empfehlen Von der KSK abgelehnt und dennoch Künstler?

Muss die Künstlersozialabgabe auch für Künstler bezahlt werden, die von der KSK nicht als Künstler anerkannt wurden?

Wenn z.B. eine Werbeagentur oder ein Werbefotograf zur Erbringung einer Leistung auf selbständige Dienstleister, die zu den "betroffenen Branchen" gehören, zugreifen, muss für die Leistungen der Dienstleister die Künstlersozialabgabe (KSA) geleistet werden.
Doch was, wenn die beauftragten Künstler von der KSK nicht als Künstler anerkannt wurden? Muss auch dann für diese Künstler die KSA geleistet werden?

Ein Beispiel:
Eine Werbeagentur beauftragt einen Webdesigner (also per KSK-Definition ein Künstler) mit der Gestaltung einer Internetseite für einen Kunden der Werbeagentur. Der Webdesigner berechnet hierfür € 2.000,- an die Werbeagentur. Die beauftragende Werbeagentur muss als Verwerter 5,1% KSA (2007) auf die € 2.000,- an die KSK leisten. Demnach € 102,-.
Da der Webdesigner sich jedoch bereits im Jahr 2006 um eine Mitgliedschaft in der KSK bemüht hat und von der KSK abgelehnt wurde, geht die Werbeagentur davon aus, dass sie für den Webdesigner keine KSA an die KSK zu leisten hat. Schließlich handelt es sich bei dem Webdesigner nachweisbar (da eine schriftliche Ablehnung von der KSK vorliegt) um keinen Künstler.

Die Werbeagentur sieht sich im Recht. Auch KSKontra.de findet, dass die Werbeagentur keine KSA für den von der KSK abgelehnten Webdesigner zahlen muss.
Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass die KSK hier anderer Meinung sein wird und das damit begründen wird, dass andernfalls die in der KSK-Versicherten Künstler einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den "nicht in der KSK-Versicherten" haben. Obwohl die KSK selbst die Einstufung zum "Nicht-Künstler" vorgenommen hat.

KSKontra.de möchte wissen, ob Sie Erfahrung mit Künstlern haben, die von der KSK NICHT als Künstler anerkannt wurden. Muss für diese Nicht-Künstler die KSA bezahlt werden?

Björn am 27.02.2008, 10:17 Uhr

Das wäre ja der Hammer, wenn man auch für nachweisliche Nicht-Künstler die KSA bezahlen müsste! Die KSK kann doch nicht einerseits potentielle Mitglieder ablehnen und zeitgleich die Hand aufhalten, um für die Leistungen der abgelehnten die Abgabe zu verlangen!

Hinzu kommt ja noch folgende Frage: Woher soll ein Verwerter denn wissen, ob ein von ihm beauftragter Künstler von der KSK abgelehnt wurde ODER gar in der KSK Mitglied ist?
Ehrliche und oder eingeschüchterte Verwerter geben alle an Künstler geleisteten Entgelte bei der KSK an und bezahlen so evtl. schon seit Jahren Abgaben für Künstler, die von der KSK abgelehnt wurden!

Was ist das eigentlich für eine Logik hinter dem System der KSK?


Tom am 28.02.2008, 21:33 Uhr

Hallo an alle,
ich habe ein kleines Unternehmen, nicht groß aber ich bin zufrieden.
Meine Mitarbeiter und ich können einigermaßen davon leben. Und Kunden kommen immer gerne wieder. Um diese bei Laune zu halten ist es sehr wichtig, ihr Vertrauen zu ERARBEITEN, 24 Stunden, 7 Tage die Woche (nicht wie KSK) und nun stehen wir da als hätten wir unsere Kunden nicht ordentlich beraten.
Wie soll ich meinen Kunden beibringen, jetzt nochmal in die Tasche zugreifen, obwohl die Website steht und der Kunde zufrieden ist?
Ich hatte mich vor langer Zeit bei der KSK als Künstler beworben und wurde selbst nach meinem Einspruch abgelehnt.
Meine Arbeiten hatten wohl nicht den künstlerrichen Anspruch und nun bin ich auf einmal Künstler und soll dafür auch noch zahlen, besser noch meine Kunden. Da überlegt man sich doch einfach, zu resignieren und Sozialhilfe zu empfangen. Toll gemacht, Vater Staat! Drei Arbeitslose mehr.
Ich bin sehr dafür Künstler zu unterstützen, aber aus freien Stücken der Kunst Willen. Der Staat möchte nur sagen können „die Renten sind sicher“. Haha oder noch besser „der Aufschwung ist bei den Menschen angekommen“, vielleicht bei der KSK.
Mich würde einfach interessieren, ob ich Abgaben leisten muss, obwohl ich zweimal abgelehnt wurde?


Stephan am 11.03.2008, 23:16 Uhr

Hallo, bei mir ist es tatsächlich so. Ich beschäftige in meiner Firma freiberufliche Künstler, für die die KSK Abgabe von mir verlangt. Gleichzeitig wurden diese aber nicht in die KSK aufgenommen mit der Begründung, dass Sie keine selbstständigen Künstler seien.
Auch ich habe versucht Mitglied der KSK zu werden. Dies wurde aber abgelehnt. Ich muss aber, als selbstständiger GmbH-geschäftsführer, für meine Tätigkeit Abgaben an die KSK zahlen.
Das genau sind ja die Widersinnigkeiten und Ungerechtigkeiten des KSK-Gesetzes.


Inge am 02.07.2008, 23:22 Uhr

Hallo an alle,

ich habe diese Seite erst heute gefunden, freue mich darüber dass es sie gibt.
Auch ich habe eine solche Geschichte.
2002 habe ich mich als freischaffende Künstlerin (Malerin) nebenberuflich, beim Finanzamt angemeldet. Die "Prüfung" beim Finanzamt gab eindeutig, ich sei eine Künstlerin. Also soweit alles kein Problem. 2006 hatte ich mich nach einjähriger Arbeitslosigkeit, mit Hilfe von Überbrückungsgeld voll selbstständig gemacht. Ich möchte nur zum Ausdruck bringen, dass auch das Arbeitsamt durch ihrer Prüfung meines Businessplaners nichts gegen eine künstlerische Malerin zu beanstanden hatte, obwohl ich schon nebenberuflich selbstständig war, gab sie mir die Förderung.

Aber jetzt kommt das Grundsätzliche: Als Künstlerin war ich verpflichtet mich bei der Künstlerkasse zu melden (das wollte ich gar nicht, wollte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen)
Aber ich mußte, also prüfte mich die KSK ganze 9 Monate, um dann festzustellen, ich sei keine Künstlerin, ich würde Handwerker sein, und mehr Malerarbeiten ausführen denn ich male auf Wandflächen und nicht auf Leinen. Es sei zwar teilweise künstlerisch, aber nicht ausschließlich. Auf meine Kritik "Hundertwasser sei auch kein Fliesenleger" reagierte die KSK gar nicht.
Ich war ja ganz glücklich, war also frei denn die gesetzliche Rentenversicherung fühlte sich auch nicht für mich zuständig also kann ich mich privat Rentenversichern, natürlich auch Krankenversicherung und Pflegeversicherung allein bezahlen, aber das meine Kunden jetzt auch KSK Abgabe zahlen sollen macht mich wütend.
Also überlege ich doch wirklich, mich der Kunst des Lebens zu widmen, und eine Malerfirma zu gründen?...Aber sicher werden sie auch in Zukunft auch da noch abkassieren!


Holger Enge (Regen) am 09.07.2008, 12:26 Uhr

Hallo liebe Mitleidende,
als ich mich 1998 bei der KSK nach den Möglichkeiten der Versicherung telefonisch erkundigte, wurde ich ziemlich barsch mit der Begründung abgelehnt, 1. wolle ich mich als privat Versicherter nur in das Solidarsystem einschleichen und 2. ich müsse ersteinmal meine künstlerischen Qualitäten nachweisen. Das waren meine einzigen Berührungspunkte mit der KSK, leider nur telefonisch.
Ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert, vor allem weil mir dann auch das Finanzamt mitteilte, ich sei unter keinen Umständen als Künstler aufzufassen, wäre also Gewerbesteuer pflichtig.
Um meine Kunden zu Schützen, habe ich meinen Einmannbetrieb zu einer Kapitalgesellschaft gemacht und wie es scheint keine Sekunde zu früh, den erste Kunden haben mir bereits klar angedroht, die KSA von meinem Honorar abzuziehen, andernfalls die Zusammenarbeit beenden.
Heute rief mich der erste Kunde an und forderte mich auf mich mit 50% an seiner KSA für Mich (???!!) zu beteiligen.
Wenn ich die Antworten auf den offen Brief lese kommt mir so einiges hoch. Gibt es denn keine Möglichkeit, gegen diese Beutelschneiderei anzugehen?

Kämpferische Grüße

Holger Enge


Andreas Wagner am 11.09.2008, 12:33 Uhr

Guten Tag. Ich bin Musiker, Komponist und Produzent und betreibe ein Label um meine Musik auch alleine zu vermarkten. Mein Verlag der Musik von mir lizenziert, soll jetzt an die KSK für mich abführen. Selber wurde ich aber von der KSK abgelehnt, da ich Gewerbetreibender bin. Das Gewerbe ist notwendig wenn man ein Label betreibt um selber auch mal zu veröffentlichen. Für die KSK bin ich kein Künstler bzw. Selbständiger, sondern Gewerbetreibender. Da mein Verlag aber an die KSK abführt und ich selber freiwillig versichert bin, werden ein Teil meiner KV doppelt bezahlt. Das ist für mich Sozialbetrug. Als mein Steuerberater nachforschte, weil er meinen Ausführungen nicht so recht glauben wollte, wurde er beim recherchieren von der KSK barsch abserviert und ein späterer Anruf wurde ignoriert.
Deswegen werde ich die von meinem Verlag gezahlten Beträge von der Summe meiner freiwilligen Krankenversicherung abziehen. Die Versicherung wird darüber informiert das der Fehlbetrag bei der KSK liegt. Dann sollen sich die Kassen einig werden und ich mach weiter Musik, wenn es dann noch geht vor lauter Ärger mit den Behörden im Land der "Dichter und Denker"


Joachim Griebe (Hamburg) am 11.09.2008, 13:57 Uhr

Lieber Andreas Wagner ! Es geht alles noch viel schlimmer ..leider ! schau mal auf www.kskforum.de . Es grüßt Dich ein Kollege aus Hamburg - der in der KSK ist und gerade auch als Verwerter überprüft wird . Gruß Joachim Griebe


Künstler am 11.09.2008, 15:31 Uhr

"angedroht, die KSA von meinem Honorar abzuziehen, andernfalls die Zusammenarbeit beenden"

Genau dieses Problem vermag niemand zu erkennen. Weder die KSK, noch die meisten Künstler. "Zuschuss" klingt einfach zu verlockend, als dass man sich Gedanken macht, ob sich dieser Zuschuss überhaupt auszahlt...

Freiberufliche Künstler sollten als ganz normale Selbständige betrachtet werden, angestellte Künstler als ganz normale Angestellte.

Wollen wir Künstler nicht das gleiche Ansehen haben, wie alle anderen arbeitenden Menschen?


Andreas am 09.11.2008, 22:47 Uhr

In was für einem System leben wir hier eigentlich?

Wenn ich "Verwerter" (klingt fast wie auf dem Schlachthof)
bin für Künstler die nachweislich IN der KSK sind, und dafür
zahle, kann ich das zur Not akzeptieren und es lasse es vorher
in die Kalkulation einfließen.

Es kann aber nicht sein das die KSK Künstler ablehnt und dann
für diese Nicht-Künstler und somit NICHT-Leistungsempfänger der
KSK von mir Abgaben kassiert.
Da sträuben sich mir die Nackenhaare!
Absurdistan läßt grüßen!
So etwas gibt es auch wohl nur bei uns in Deutschland!

Andreas

PS:
Sind schon juristische Einwände gemacht worden?
Oder gibt es zu diesen Thema schon irgendwelche
Gerichtsurteile?


KSKontra.de (Heilbronn) am 10.11.2008, 09:40 Uhr

an Andreas (betr. P.S.):

Der Bund der Steuerzahler unterstützt zwei Klagen gegen die Künstlersozialabgabe. Die Klagen sind vor dem Sozialgericht Detmold (Az. S16R218/08) sowie vor dem Sozialgericht Lübeck (Az. S5KR567/08) anhängig. Kläger sind in beiden Fällen Unternehmen, die zum Zwecke der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit Werbeagenturen mit verschiedensten Aufgaben beauftragt haben und auf die gezahlten Honorare nun für mehrere Jahre rückwirkend Künstlersozialabgabe nachentrichten sollen.

Der BdSt verkennt nicht, dass es ein kulturpolitisch gerechtfertigtes Interesse an günstigen sozialen Rahmenbedingungen für Künstler und Publizisten gibt. Der BdSt fordert daher NICHT die Abschaffung der Künstlersozialversicherung, sondern kritisiert allein die Künstlersozialabgabe.

Die Klagen in den Musterverfahren werden damit begründet, dass
- die Künstlersozialabgabe insgesamt verfassungswidrig ist,
- zumindest die Abgabepflicht der sog. Eigenwerber gemäß § 24 Abs. 1 S. 2 KSVG verfassungswidrig ist,
- es verfassungswidrig ist, die Abgabe auch dann zu fordern, wenn der beauftragte selbständige Künstler bzw. Publizist gar nicht über die Künstlersozialversicherung versichert ist,
- es verfassungswidrig ist, die Abgabepflicht auf Aufträge an natürliche Personen und Personengesellschaften zu beschränken,
- die Künstlersozialabgabe für die Jahre bis einschließlich 2006 wegen eines sog. strukturellen Vollzugsdefizits verfassungswidrig ist,
- es sich bei vielen der angeblich abgabepflichtigen Leistungen nicht um künstlerische bzw. publizistische Tätigkeiten handelt,
- die Kläger in der Vergangenheit von Seiten der Künstlersozialkasse niemals über ihre mögliche Verpflichtung zur Zahlung der Künstlersozialabgabe aufgeklärt wurden und deshalb wegen Verletzung der gesetzlich normierten Aufklärungspflicht eine Nachforderung für die Vergangenheit rechtswidrig ist und
- dem Versand der Fragebögen der Rentenversicherung zur Künstlersozialabgabepflicht keine verjährungshemmende Wirkung zukommt.


nicole o. am 18.12.2008, 22:16 Uhr

ja auch ich wurde nach vielen versuchen immer wieder abgelehnt von der ksk - ich bin halt nicht studiert und daher ausführend und nicht künstlerisch tätig... u.s.w. das kennen die meisten von euch wie ich lese auch.

jetzt sagte mir ein kunde das er womöglich 5jahre rückwirkend für mich nachzahlen muß ...

auch ich habe daraufhin mal nachgeschaut was mit meinen fremdaufträgen ist ... alles "künstler" ohne aufnahme bei der ksk... wenn mir auch eine nachzahlung in haus kommt auf die letzten 5 jahre, dann kann ich meine fast 15jährige selbständigkeit gegen horende schulden eintauschen... das ist doch wirklich vera... der arbeitenden bevölkerung, man wird bestraft dafür das man sich bewegt und auch für andere arbeit schafft.

wohin treibt dieses politik uns alle noch frag ich mich. eigntlich will doch niemand hier hartzIV aber man fühlt sich fast hingetrieben da wird man nicht ständig zur kasse gebeten sondern kassiert...

schuldigung ist gemein - gibt genug die da unverschuldet drinhängen - aber es macht schon sehr müde wieder und wieder neue vereine - genossenschaften - versicherungen zu bedienen. reicht es dem staat nicht langsam mit dem künstlichen hervorbringen von neuen abgabenstellen? ich meine mal ehrlich 5.1% auf alle honorare - wow was für eine einnahme ohne die hand dafür zu krümmen - und dann noch arrogant die die einzahlen allesamt als "unwürdig" nicht zu zu lassen, als schmarotzer abgewiesen - aber zum zahlen gut genug.

viele angefasste grüsse
nicole o.


beatrice am 04.01.2009, 06:07 Uhr

Ich bin selbständige Webdesignerin/Webpflegerin und führe in meinen Rechnungen an Kunden detailliert auf, welche Art von Tätigkeit wie lange gedauert hat (kreative Arbeiten wie Gestaltung, Banner-, Bildkompositionen, u.ä. und rein programmierende/textliche/korrierende/recherchierende wie Formulartesten, Suchmaschinenrankingcheck, SEO, Webseitenstatistikerstellung, kleine Textkorrekturen, Einstellen von Pressemitteilungen, u.ä.).

Wenn, dann sollten nur die kreativen Tätigkeiten abgabepflichtig sein und die KSK müsste das anerkennen bzw. auch in der Lage sein, aus detaillierten Rechnungsposten diese herauszulesen.

Das Einstellen einer Pressemitteilung auf einer Webseite ist mit einem herkömmlichen Versand einer PM durch eine Sekretärin vergleichbar (man erhält die fertige PM auf Papier (als Datei) kopiert sie, heftet eine Kopie für die Ablage ab (Backup) heftet die anderen mit einem Anschreiben (Link einfügen) zusammen, packt sie in Umschlag (Webseitentemplate mit PM füllen) adressiert sie (URL) und verschickt sie (Upload auf Webserver). Das Einstellen eines neuen Produkts mit Text auf einer Seite ist nicht anders, als wenn eine Sachbearbeiterin Text und Foto in eine MS-Word-Vorlage an die vorgegebenen Stellen setzt. Suchmaschinenrankingcheck und Webseitenstatistik sind wie eine nüchterne Recherche. etc etc

Und wenn abgabepflichtig bzw. nachzahlungspflichtig, dann sollten es die kreativen Arbeiten von Webdesignern erst sein seit jenem Urteil von 07.07.2005 als die KSK verpflichtet wurde, Webdesigner mit in ihre Liste künstlerischer Berufe aufzunehmen.
(<http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bsg&Art=en&sid=765efb42286832c0847c31497a815dcb&nr=9137&pos=0&anz=1>;)


Andri Jürgensen (Köln) am 05.01.2009, 16:09 Uhr

Das ist so nicht ganz richtig.

Zunächst einmal wird die KSK nicht, wie im letzten Absatz gesagt, mit einem möglichen Wettbewerbsnachteil argumentieren. Dieses Argument hat der Gesetzgeber herangezogen, um zu begründen, warum die Abgabe auch bei Künstlern zu leisten ist, die nicht in der KSK sind (sonst wären die, die drin sind, teurer).

Der beschriebene Fall trifft aber etwas ganz anderes: nicht einen Wettbewerbsnachteil, sondern eine vermeintlich unterschiedliche Auslegung des Begriffs der "Kunst" im Sinne des KSVG.

Es kommt tatsächlich vor, dass die KSK den Kunstbegriff bei den Versicherten etwas strenger auslegt (da wäre ja Geld zu zahlen) und auf Seiten der Abgabe etwas großzügiger (da wird ja auch Geld eingenommen).

Man sollte allerdings einen nicht ganz unwichtigen Punkt berücksichtigen und daher auch, wenn man so einen Fall beschreibt, mit angeben:

Die Versicherungspflicht kann aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt werden: weil der Mindestgewinn nicht erzielt wird, weil die Tätigkeit nicht dauerhaft oder erwerbsmäßig ausgeübt wird, weil mehr als ein Arbeitnehmer beschäftigt wird, weil der Wohnsitz im Ausland ist usw.

Bei all diesen Ablehnungsgründe kann gleichwohl eine künstlerische Leistung vorliegen - dann wäre natürlich die Abgabe zu leisten, obwohl der Betreffende von der KSK abgelehnt wurde.

Nur wenn sich die Ablehnung der KSK explizit darauf bezieht, dass keine künstlerische Leistung erbracht wird, muss auch keine Abgabe geleistet werden.

Die Ablehnung der Versicherungspflicht alleine sagt noch nichts aus - ein Vorwurf gegenüber der KSK läßt sich also so pauschal nicht machen.

Andri Jürgensen
www.kunstrecht.de




Achim Brückner (Nürtingen) am 03.02.2009, 11:17 Uhr

Ich muss momentan als Künstler (Maler) meine Einkommensverhältnisse vor der Künstlersozialkasse rechtfertigen, Überprüfungsverfahren im Sinne Abgrenzung zur Liebhaberei...folgende Feststellung:
1. Die Bediensteten vor Ort sind sehr unfreundlich, dachte ich telefoniere mit "Stasi"-beamten oder sowas...
2. Die Künstlersozialkasse will Geringstverdiener wie Maler, Dichter, etc. für die das Ganze eigentlich mal gedacht war, rausekeln. Interessant sind für sie eher Grafikdesigner, etc. wo eben mehr Umsätze gemacht werden...d.h. die Künstlersozialkasse interpretiert alles immer so, dass für die "Kasse" möglichst viel Geld fließt, in alle Richtungen! Da wird einer Künstler, wenn die Kasse Geld einziehen kann - da wird ein Künstler andererseits zum Liebhaber erklärt, wenn er zuwenig Geld einzahlt und rausgeworfen, ganz nach Belieben....kein Wunder, wenn mancher Kollege inzwischen die Künstlersozialkasse eher als Bürde empfindet und nicht als Hilfe.


Joachim Griebe (Hamburg) am 03.02.2009, 17:12 Uhr

Lieber Achim Brückner , GENAU SO IST ES ! Ich betreibe seit 6 Jahren mein KSKFORUM : 1. mit Absicht hat man Künstler und Verwerter nicht ausreichend informiert. 2. mit Absicht wurde niemand über die Möglichkeit der AUSGLEICHSVEREINBARUNG informiert. 3. Was gerade mit Künstlerkollegen passiert die überprüft werden habe ich in vielen Fällen hier auf meinem Schreibtisch liegen . Das SYSTEM KSK wurde von Politikern und der verantwortlichen Behörde an "die Wand gefahren " - jetzt dürfen gerade die Künstler für die diese Pflichtversicherung gedacht war und auch die Verwerter die Fehler der Vergangenheit ausbaden . Ich würde mich freuen wenn Du einmal Kontakt zu mir aufnehmen könntest . www.kskforum.de


Sascha Krüger am 23.06.2009, 18:17 Uhr

"Zunächst einmal wird die KSK nicht, wie im letzten Absatz gesagt, mit einem möglichen Wettbewerbsnachteil argumentieren. Dieses Argument hat der Gesetzgeber herangezogen, um zu begründen, warum die Abgabe auch bei Künstlern zu leisten ist, die nicht in der KSK sind (sonst wären die, die drin sind, teurer."

Kann dieser Argumentation überhaupt nicht folgen: Wenn ich nicht in der KSK bin, wieso bin ich billiger als jemand, der in der KSK ist und Beiträge dafür auf die Rechnung schlägt? Es ist doch vielmehr davon auszugehen, dass ich ebenfalls in eine Absicherung einzahle, deren Kosten ich bei meiner Preisbildung berücksichtigen muss. Wenn ich also zusätzlich KSK zahlen muss, dann bin ICH plötzlich teurer als der Mensch in der KSK.

Mit anderen Worten, die KSK-Mitglieder genießen eine staatliche Subvention, die aber nicht vom Staat, sondern von Kollegen finanziert wird. Wer hat sich denn das ausgedacht?


Reinhard (Heidelberg) am 03.09.2009, 11:34 Uhr

Hallo zusammen,
auch ich bin geschädigter der KSK. Mich wollte man damals nicht. Ich bin seit 8 Jahren Selbständiger Grafikdesigner und Webdesigner, allerdings gelernter Schriftsetzer, also ein Handwerker. Jetzt auf einmal wollen sie mich aufnehmen, obwohl ich dank der Ablehnung eine bessere private Versicherung gefunden haben.
Die Frechheit ist aber, dass die KSK bei meinem Kunden anfragt. Ich habe schon Kunden verloren.
Wenn ich nichts von dem Geld habe, sollte auch keine Zahlung an die KSK erfolgen.
Es ist wirklich unverschämt.
Gibt es keine Möglichkeit sich zu befreien?


KSK-Mitglied am 04.09.2009, 13:42 Uhr

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was Du gegen eine Aufnahme hast. Deine Krankenkassenbeiträge werden vermutlich erheblich sinken. Du musst in die Rentenkasse einzahlen, aber da die KSK "Arbeitgeber" spielt und dessen Anteil für Dich zahlt, scheint es mir durchaus lohnenswert.

Die Beiträge zur Rentenkasse kannst Du z.B. steuerlich absetzen, so dass sie real noch geringer und deine "Rendite" noch höher ausfallen werden. Es gibt andere Vorteile, ich habe sie woanders aufgelistet (zu allgemeinem Hohn der KSK-Gegner :-)).

Wie ich auch gerade erfahren habe (als ausländischer Mitbürger bin ich in solchen Dingen nicht immer informiert), werden Deine Krankenkassenbeiträge dann, wenn Du auf Rente gehst, von der Rentenkasse bezuschusst, solange Du die Vorversicherungszeit erfüllst. Das heisst, als Rentner zahlst Du weiterhin die 7,5%. Unglaublich! Überleg Dir mal, was Du bis dahin in Deine private KK zahlen wirst.


Künstler am 04.10.2009, 14:33 Uhr

Von Verwerterseite aus definitiv, da der Nutzen derselbe ist.
Ob jemand in der KSK versichert ist liegt an jedem selbst. Wer lieber Privat Versichert ist als die Vorteile der KSK zu nutzen obwohl er es könnte verdient wahrscheinlich eh genug. Jedenfalls sollte man Gewerbliche Kunden die die Verwerterabgabe nicht sowieso zahlen müssen zumindest mündlich darauf hinweisen und ggf. eine gesonderte Rechnung stellen um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.


Franz Hungerleider am 15.09.2010, 15:57 Uhr

Wer künstlerische Leistungen in Anspruch nimmt, kann von mir aus auch entsprechende Abgaben für den Künstler bezahlen. Das ist in Ordnung. Abgaben auf nichtkünstlerische Leistungen kommt einer verdeckten Steuer gleich. Die angebliche Rechtsgrundlage für die Abgabe stammt aus dem Jahr 1983, also einem Zeitpunkt, zu dem der Gesetzgeber vermutlich noch nicht einmal wusste, wie man Computer schreibt, geschweige denn wußte, was ein Internet ist. Ich halte es daher für mehr als gewagt, wenn jetzt z.B. die Tätigkeit des Webdesigners mit in den Abgabenbereich der KSK einbezogen wird. Wie weit will man denn noch gehen? Irgendwie sind wir doch alle Künstler, die wir das Steuer- und Abgabensystem in Deutschland überleben.


HL aus DD am 10.11.2010, 11:59 Uhr

Ich bin Inhaber einer kleinen feinen Dresdner Werbeagantur und habe nun seit einiger Zeit immer mal wieder den Ärger mit diesen unsinnigen KSK-Reglungen. Für mich hat hier dieser unser herrlicher Bananenstaat mal wieder einfach nur eine Quelle zum Geld abzocken aufgetan. Es ist schon paradox, dass meine Kunden ALLEIN nur auf Grund der Tatsache an die KSK zahlen müssen, weil ich KEINE GmbH bin. Meine Auffassung von Unternehmertum ist aber nun mal, dass ich lieber das ganze Risiko trage und demzufolge auch voll haftbar bin. In anderen Ländern wird dies als absolut positiv aufgefasst - in Deutschland leider nicht, da ist man offensichtlich erst ein richtiger Unternehmer, wenn man seine 5. GmbH in den Sand gesetzt hat. Fakt ist: ich bin privatversichert (die KSK würde mich nie im Leben nehmen), ich zahle alle nur erdenklichen Unternehmenssteuern, ich zahle für meine Angestellten Lohnsteuer und SV (und zwar pünktlich)und ich habe mit der Künstlersozialkasse nicht das Geringste zu tun - und außer auf das Gesetz zu verweisen, kann mir bis zum heutigen Tag niemand erklären, warum meine Kunden für mich Künstlersozialabgabe leisten müssen. Bis jetzt habe ich durch diese miese Tour schon mehrere langjährige Kunden verloren, anderen muss ich so finanziell entgegen kommen, dass Sie die KSK bezahlen können - ich sage nur VIELEN HERZLICHEN DANK!


Künstlerin für Kunst an unkünstlerischen Orten am 06.01.2013, 01:08 Uhr

Hallo Liebe Mitleidende, auch ich wurde von der KSK abgelehnt, mit der Begründung, das ich meine Kunst am falschen Ort mache. Ich habe eine Improtheatergruppe. Wir machen interaktives Theater für Hochzeiten, Firmenjubiläen,Vernisagen, interaktive Stadtteilführungen, Stadtteilfesten und Unternehmenstheater etc.
Die KSK begründet meine Ablehnung damit, das Darstellende Kunst auf der Bühne stattfinden muss. Für die KSK ist eine Bühne: Ein Theater, Variete, Kabarett, Film oder Zirkus. Wenn also Robbie Wiliams in der Schalke Arena auftritt, ist er dann kein Künstler mehr? Kennt einer einen ähnlichen Fall? Hat man überhaubt eine Chance, wenn man gegen die KSK klagt? Wenn es so viele Ablehnungsfälle gibt, kann man da nicht eventuell gemeinsam klagen. Wer legt eigendlich fest wer Künstler ist und wer nicht?
Freue mich auf Eure Kommentare!


grillmasterfunk am 20.06.2013, 15:03 Uhr

Zitat: "Das Bundesverfassungsgericht hat bei einem Einwand entschieden, die Künstlersozialabgabe sei rechtmäßig und verfassungskonform, denn freischaffende Künstler und Publizisten stehen ihren Auftraggebern gegenüber in einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis – vergleichbar mit Arbeitnehmern. Aus diesem Grund sollen die Auftraggeber an der sozialen Absicherung beteiligt werden."

... damit sind Künstler und Publizisten in exakt der gleichen Situation, wie Frisöre, Gärtner, Haushaltshilfen, Anwälte, Ärzte, etc. ...

... wo bleiben sie also, die Raumpflegersozialversicherungen? Physiotherapeuten-Sozialversicherungen? Homöopathen-Sozialversicherungen? ...

KSK ist BULLSHIT !!


Mat am 16.01.2014, 13:12 Uhr

Ich bin seit über 25 Jahren selbstständig tätig als Grafiker, Illustrator, Webdesigner, Fotograf, Redakteur und Journalist und gelegentlich sogar als Musiker. Trotzdem hat es bis 2008 gedauert, bis mich die KSK anerkannt hat. Das hat sie nicht daran gehindert, rückwirkend bei meinen Auftraggebern kassieren zu genen, für Jahre, in welchen ich abgelehnt war!!! Was für eine Frechheit! Einige Auftraggeber waren richtig sauer. Auf mich zuerst einmal natürlich, weil ich sie nicht gewarnt hatte. Tja, ich wußte leider nichts von diesen blöden Abgaben und schon gar nichts davon, dass sie rückwirkend eingezogen werden könnten, wenn die KSK beschließt, dass die Zeit, in der ich nicht über sie versichert war, trotzdem zu einem Einzug der Pflichtabgabe rechtfertigt. Jetzt bin ich, nachdem ich 2 Jahre lang aufgrund eines Wechsels vom einträglichen Webdesign zu Print, aufgrund von Geringfügigkeit rausgeflogen. Ich arbeite immernoch VOLLZEIT in allen oben genannten Printtätigkeiten, setze aber den größten Teil meiner Arbeit ein, um ein krankendes Printmedium aufzupäppeln. Bin also nach wie vor künstlerisch tätig, und zwar voll. Im Grunde würde es mich nicht wundern, wenn die KSK trotzdem versucht, die Abgaben einzuziehen. Schließlich sind meine Auftraggeber auch dann abgabepflichtig, wenn ich wegen Geringfügigkeit nicht üer die KSK versichert bin. Das ganze System ist absolut ABSURD!!!

-> Gerade Künstler unterliegen starken Einnahmeschwankungen, die über lange Zeiten andauern können. Die Geringfügigkeitsregelung ist ein Damoklesschwert, das Künstlern in schweren Zeiten den letzten Garaus geben kann!

-> Kunden werden von der undurchsichtigen Pflichtabgabe überrascht. Oft fällt das auf den Künstler zurück, dessen Endpreis oft ohnehin das Ergebnis eines harten Preiskampfes ist!

-> Es ist Künstlern nicht einmal möglich, die KSK komplett zu umgehen, um ihren Kunden den Ärger mit den oft überraschend geforderten Pflichtabgaben zu ersparen, da Versicherungspflicht und Abgabepflicht gesondert behandelt werden, nach dem Motto: versichern = möglichst wenige; Abgaben kassieren = möglichst viele

KSK ist ein absolut realitätsfernes System, das nur wenigen Vorteile beschert.


DP am 29.10.2014, 17:14 Uhr

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Kunden zur Kasse gebeten werden? Ich trage die Titel meiner Weiterbildungen, "Layouter" und "Texter", bin selbstständig mit einem Angestellten.
90% meiner Umsätze stammen aus dem Buchsatz, was von der KSK als nichtkünstlerische Tätigkeit eingestuft wurde und ich somit vor einigen Jahre abgelehnt wurde. 10% sind jedoch künstlerische Leistungen, beispielsweise Buchlayout, Logodesign, Entwurf von Visitenkarten. Diese Arbeiten werden von mir separat aufgeführt.
Falls die KSK an meine Kunden herantritt - wird sie sich auf die tatsächlichen künstlerischen Leistungen beziehen? Oder diese hernehmen, um ALLES für die Abgabe geltend zu machen?


KSKontra (Heilbronn) am 30.10.2014, 12:13 Uhr

@DP
Welche Leistungen stellen Sie denn in Rechnung? als Layouter werden Sie zumindest Gestaltung in Rechnung stellen, korrekt?. Und wenn Sie gestalten, sind Sie Künstler im Sinne des Gesetzes. Also werden Ihre Kunden früher oder später auch die Abgabe auf Ihrer Rechnungen zu leisten haben. Spätestens bei einer Kontrolle der Buchhaltung Ihrer Kunden durch die RV wird ein Prüfer über Ihre Rechnungen stolpern - oder über die Buchungen im Konto "Werbung" oder "Öffentlichkeitsarbeit", ...

Ob Sie bei der KSK abgelehnt wurden, ist nicht entscheidend für die zu leistenden Abgabe durch Ihre Kunden. Die Frage ist: stellen Sie abgabepflichtige Leistungen in Rechnung? Beim Buchsatz ist das nicht ganz so simpel. Sind Sie beim Setzen kreativ oder arbeiten Sie streng nach Vorgabe (Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstände, ...)?
Was schreiben Sie in die Rechnung an Ihren Kunden, wenn Sie Buchsatz geleistet haben?

Wenn die KSK an Ihre Kunden herantritt, wird das über einen Prüfer der RV passieren. Und wenn Ihre Rechnungen Raum für Interpretation geben, wird im Zweifelsfalle alles abgabepflichtig eingestuft. Dann müssen Ihr Kunde und Sie eine Aufstellung je Rechnung erstellen und drin die nichtkünstlerische Leistung hervorheben, um den Prüfer im Nachhinein umzustimmen.

Kurz: pauschale Antworten auf Ihre Fragen sind nicht möglich, da vieles von dem Inhalt Ihrer Rechnungen abhängt - und vom Prüfer der RV...


DP am 31.10.2014, 16:22 Uhr

@KSKontra
Die Rechnungen lauten z. B.
Buchlayout xx,xx
Buchsatz lt. Layout xx,xx
Ich habe die künstlerische Arbeit also getrennt vom nicht künstlerischen Satz aufgeführt, denn im Layout wurde alles, was für den Satz relevant ist (Schriften, ZAB, Farben usw.) festgelegt. Auch die MwSt. habe ich entsprechend ausgewiesen (künstlerische Arbeiten 7%, nicht künstlerische 19%).
Wenn ich neue Visitenkarten gestalte, dann führe ich das als "Layout" auf, wenn ich bei vorhandenen Visitenkarten lediglich Daten für einen weiteren Mitarbeiter ändere, sind das "Satzarbeiten nach Vorgabe".
Aber reicht das aus, damit meine Kunden lediglich für die künstlerischen Leistungen zahlen müssen?


KSKontra (Heilbronn) am 31.10.2014, 16:50 Uhr

@ DP
Ja, das reicht aus. Ihre Kunden müssen allerdings selbst die Summen bilden (je Rechnung), auf die sie die Abgabe zu leisten haben. Das wissen allerdings die meisten Kunden nicht, so dass viele die Abgabe dann auf die Gesamtsumme leisten.
Darum: informieren Sie Ihre Kunden darüber, damit sie nicht mehr lesiten müssen als nötig.


Cornel (Stuttgart) am 30.09.2015, 17:33 Uhr

Ich bin seit 15 Jahren selbsständig im Werbebereich und vor 5 Jahren vom FA langjährig rückwirkend als Gewerbe eingestuft worden, folgend hohe Nachzahlungen. Als Begründung - Umsatzlimit erreicht, kein Katalogberuf und Webdesign wäre sowieso eine gewerbliche Tätigkeit. Das mal zur kreativen Tätigkeit zur allg. Vorgeschichte. Jetzt kommt die KSK um die Ecke und will rückwirkend 5 Jahre für alle meine beauftragten Leistungen an andere freie Mitarbeiter KSK Gebühren und zwar egal ob sie bei der KSK versichtert sind oder nicht. Auf meine Nachfrage....keiner von Ihnen ist bei der KSK oder hat gar je einen Antrag gestellt. Alle sind privatversichert. Zudem sei egal ob diese dazu noch im Ausland tätig sind.
Ja sagt mal, geht's denn noch?

Es kann einfach nicht sein, hier abzukassieren!

Nehmen wir an ich schleife einen Auftrag an einen Kollegen durch, weil ich krank bin. Dann muss ich dafür noch extra zahlen weil ich ihn nicht selbst machen konnte. Dazu muss mein Endkunde auch noch für mich zahlen, obwohl weder Endkunde noch mein Kollege in de KSK ist. Der absolute Hohn und fühle mich vom Staat verkohlt. Das Argument mit dem Wettbewerbsvorteil ist totaler Quatsch, wenn ich nichtmal weiß, ob jemand in der KSK ist oder nicht, zudem noch nie was zuvor von dem Verein gehört habe! Außerdem: man zahlt als selbständiger dann für andere Renten, obwohl man selbst keine hat???

Da ich, wie ich hier nachlesen konnte, viele das ähnlich sehen die Frage nach Optionen und Chancen sich dagegen zu wehren?
Gibts es welche?

Danke dafür, das es dieses Forum gibt!


KSKontra.de (Heilbronn) am 01.10.2015, 09:17 Uhr

@ Cornel:
Ja, Sie haben das richtig erkannt. Exakt so ist die Praxis. Sich wehren? Viele hatten Angst, etwas gegen die KSK zu äußern, weil sie nicht ins Visier der Prüfungen geraten wollten. Inzwischen dürfte auch den meisten klar sein: die KSK klopft an jede Tür - früher oder später. Dennoch hat sich die Presse immer schwer getan. gegen die KSK zu berichten, da viele Redakteure darüber versichert sind. Die Politik will das Problem nicht verstehen und versteckt sich gerne hinter dem Argument, Künstler und Kultur müssen unterstützt werden. Das hat in den vergangenen Jahren zu einem rasanten Anstieg der Ug-Gründungen (Unternehmergesellschaften) geführt, da viele Einzelunternehmer keine Kraft mehr hatten, mit ihren Kunden über die Abgabe zu streiten. Und die meisten Ug-Geschäftsführer leben damit, dass sie eine weitere Abgabe zu leisten haben ...


Ulla Anna (Schöneck) am 31.03.2016, 09:25 Uhr

Eine Frage: Kann der Webdesigner auf die Aufnahme bestehen, wenn der Auftraggeber KSA bezahlen muss? Ist ja auch für ihn viel günstiger.


KSKontra.de (Heilbronn) am 31.03.2016, 10:10 Uhr

@ Ulla
Man kann sich bei der KSK melden und einen Antrag stellen. Wenn man trotz der geforderten Nachweise abgelehnt wird, hilft nur ein Anwalt, der einen "reinklagt".


Fritz (Berlin) am 03.06.2016, 13:45 Uhr

Ich bin seit letztem Jahr im Visier der Prüfer der Sozialversicherung. Habe eine Filmproduktion sowie einen DVD Vertrieb für Dokumentarfilme. Musste ein paar Tausend Euros für die Jahre 2010 bis 2014 nachzahlen. Besonders "erfreulich" ist, dass ich die KSK Abgabe sogar für meinen Filmmusikkomponisten aus Wien leisten muss, der voll in Österreich sozialversichert ist. Der hat natürlich keinen Vorteil davon, dass die BRD seine Tätigkeit zum Anlass nimmt, um Beute zu machen. Wahrscheinlich weiß er noch nicht einmal von seiner Rolle in dieser Schmierenkomödie. Schlimmer noch: in Zukunft wird er dank der räuberischen KSK Abgabe von mir nicht mehr beauftragt werden können.
Jetzt geht es weiter: der KSK reichen die Einnahmen der ersten Forderung noch nicht. Nun will sie von mir alle Belege rückwirkend bis 1993 (!!!) haben (das Jahr meiner Firmengründung), die die Entgelte an "Künstler" und "Publizisten" betreffen. Sobald die Forderung der KSK über diesen Zeitraum bei mir eingeht, kann ich meine Firma schließen. Und damit auch keine "Künstler" und Publizisten" mehr einstellen. Ich glaube es war Nietzsche, der sagte: "Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer".


KSKontra.de (Heilbronn) am 03.06.2016, 15:18 Uhr

@Fritz
Nur wenn die KSK belegen/beweisen kann, dass Sie von der Existenz der KSK bereits seit 1993 wissen, ist es überhaupt möglich, Sie für einen längeren Zeitraum als 5 Jahre mit der Leistung der Abgabe zu belasten. Unsere Empfehlung: warten Sie das Schreiben der KSK ab. Sollte die KSK tatsächlich diesen Weg einschlagen, empfehlen wir Ihnen einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Gerne sprechen wir eine Empfehlung aus. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.


Fritz Poppenberg (Berlin) am 05.06.2016, 10:29 Uhr

danke für die Antwort. Eine Frage habe ich: gab es tatsächlich lange nur zehn Prüfer der KSK und ab 2007 tausende?
Ist es das, was Sie als Defizit der erforderlichen Aufklärung bezeichnen?
Beste Grüße
Fritz


KSKontra.de (Heilbronn) am 06.06.2016, 09:08 Uhr

@Fritz
Ja, die KSK selbst hatte nicht viele Prüfer. Es waren fünf bis zehn. Um alle Abgabepflichtigen "zur Ader zu lassen" – unabhängig davon, ob diese über ihre Abgabepflicht Bescheid wussten oder nicht – hat die die Deutsche Rentenversicherung die Prüfung der Abgabepflicht übernommen. Diese macht das nun im Rahmen der Prüfung der Sozialabgaben. So hat sich schlagartig die Manpower erhöht. Hätte man die Manpower auch dafür eingesetzt, zunächst über die KSK und die Abgabe zu informieren, wäre vielen unwissenden abgabepflichtigen Verwertern geholfen gewesen...


Thomss (Nürnberg) am 21.09.2016, 12:17 Uhr

Also ich glaube ihr habt da was nicht richtig verstanden...der sich bei der KSK anmeldet und angenommen wird muss nur die Hälfte an Sozialversicherungsbeiträge von seinen Einnahmen bezahlen....wenn ein Unternehmen so einen dann kurzweilig einstellt ist das ja so ne Art Einnahme aus nicht selbständiger Tätigkeit und die ist dann voll sozialversicherungspflichtig die Differenz geht dann klar an die ksk ..er müsse ja wegen der kurzen Zeit die Rechtsform jedes Mal ändern. Aber solange er als selbstständiger Künstler unterwegs ist ...bleibt bei den verminderten Abgaben und die Kunden zu.b bei Straßenmusiker die Passanten müssen dann auch nicht 50 Cent mehr in die Mütze schmeißen...schwachsinn


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.09.2016, 14:14 Uhr

@ Thomms

Richtig: "der sich bei der KSK anmeldet und angenommen wird muss nur die Hälfte an Sozialversicherungsbeiträge von seinen Einnahmen bezahlen...". Es wird an keiner Stelle von KSKontra.de etwas anderes behauptet mit Blick auf die Versicherten und die Abgaben für Ihre KV und RV. Auf KSKontra.de geht es aber meist um die Künstlersozialabgabe auf die Rechnungen der selbständigen Künstler, die von den Auftraggebern geleistet werden muss. Vereinfacht erklärt: Schreibt ein Künstler eine Rechnung von 1.000,- netto, muss der Auftraggeber/Rechnungsempfänger auf diese Rechnung ca. EUR 50,- Abgabe an die Kasse überweisen (Künstlersozialabgabe). ABER: wenn der Künstler als juristische Person firmiert (z.B. GmbH) muss der Auftraggeber/Rechnungsempfänger keine Künstlersozialabgabe auf die rechnung leisten, sondern der Künstler auf seine jährlichen Einkünfte. Unabhängig davon, ob dieser bei der KSK versichert ist. FALLS der Künstler auch noch über die KSK versichert sein sollte, muss er natürlich auch zusätzlich die Hälfte seiner gesetzl. Abgaben für KV und RV auf seine Einkünfte an die Kasse abführen.

Richtig: "...wenn ein Unternehmen so einen dann kurzweilig einstellt ist das ja so ne Art Einnahme aus nicht selbständiger Tätigkeit und die ist dann voll sozialversicherungspflichtig die Differenz geht dann klar an die ksk .." Wenn ein Künstler nebenbei auch noch eingestellt ist (kurzfristig, nicht kurzweilig ODER langfristig, nucht langweilig), dann bezahlt das Unternehmen auf sein Gehalt die Abgaben. Der Künstler muss natürlich dennoch seine Abgaben für seine selbständige Kunst bezahlen.

Alles andere an Deinem Post verstehen wir nicht. Sorry.

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