empfehlen Warum müssen Unternehmen die Künstlersozialabgabe für beauftragte „Künstler“ abführen, selbst wenn diese nicht in der KSK versichert sind?

Als Unternehmen sind Sie gesetzlich verpflichtet zu zahlen, auch wenn Ihr Kreativdienstleister nicht in der KSK versichert ist – und absolut nichts von den Abgaben hat.

Obwohl die KSK für alle Künstler eine Pflichtversicherung darstellt, sind nicht alle Künstler in der KSK versichert. Das hat mehrere Gründe:

1.
Die meisten Künstler wissen nicht, dass es die KSK und somit eine Pflichtversicherung gibt. Erst seit im Sommer 2007 die Deutsche Rentenversicherung die Künstlersozialabgabe (KSA) für die KSK einfordert, wurde die Existenz und Zuständigekiet der KSK überhaupt bekannt.

2.
Viele Künstler wollen nicht über die KSK versichert sein, da sie bereits seit Jahren wie alle anderen Selbständigen privat für Krankheit und Alter vorsorgen. Müssten diese Künstler nun ihre bestehenden Verträge kündigen, wäre das nicht selten mit hohen wirtschaftlichen Einbußen verbunden. Insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der Rückkaufswerte bei privaten Rentenversicherungen u.ä.

3.
Nicht jeder der per Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ein Künstler ist, wird von der KSK versichert. Sehr viele Versicherungswillige werden von der KSK abgelehnt, weil sie "zu gewerbelastig" sind. Dennoch wird von den "nichtversicherbaren Künstlern" und deren Auftraggeber/Verwerter weiterhin die Künstlersozialabgabe (KSA) eingefordert.

4.
Künstler, die 2 oder mehr Festangestellte beschäftigen, können sich nicht in der KSK versichern, da sie keiner Unterstützung bedürfen (sie können sich ja 2 oder mehr Festangestellte leisten).

Es gibt viele Gründe, weshalb Künstler keinerlei Unterstützung von der KSK bekommen oder wollen. Dennoch verlangt das KSVG, dass auch bei Beauftragung dieser Künstler die KSA zu leisten ist. KSKontra.de findet das KSVG in seiner jetzigen Form unsolidarisch. Was meinen Sie?

Peter Mahlmann (Berlin) am 25.01.2012, 18:07 Uhr

Selbstverständlich ist die Umsetzung und Auslegung der KSK-Gesetze ersichtlich unlogisch und unsolidarisch. Das fällt auch der großen Mehrheit sofort ins Auge. Man sollte jedoch nicht vergessen, wer die Begünstigten dieses Gesetzes sind: In der Regel nicht gewerblich tätige, verheiratete Frauen, die künstlerischen Tätigkeiten als Hobby nachgehen. Da sehr viele Lobbygruppen und Abgeordnete Interesse daran haben, dass Ehefrauen kostengünstig renten- und krankenversichert werden können, wird diese Last der Berufsgruppe auferlegt, die sich vermutlich nicht richtig wehren kann: Kleine Werbeagenturen und selbstständige Werbegrafiker. Als Kreative werden sie nicht sofort zum Anwalt gehen und selbst sind sie juristisch nicht geschult genug, um dagegen anzugehen. Das ist reale Klientelpolitik.


powered am 25.02.2014, 10:08 Uhr

It was a nice piece of information you have shared here about how the companies pay the artist even if they are not insured by the KSK. I was under the impression that all the artist of the KSK are insured but I really came to know about the true fact through this article.

808 captcha
AbschickenAbbrechen

Datenschutz

Selbstverständlich werden alle Angaben nur zweckgebunden und unter strikter Einhaltung allgemein geltender Bestimmungen zum Datenschutz verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.