empfehlen Durch KSK indirekt zur Schwarzarbeit gezwungen

Die Künstlersozialabgabe, die viele Unternehmen nun für die Leistungen ihrer Werbeagenturen nachträglich bezahlen müssen, führt dazu, dass die abgabepflichtigen Unternehmen von den Agenturen verlangen, die zu zahlende Abgabe "abzuarbeiten".

Selbstverständlich müssen die Agenturen sich nicht auf die Forderungen Ihrer Kunden einlassen, da schließlich die Verwerter die Abgabepflicht zu leisten haben. Doch was, wenn der Kunde droht die Agentur zu wechseln? Wird man den Kunden dann ziehen lassen? Wegen einer nicht nachvollziehbaren Künstlersozialabgabe die Einkommensquelle riskieren? Jeder Selbständige weiß, wie schwer es ist, einen Kunden zu gewinnen. Einen Kunden über Jahre zu halten, ist noch viel schwieriger. Denn das setzt Pünktlichkeit, Qualität und Zuverläsigkeit über viele Aufträge hinweg voraus.
Ergo wird wohl jeder Selbständige seinem Kunden entgegenkommen und eine Zeit lang Leistungen ohne Berechnung erbringen, um die dem Kunden durch die Abgabepflicht entstandenen Kosten zu tilgen oder reduzieren.
Und das nennt sich Schwarzarbeit! Die KSK bringt demnach ehrliche Geschäftsleute in eine Situation, in der sie gesetzeswidrig handeln müssen, um nicht ihren Lebensunterhalt zu gefährden! Zeitgleich führt das dazu, dass dem Staat Einnahmen entgehen, da die nichtberechneten Leistungen zu einem geringeren Umsatz und Einkommen der Selbständigen führen. Das heisst: weniger Mehrwertsteuer-, weniger Einkommenssteuer- und auch weniger Gewerbesteuer-Einnahmen sind das Ergebnis für Staat und Kommunen. Aber auch der IHK gehen dadurch Beiträge abhanden, da die Umsätze geringer ausfallen werden.

KSKontra.de ist der Ansicht, dass die Einnahmen der KSK dem deutschen Staat Kosten verursachen werden, da die Einnahmen des Staates niedriger ausfallen werden, als sie ohne die Abgabepflicht wären. Was jedoch noch schlimmer ist: es werden Existenzen gefährdet und aus der Existenzangst heraus temporäre Schwarzarbeit gefördert.
Was meinen Sie?

Andreas (Hamburg) am 20.11.2007, 21:45 Uhr

Wahre Worte. In exakt dieser Situation befinde ich mich gerade. Ich, der ehrliche, stets gesetzestreue Bürger, muss nun zwei meiner Kunden entgegen kommen und insgesamt 6.500 EUR abarbeiten. Zum Glück habe ich ein paar Reserven, so dass ich auch zwei, drei Monate ohne Rechnungen zu schreiben überleben kann. Aber Urlaub ist 2008 nicht mehr drin. Und einen neuen MAC gibt es dann wohl auch nicht. VIELEN DANK KSK!


Pit am 21.11.2007, 18:16 Uhr

Eben hat mir ein Partner (Grafiker/Personengesellschaft) berichtet, dass sein größter Kunde noch vor zwei Wochen wegen der Künstlersozialabgabe in Erwägung gezogen hat, die Agentur zu wechseln. Der Kunde hat die Schuld bei ihm, dem Grafiker,gesucht...
Der Grafiker hat den Kunden vor drei Tagen auf KSKontra.de hingeweisen und ihn gebeten, sich zunächst ein Bild über die "wahren Schuldigen" zu machen und sich den Agenturwechsel nochmals zu überlegen.
Nachdem der Kunde auf KSKontra.de recherchiert hat, ist die Schuldfrage für ihn geklärt. Der Auftraggeber unterstützt nun den Grafiker bei seinem Kampf gegen die KSK und bleibt weiterhin Kunde der Agentur. Hinsichtlich der Abgabe hat sich die Agentur mit dem Kunden auf einen einmaligen Rabatt bei einem anstehenden Projekt geeinigt. Man kann es Rabatt nennen. Aber man kann es auch unentgeltliche Schwarzarbeit nennen. DAS KANN SO NICHT WEITERGEHEN!


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.11.2007, 20:23 Uhr

Eine gute Nachricht. Es freut uns aufrichtig, dass KSKontra.de in diesem Fall den betroffenen Grafiker indirekt unterstützen konnte. Auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass ein „Rabatt“ gewährt werden musste, um das Schlimmste zu verhindern.

Es wäre interessant zu erfahren, welche Umsatzeinbußen den betroffenen Branchen durch solche unfreiwilligen Nachlässe entstehen …


Olaf am 07.01.2008, 13:50 Uhr

>Doch was, wenn der Kunde droht die Agentur zu wechseln?
Auch bei der Agentur zahlt der Kunde Sozialabgabe - nämlich den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungen, nur ist es in den Gesamtkosten versteckt! Nicht nur für den Geschäftsführer (ob über KSK oder kassenversichert), sondern für jeden einzelnen Angestellten.
Und dann stellt sich nur die Frage, ob der berühmt-berüchtigte Wasserkopf in der Agentur (schicke Location, GF-Dienstwagen, etc.) den Endpreis um mehr als 5% über den des Freiberuflers hebt.


Benjamin Schubert am 07.01.2008, 14:11 Uhr

Einen größeren Unfug konnte man lange nicht lesen. Ohne die KSK steigt die Altersarmut und damit die direkte Abhängigkeit von Harz4 etc. sprunghaft. Die damit dauerhaft erbundenen Kosten beladten die Allgemeinheit viel mehr. Sie denken immer nur an das eine Ende der Waage.


Alexandra Finke am 07.01.2008, 14:19 Uhr

Na, Herr Schubert, den Zusammenhang müssen Sie uns jetzt aber genauer erklären!
Meiner Meinung nach steht die KSK Abgabe unter dem Motto: "Viele zahlen für wenige". Das kostet die Allgemeinheit ebenso eine Menge Geld und dazu noch ungerecht verteiltes.


KSKontra.de (Heilbronn) am 07.01.2008, 14:37 Uhr

Herr Schubert, was meinen Sie mit Unfug? Werden Sie bitte konkreter. Nur dann ist eine sachliche Debatte möglich.


Frank am 08.01.2008, 15:55 Uhr

Na das würde mich dann doch auch einmal interessieren Herr Schubert, wo der Zusammnenhang zwischen Altersarmut und den KS-Abgaben meiner Kunden bestehen soll - von denen ich by the way nicht einen Cent erhalten werde. Alles was Recht ist im Sozialstaat Deutschland, aber meine Schmerzgrenze ist bei weitem erreicht und hier endet meine Solidarität anderen "Künstlern" gegenüber, dass ich und meine Kunden für deren soziale Absicherung bezahlen sollen - ich aber nicht annähernd eine Chance habe auch davon profitieren zu können. Es reicht! Sollen doch erst einmal alle KS-Versicherten ordentlich auf Ihre Abgaben geprüft werden. Und das jährlich mit einer Kopie Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. Das wäre das fairste und einfachste der Welt. Aber das ist in unserem Lande eine verloren gegangene Tugend. Bevor richtig nachgedacht wird um das Übel an der Wurzel zu packen wird einfach wieder mal was beschlossen - und keiner weiß Bescheid - und wenn die Verwirrung am Größten ist und sich genügend versammelt haben um sich zu wehren, dann wird vielleicht begonnen nachzudenken. Schlimm! Und ich bin gespannt was unserer Regierung noch alles einfallen wird um den kleineren Firmen ohne Lobby, die hart für Ihr täglich Brot arbeiten müssen, die sich meist komplett selbst um Ihre soziale Absicherung kümmern, noch mehr an Steuergeldern aus der Tasche zu ziehen...


Robert am 10.01.2008, 00:09 Uhr

@Schubert

Wenn man zusammenrechnen würde, was die betroffenen Zwangszahler für die KSK-Mitglieder aufbringen müssen und dadurch nicht investieren können, könnte ich mir vorstellen, dass es das deutlich kleiner Übel ist, wenn ca. 160.000 ehem. KSK-Mitglieder (oder wieviele gibt es - und was will man mit den Masseneinnahmen bald anfangen?) zu Hartz4 gehen und vom ganzen Staat getragen werden. Das ist eine entspanntere Umverteilung und entspricht auch eher dem Geiste der Gleichberechtigung. Wenn die Mehrheit der KSK-Mitglieder so denken und sich so ausdrücken, wie Sie, Herr Schubert, ist es kein Wunder das Ihr Unterstützung braucht - aber nicht verdient. Die Wirtschaft braucht keine zusätzlichen Ausgaben um Individuen zu unterstützen, die sich bedienen und bevorteilen lassen.

Ist es gerecht, dass kreative Dienstleister, die nicht in der KSK sind, von Ihren Kunden drangsaliert werden? Nur damit es Ihresgleichen gut geht? Aber als Besitzstandwahrer fällt es sicher schwer, einsichtig zu sein.


KIPPT DIE KSK! am 31.01.2008, 21:04 Uhr

Bitte nicht Spammen. Der ursprüngliche Kommentar – der von KSKontra.de an dieser Stelle gelöscht wurde – ist hier zu finden.

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