsarbeit an kleinere Unternehmen zu vergeben um diesen zu Helfen. Nun soll ich dafür zahlen, nur weil der Webdesigner plötzlich Künstler ist und selbst noch nie in seinem Leben von der KSK gehört hat.

Doch noch schlimmer ist, dass nun meine GmbH für mein Gehalt ebenfalls zahlen soll! Abgesehen davon, dass ich mit einem Künstler nicht das geringste am Hut habe soll ich jetzt für etwas aus den Fingern gesogenes bezahlen???

Will man in Deutschland jeden, der selbst für seinen Lebensunterhalt sorgt und schon genügend Steuern abdrückt wirklich gar den Rest geben? Ich habe beschlossen mit allen Mitteln zu kämpfen und sollte ich diesen Kampf verlieren, verliert mit Deutschland als treuen Steuerzahler und Unternehmer!


Beckmann, Rosa Maria (Klein Röanna) am 16.10.2010, 11:38 Uhr

Die Pflichtabgabe für die KSK muss dringen überprüft werden. In unserem Fall schadet die KSK unseren Kunden.
Wir sind selbstständig und nicht KSK versichert. Dennoch müssen unsere Kunden dafür Geld bezahlen und unsere Aufträge reduzieren sich durch diese Pflichtabgabe. Für die KSK zu zahlen ist in Ordnung, wenn der Betroffene bei der KSK versichert ist. Ansonsten ist es kontraproduktiv!

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