empfehlen Erhöhen ausgewiesene Fremdkosten die Bemessungsgrundlage für die Künstlersozialabgabe?

Zur Bemessungsgrundlage zählen gemäß Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) alle Entgelte (netto), die für künstlerische oder publizistische Leistung gezahlt wurden.

Werden auch Fremdkosten, z.B. Offset-Druckkosten für Auflagendruck einer Imagebroschüre oder Produktion und Montage eines Werbebanners, in der Rechnung aufgeführt, erhöhen diese auch die Bemessungsgrundlage.

Zwei Beispiele hierzu:

Beispiel A:
Ein Bauträger-Unternehmen beauftragt eine Werbeagentur (Einzelunternehmung oder Personengesellschaft) mit der Schaltung einer bereits existierenden Immobilien-Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung. Für den Service der Anzeigenschaltung berechnet die Werbeagentur keine Kosten, da sie hierfür vom Verlag eine Mittlervergütung erhält (z.B. 15% bei der Stuttgarter Zeitung gemäß gültiger Mediadaten).
Angenommen die Anzeige ist 1-farbig, 3-Spaltig und 150 mm hoch, so kostet die Anzeigenschaltung zum Grundpreis EUR 3.717,- netto. Die Agentur berechnet die EUR 3.717,- netto an das beauftragende Unternehmen, erhält vom Verlag/der Tageszeitung jedoch eine um die Mittlervergütung reduzierte Rechnung über EUR 3.159,45 netto (15% Nachlass) zugestellt. Demnach hat die Agentur EUR 557,55 netto Mittlervergütung für die Anzeigengestaltung erhalten.
Soweit akzeptabel und nachvollziehbar. ABER: Das beauftragende Unternehmen muss die Künstlersozialabgabe auf die von der Agentur in Rechnung gestellten EUR 3.717,- netto abführen. Dadurch erhöhen sich die Kosten für die Anzeigenschaltung um weitere EUR 192,27 (Vomhundertsatz 2007 =5,1%).
Die Gesamtbelastung für das Unternehmen beträgt demnach EUR 3.909,27

Beispiel B:
Ein Bauträger-Unternehmen schaltet eine bereits existierende Immobilien-Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung. Das Unternehmen schaltet die Anzeige auf eigenen Namen und eigene Rechnung.
Angenommen die Anzeige ist 1-Farbig, 3-Spaltig und 150 mm hoch, so kostet die Anzeigenschaltung zum Grundpreis EUR 3.717,- netto. Da der Verlag die Schaltungskosten in Höhe von EUR 3.717,- direkt an das Bauträger-Unternehmen in Rechnung stellt, muss keine.
Künstlersozialabgabe für die Anzeigenschaltung abgeführt werden.
Beispiel B ist somit für das Bauträger-Unternehmen EUR 192,27 günstiger als Beispiel A!

kskontra.de ist der Meinung, dass „nicht-kreative“ Fremdkosten NICHT in die Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe einbezogen werden dürfen! Was meinen Sie?

Andreas am 10.11.2007, 11:50 Uhr

Das obige Besipiel zeigt deutlich, dass bei der jetzigen Regelung die Personengesellschaften gegenüber GmbHs benachteiligt werden. Wenn nämlich der Bauträger- Unternehmner seine Anzeigenschaltung über eine Werbeagentur-GmbH vornehmen lässt, dann kann es ihm egal sein, da die GmbH die Abgabe zu leisten hat. Andernfalls wird er als Auftraggeber darauf achten, dass er die Schaltung auf seinen Namen und Rechnung vornimmt. Was hat sich die Bundesregierung dabei gedacht? Diese Regelung ist nicht nur praxisfremd, sondern schafft auch eine zweiklassengesellschaft zum Nachteil der Personengesellschaften!


joachim am 27.11.2007, 08:40 Uhr

Hallo,

nach meinem Wissenstand entspricht das obige beispiel nicht den Tatsachen,
da auf "nicht kreative Kosten" keine KSK Gebühren anfallen.
Weder bei Kosten von Dritt-Anbietern noch auf direkt von der Agentur / Grafiker in Rechnung gestellte Kosten.

Viele Grüße


KSKontra.de (Heilbronn) am 27.11.2007, 09:08 Uhr

Hallo Joachim,
wir haben Ihre Beiträge mit Freude gelesen. Wenn dem so ist, wäre sicherlich vielen der abgabepflichtigen geholfen. Leider ist die Abgabepflicht im Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) nicht so eindeutig, wie Sie es in Erfahrung gebracht haben, hinterlegt. Vergangene Woche hat sich bei uns eine Grafikerin gemeldet, die auf tel. Nachfrage bei der KSK zu hören bekam, dass alle kreativen Leistungen abgabepflichtig sind UND auch in Rechnung gestellte Fremdkosten unter die Abgabepflicht fallen.

Besteht die Möglichkeit, dass Sie sich Ihre Darstellung von der KSK schriftlich bestätigen lassen? Sie können uns das Schriftstück dann gerne (mit geschwärztem Absenderfeld) zukommen lassen. Wir veröffentlichen es gerne.
Das gilt auch für andere Schriftstücke der KSK, in denen ähnliches oder evtl. gegenteiliges zur Abgabepflicht auf Fremdkosten geschrieben wird.
Senden Sie uns diese per E-Mail an redaktion@kskontra.de.

Da die Abgabepflicht nicht eindeutig nachlesbar ist, scheinen die Aussagen der KSK von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter zu variieren. Wenn das von den Prüfern der Deutschen Rentenversicherung ebenso variabel gehandhabt wird, wird die Abgabepflicht auf Fremdleistungen von deren Willkür abhängen.

Dennoch: Alleine dass es bereits verschiedene Aussagen zur Abgabepflicht auf Fremdleistungen gibt, zeigt, dass das KSK-System widersprüchlich ist.


joachim am 27.11.2007, 09:47 Uhr

Hallo,

leider liegt mir diesbezüglich nichts schriftlich vor.
Aber im Grunde kann man aus den Statuten der KSK ablesen, dass auf Honorare etc. gezahlt werden muss, nicht auf Werkleistungen wie z.B. Druck etc..

Entbehrt ja auch jeglicher Logik (hat bei der KSK aber nicht zu sagen :-) )

9. Worauf ist die Künstlersozialabgabe zu zahlen?

Die Künstlersozialabgabe ist auf alle Entgelte ( z. B. Gagen, Honorare, Tantiemen ) zu zahlen, die an selbständige Künstler oder Publizisten gezahlt werden. Dazu gehören auch alle Nebenkosten, z. B. Telefon- und Materialkosten.

Ansonsten kann ich jedem nur raten, bei Fragen nicht die KSK, sondern einen Anwalt zu kontaktieren. Was soll die KSK bei Fragen zur Abgabepflicht einzelner Leistungen denn antworten? Im eigenen Interesse und weil dort nun mal die rechte Hand auch nicht weiß, ewas die linke Hand tut, wird es zunächst immer heißen, ... ist abgabepflichtig. Die Denke dort ist nun mal: " soll sich doch der Prüfer vor Ort im Unternehmen damit herumschlagen".

Sicher ist, das wir "Erstbetroffenen" (wir hatten im Januar den Erhebungsbogen der KSK in der Post und zahlen nun 5 Jahre nach) die Dummen sind, da wie bereits mehrfach festgestellt, derzeit keine einheitliche Regelung bzgl. der Abgaben besteht. Es unterliegt stets dem "gut Will" des Prüfers, welche Summen er der Abgabepflicht zurechnet und welche nicht.

Daher ist es wichtig, mit Initiativen wie dieser hier auf diese Problematik aufmerksam zu machen und dieser ungerechten Willkür einen Riegel vor zu schieben.

Viele Grüße


Frank am 01.12.2007, 16:05 Uhr

Ich habe nun auch mit einem Fachanwalt gesprochen, der mir ganz klar geraten hat die Fremdkosten wie Media und Druckkosten nicht als abgabepflichtig anzugeben. In seinen Augen sei das Absurd! Dem stimme ich voll und ganz zu und werde diese Kosten wie bisher auch separat aufführen. Meinen Kunden werde ich ganz klar dazu raten diese Kosten nicht als abgabepflichtig anzugeben. Dies kann einfach nicht als kreative Leistung behandelt werden. Das ist Einkauf und Verkauf vin Waren und somit nichts anderes als Handel.

Mehr dazu schreibe ich gleich unter dem Kommentar:
Warum muss die Abgabe auf die Gesamtsumme der in Rechnung gestellten Leistungen gezahlt werden?


Ulrich am 20.02.2008, 09:33 Uhr

Die Steuerkanzlei eines unserer „noch“ Kunden hat diesem schwarz auf weiß mitgeteilt, dass auf alle von mir in Rechnung gestellten Leistungen (auch Produktion) die KSK Abzo... äh Abgabe zu zahlen ist.

Dies führt dazu, das unser Kunde „ausgetickt“ ist und nun verlangt, dass wir in eine andere Rechtsform wandeln oder unser Kunde sich einen anderen Partner mit passender Rechtsform sucht.

Bei einem weiteren Fall haben wir uns dazu entscheiden müssen einen Teil der Abgaben mittels niederer Stundensätzen auszugleichen – das kann es auch nicht sein, aber wir sind leider am Ende der „Kette“

Welcher Anwalt kann dies zweifelsfrei klären? Der RA Jürgensen im hohen Norden?


KSKontra.de (Heilbronn) am 20.02.2008, 09:48 Uhr

an Ulrich:

Das KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetz) sagt aus, dass auf alle Leistungen, die zu Erbringung einer künstlerischen Leistung zu erbringen sind, die KSA (Künstlersozialabgabe) zu leisten ist.
in soweit hat der Anwalt Ihres Kunden leider recht.
Das Gesetz sieht keine Unterscheidung in "Kreative" (z.B. Entwurf) und "Nicht-Kreative" (z.B. Satzarbeiten oder Reinzeichnung) vor.
Lediglich Fremdkosten können von der Abgabe ausgenommen sein. Zu empfehlen ist hierbei, die Fremdkosten als separate Rechnung zu stellen.

Natürlich kann es passieren, dass der eine oder andere Prüfer der DRV das anders sieht und nur "kreative" Leistungen als abgabepflichtig einstuft. Ist der Prüfer hingegen korrekt und ein Hardliner, wird er die Gesamtsumme der Rechnung als abgabepflichtig einstufen. Und dann bleibt nur der Weg zum Sozialgericht.

Wenn man sieht, was gerade einige Topverdiener in Liechtenstein für einen Steuerskandal losgetreten haben, würde es uns nicht wundern, wenn auch einige KSK-Betroffenen beim Rechnungsschreiben Kreativität zeigen und in Zukunft sehr hohe Fremdkosten separat abrechnen und die eigentliche "künstlerische" Leistung quasi verschenken, um den Kunden die Abgabe zu ersparen. Das ist nicht legal aber es wird so kommen, da sehr viele Betroffene von ihren Kunden die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen (Stichwort: Rechtsform wechseln).

Herr RA Jürgensen oder Herr RA Klute kann hierzu sicher weiter helfen. Herr Klute veranstaltet auch Seminare zu dem Thema (siehe Rubrik "Links" KOMMANDO KSK...)


GURU am 20.05.2008, 09:23 Uhr

Als Einzelunternehmer (seit 15 Jahren selbständiger Berater in den Bereichen Marketing-Kommunikation und Public Relations) habe ich vor ca. 8 Jahren einen im Außenverhältnis eigenständig auftretendes "2. Unternehmen" geschaffen, in dem ich seitdem konsequent alle gewerblichen Media-, Produktions- und Beschaffungsaufträge für meine Kunden erledige und abrechne.

Auslöser war damals eine beim Einkauf von Werbemitteln an die AE-Provision (15%) angelehnte Marge. Als ein auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko arbeitender Werbemittelhändler darf man da mit schon mit deutlich mehr (30% plus x) rechnen.

Mit neuer Firmenbezeichnung, Telefon- und Faxnummer, E-Mail-Adresse etc. aber gleicher Steuer- bzw. UStID-Nummer sowie Bankverbindung kann man das als Einzelunternehmer ohne Weiteres tun. Kreativleistungen werden damit ganz klar von reinen Handelsgeschäften getrennt und auch als solche auch abgrechnet.

Alle Werbemittel, also auch Druckerzeugnisse, die ich beschaffe, sind somit reine Handelswaren, weil ich in diesem Unternehmensbereich - außer evtl. einer marktgerechten Kalkulation - absolut keine Kreativleistungen erbringe.
Natürlich stehen ich mit meinem 2. Standbein in direktem Wettbewerb zu Druckereien, Dienstleistern und Händlern aller Art.

So können neben meinen Kunden dem Kreativbereich auch andere Unternehmen bei mir einkaufen, sofern sie die Voraussetzungen dafür erfüllen und z.B. geeignete Druckdaten liefern können. Falls das jedoch nicht möglich ist, so verweise ich gern auf mein Unternehmen 1, das solche Leistungen gern und zuverlässig erledigt.

Für meine beiden Unternehmen richten meine Kunden sogar zwei unterschiedliche Lieferantenkonten ein und bestellen Kreativ- bzw. Beschaffungsleistungen strikt getrennt. So können sie alle eigekauften Leistungen für die KSA trennen und einfach dokumentieren.

Meine Rechnungen aus diesen beiden "Unternehmen" fließen bei mir in eine einzige Buchhaltung ein. Und weil ich als Einzelunternehmer nur eine Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG erstellen lasse, entstehen mir auch keine Mehrkosten für eine 2. Buchhaltung.


Stefan (Dresden) am 21.05.2008, 22:38 Uhr

Bei der letzten KSK Prüfung, auch bei anderen Firmen, gehörten die Nebenkosten klar nicht zur Berechnungsgrundlage. Ich kenne aber auch länger zurückliegende Beispiele, in denen Abgaben auf die Nebenkosten gefordert wurden. Tatsächlich ändert sich die Sichtweise der KSK aus unserer Erfahrung in vielen Punkten ständig, da viele Kollegen Klage gegen die KSK führen, und somit ständig neue Vergleichsurteile auftauchen, an die sich dann anschließend auch die KSK hält und schon immer das Gegenteil behauptet hat. Wir klagen derzeit gegen Gebühren, die für Honorare für zwei Künstler erhoben wurden, die wiederum selbst in die KSK eintreten wollten, von der KSK jedoch abgelehnt wurden, weil sie keine selbständigen Künstler seien. ???!!!
Ich schau noch einmal nach, ob ich eine gesicherte Infohilfe zu den Nebenkosten finde.


KSKontra.de (Heilbronn) am 27.05.2008, 14:16 Uhr

an Stefan:

>> Wir klagen derzeit gegen Gebühren, die für Honorare für zwei Künstler erhoben wurden, die wiederum selbst in die KSK eintreten wollten, von der KSK jedoch abgelehnt wurden, weil sie keine selbständigen Künstler seien. <<

Bitte teilen Sie uns unbedingt mit, was bei dieser Klage rauskommt!
Schließlich handelt es sich bei Ihrer berechtigten Klage um den augenscheinlichsten aller KSK-Widersprüche und Wettbewerbsverzerrungen.


Werbedesigner (Bayern) am 05.06.2008, 09:32 Uhr

@alle - Etappensieg erreicht
Liebe Freunde und Mitleser von KSKontra.de,
ich habe gestern eine definitive Aussage von der DRV Bund erhalten, nachdem definitiv NUR gestalterische Leistungen in die Bemessungsgrundlage einbezogen werden. Anderlautende Aussagen aus der DRV-Zentrale in Berlin sollen demnach künftig unterbleiben. Einziger Ansprechpartner ist NUR die DRV Bund, da diese sowohl die Beitragspflicht feststellt als auch die Bescheide verschickt. Lediglich die Zahlungen unserer Kunden erfolgen an die KSK.

Wichtig für uns alle:
In jeder Rechnung MÜSSEN die Gestaltungskosten definitiv einzeln benannt sein (man muss aber keine getrennten Rechnungen o.ä. stellen). Also z.B.
Gestaltung von .... EUR 500
Druck von 2000 ..... EUR 450
1000 Kugelschreiber EUR 220

Dann ist bei dieser Rechnung nur der Gestaltungsteil Bemessungsgrundlage für die Prüfung bei der DRV.
Diese Aussage kann als verbindlich angesehen werden. Sie wurde mir persönlich gegenüber unter Zeugen (UNternehmer, Steuerberater etc.) von einem Prüfer der DRV Bund getätigt und auch auf Nachfrage nochmals bestätigt. Das sei jetzt amtliche Meinung in der DRV Bund. Andere Aussagen seien unsinnig und auch für Prüfungen nicht relevant.
Ist doch mal ein kleiner Etappensieg.

Euer Werbedesigner


Sven (Köln) am 18.06.2008, 18:15 Uhr

Hallo Werbedesigner,

das hört sich ja wirklich gut an. Besteht die Möglichkeit, diese Info des DKV-Prüfers auch schriftlich zu bekommen. Dies entspricht auch der Info, die mein Steuerberater von der DKV (leider nur telefonisch) erhalten hat.

Dann hätten wir gegenüber unseren Kunden ja Rechtssicherheit...


Jörg (Dresden) am 18.07.2008, 16:47 Uhr

Ich möchte wirklich mal was in der Hand haben, aus dem sich ergibt, was nun kreative Leistung ist und was nicht. Hat jemand so was, egal ob von der DRV oder von der KSK?
Aktuell gibt es ein Urteil des Bundessozialgerichtes. Danach ist ein Tätowierer kein Künstler, obwohl seiner Tätigkeit durchaus eine kreative Komponente zugestanden wird. Im Kern aber arbeite er mit auf Facharbeiter-Niveau mit technischen Mitteln. Ich kann das Urteil per mail senden.

Grüße

Jörg


KSKontra.de (Heilbronn) am 18.07.2008, 16:58 Uhr

Eine Liste mit Unterscheidung zwischen Kunst- und Kreativ-Jobs ist uns nicht bekannt.
Die zur Kunst zählenden Berufe haben wir in der Rubrik "Betroffene Branchen" aufgeführt: http://www.kskontra.de/branchen.htm. Demnach sind alle anderen Berufe keine Kunst.


Sylvia (Berlin) am 09.09.2008, 17:03 Uhr

Hallo,

da scheint es mir so, als ob die DRV und die KSK nicht einer Meinung sind. Ich suche nämlich gerade ob die Druckkosten für eine gestaltete Visitenkarte (sind in der Rechnung separat aufgeführt) zur Bemessungsgrundlage gehören oder nicht.
In der Informationsschrift Nr. 2 von der KSK steht:

Zu diesen Entgelten gehören sämtliche Nebenkosten, die dem Designer/Künstler vergütet werden. Typischerweise sind die Designer-Leistungen das ERgebnis einer Vielzahl einzelner Tätigkeiten (Planung, Entwicklung, Marktforschung, Auswahl, Ausführung usw.) Es kann jedoch keine Trennung der kreativen von eher technisch geprägten Tätigkeiten vorgenommen werden. Das gesamte für einen Auftrag an den Designer ausgezahlte Entgelt (einschließlich aller Nebenkosten unterliegt der Abgabepflicht.

Was nun?

MfG
Sylvia


KSKontra.de (Heilbronn) am 09.09.2008, 17:29 Uhr

an Sylvia:

Wir empfehlen Ihnen sich direkt an die DRV zu wenden, da die DRV die Prüfung der Abgabe durchführt.

Am 16. Oktober wird KSKontra.de bei einem Podiumsgespräch der Wirtschaftsjunioren in Esslingen Gelegenheit haben, diese und andere Fragen direkt an die KSK zu richten. Wir werden anschließend über die Antwort zu den Fragen berichten.


Marie am 13.10.2008, 10:31 Uhr

Hallo,
ich arbeite als Musikerin, Musiklehrerin und veranstallte auch Konzerte.
Daher bei KSK versichert.
Wenn ich jetzt so richtig verstehe, werde ich von meiner Einküften auch die Ausgaben für Musikinstrumente, Spritkosten und ev. Fahrzeug auch in Abzug bringen können??!!
Da sind ja meine Nebenkosten.
Und an der künstlerischen Tätigkeit alleine verdiene ich bestimmte Summe, von der ich ja diese Nebenkosten abziehen kann??
Danke im voraus führe Ihre Antworten


Andri Jürgensen (Köln) am 05.01.2009, 16:29 Uhr


Man muss differenzieren:

Zunächst sind alle nichtkünstlerischen Nebenleistungen mit abgabepflichtig. Wenn ein Grafiker auch noch Reinzeichnung und Kurierfahrt berechnet, sind diese Nebenleistungen mit in der Abgabe. Das gilt ebenso für Webdesign mit anschließender Programmierung oder für den Fotografen, der Fotomaterial, den Assistenten und Models in Rechnung stellt.

Es gibt allerdings Ausnahmen, insbesondere:

- die Fahrtkosten des Künstlers (nicht die Fahrtkosten Dritter) und
- Druckproduktion und Anzeigenschaltung

Wegen der Druck- und Schaltungskosten habe ich eine schriftliche Bestätigung der KSK. Wenn ein Verwerter also hierauf die Abgabe zahlen soll, kann er sich gern an mich wenden, ich sende ihm dann die Bestätigung als PDF.

Marie, mit den Versicherungsbeitägen hat das gar nichts zu tun. Bemessungsgrundlage für die Versicherungen ist der geschätze Gewinn. Betriebsausgaben wie Fahrtkosten, Material usw. mindern den Gewinn, aber hier gilt ganz normal das Steuerrecht. Mit der Abgabe auf Nebenleistungen hat das soweit nichts zu tun.

RA Andri Jürgensen
www.kunstrecht.de

PS: Unsere nächten Seminare zur KSK starten wieder im Februar. Mehr Infos auf www.kunstrecht.de







Frank am 07.01.2009, 21:25 Uhr

schade, wenn dies zur Werbeplattform verkommt. Warum nicht gleich ein Werbebanner schalten? KSKontra könnte das Geld für die Schaltung sicher gut gebrauchen.


Andri Jürgensen (Köln) am 08.01.2009, 10:47 Uhr

@ Frank

Entschuldigen Sie, wenn meine Hinweise auf die Seminare zu aufdringlich wirkten. Sie bieten immerhin eine gute Möglichkeit, sich zu informieren. Ich kann aber verstehen, dass Sie das in einem Gegen-KSK-Forum nicht für angemessen halten. Da ich seit Jahren gerne Information und Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen versuche, will ich diese Ziele auch nicht durch eine solche Angriffsfläche verwässern lassen. Also: ich folge Ihrem Einwand und schreibe keine Hinweise mehr auf meine Seminare. Einverstanden?

Andri Jürgensen
www.kunstrecht.de


Bert (Bielefeld) am 14.05.2009, 12:23 Uhr

Da ganze Verfahren gehört abgeschafft. Zum einen ist es kompliziert zu berücksichtigen für uns als Betrieb, zum anderen wird es auf Sicht die Einnahmen der Agenturen mindern, weil die Unternehmen Wege finden werden, das zu umgehen, z. B. durch Direktbestellung der Anzeigen bei den Verlagen. Im übrigen stellt sich die Frage, wieviel Verwaltungsaufgaben wir Unternehmer noch vom Staat übernehmen sollen. Die Einziehung der Steuern und Abgaben ist allein in den letzten Jahren dramatisch aufwändiger geworden.


geschäftsführender Gesllschafter Design am 09.06.2009, 20:19 Uhr

@ Bert
Es gibt schon jetzt Lösungen, wie Unternehmen die Thematik KSA mildern können. Eine Direktbestellung beim Verlag ist für Sie allerdings nur interessant, wenn Ihre bisherigen Agenturen/Kreativen die Agenturprovisionen (0-15%) NICHT an Sie durch gereicht haben. Wir reichen die Provisionen IMMER an unsere Kunden weiter und werden für unseren Aufwand vergütet. Auch helfen wir immer mehr Unternehmen, grafische Lösungen intern zu bewerkstelligen. Das geht von der Personalsuche bis zur Schulung in Sachen Software bis zur Erstellung von Vorlagen zur internen Verarbeitung. Da läßt sich einiges im Tagesgeschäft einsparen. Und auch die KSA kann man so senken. Fordern Sie anschließend von Ihren Kreativen NUR noch Rechnungen über Adaptionen, Textkorrekturen und Reinzeichnungen. Die kreativen, künstlerischen Arbeiten haben doch Sie gemacht (wird allerdings schwer beim Fotografen). Hat jemand gegenteilige Meinungen? Ich habe ZWEI offene Ohren.


Ted M. am 24.03.2010, 18:35 Uhr

Durch den massiven Druck von Kunden habe ich zu einer GmbH umfirmiert – hatte aber schon vorher Bilanziert, da dies nicht wesentlicht teurer ist aber für mehr Transparenz sorgt. Nun verlangt die KSK Ihren Obulus vom Gehalt des Geschäftsführers bzw. geschäftsführenden Gesellschafters. Sofern dieses niedig angesetzt ist, z.B. weil eine zweite sehr nahstehende Person ebenfalls im Unternehmen mitarbeitet und besser bezahlt wird, kann die KSK dies als gegeben hinnehmen. Somit fällt der „Akt“ mit zwei Unternehmen, getrennter Rechnungsstellung etc. weg.

Wer in der KSK ist zahlt dadurch auch geringere Versicherungskosten... soviel ich weiß.

Alles in Allem ist das mit der KSK ein riesen Murks, da es vom Grunde ungerecht ist, irgendwer ist bei der jeweiligen Konstellateion der Gef... – Einzelkämpfer gegenüber GmbH usw.

Es gibt doch den Grundsatz der Gleichbehandlung... ob da jeamnd schon juristisch aufmerksam wurde?


netzwerker am 27.04.2010, 18:21 Uhr

alle welt ist entrüstet ob der ksa/ksk. was ich nicht verstehe (oder irgendwie doch verstehe) ist, warum sich keine schlagkräftige opposition gegen diese himmelschreiende ungerechtigkeit formiert.

petitionen, unterschriftenaktion, einen politiker vor den karren spannen: alles ist doch machbar. diese internetseite hier ist sinnvoll und gut, aber es müsste doch viel weiter gehen.

wo kann der zorn zusammengebracht und gebündelt werden? eine durch und durch und in sich gleichermaßen ungerechte wie nicht nachvollziehende rechtslage ist doch aus den angeln zu heben.

lasst uns doch über die möglichkeiten der bündelung nachdenken. über ansätze und gemeinsame aktionen.

wie sieht es beispielsweise in den anderen europäischen nationen aus? gibt es diesen wahnsinn dort auch? und wenn nicht, dürfen deutsche werber, grafiker und (wirtschaftlich) kreative dann so benachtteiligt werden?

das ziel der werbungstreibenden und kreativen ist es doch, aufmerksamkeit zu schaffen. nur schaffen wir es nicht bei den eigenen belangen??? ist das so wie mit dem kaninchen vor der schlange?

aufstehen!


KSKontra.de (Heilbronn) am 28.04.2010, 08:58 Uhr

@netzwerker

Wir können gerne unseren Facebook-Account zur Bündelung unserer Interessen zur Verfügung stellen.

Hierzu wäre es aber UNBEDINGT von Nöten, die Anonymität, mit der hier bei KSKontra.de viele an das Thema herangehen, aufzuheben. Verstehen Sie mich nicht falsch: die Anonymität lässt wenigstens freie Meinungsäußerung zu, OHNE zeitgleich davor Angst haben zu müssen, dass die KSK diese Website nach Namen screent und dadurch an "Verwerter-Daten" heran kommt.
Aber um gemeinsam etwas zu bewegen, bedarf es der Öffentlichkeit. Diese kann nur erreicht werden, wenn die hinter Namen wie "Netzwerker", "Ted M.", "geschäftsführender Gesellschafter Design", "Bert (Bielefeld)", (...) auch die echten Personen ans Tageslicht treten.

Wie sehen Sie das?


medical billing jobs am 30.04.2014, 11:55 Uhr

The two examples that you have sited here about the third party costs have been very great. I think the tax has to be reduced to a great extend for the social security contribution of the artists. Hope that you will be providing more news on this topic.

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