empfehlen Ist Dieter Bohlens Tätigkeit in der Jury der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ Kunst oder nicht?

Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Sozialgericht Köln. Grund ist ein Streit zwischen dem Fernsehsender RTL und der Künstlersozialkasse um Sozialabgaben in Höhe con beinahe 173.000,00 Euro.

In der TV-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ war Dieter Bohlen Mitglied der Jury. Auf Grund dieser Tätigkeit hatte die Künstlersozialkasse für Sendungen zwischen den Jahren 2002 und 2006 eine Künstlersozialabgabe von beinahe 173.000,00 Euro gefordert, wie das Gericht am Montag (05.11.07) in Köln mitteilte.

RTL verweigerte die Zahlung und klagte gegen den Beitragsbescheid. Nach Meinung des Senders üben die Juroren keine künstlerische Tätigkeit aus und daher sind auch keine Beiträge abzuführen. Am kommenden Montag (12.11.07) wollen die Richter entscheiden. „Strittig ist, ob es sich um Kunst handelt“, sagte ein Gerichtssprecher. Dabei gehe es ausschließlich um die Arbeit der Jury.

Wir sind auf das Ergebnis der Verhandlung sehr gespannt und werden in den Kommentaren weiter dazu Berichten.

Björn am 08.11.2007, 01:34 Uhr

Bin mal gespannt, wie mit RTL umgegangen wird ...
Würde mich auch interessieren, ob Herr Bohlen in der KSK ist. Ich denke eher nicht.


Dieter am 08.11.2007, 07:48 Uhr

Mein Namensvetter ist mir total egal, aber wenn die Arbeit dieser Jury Kunst sein soll...
Der Verdacht des "Abzockens" liegt auf jeden Fall nahe.


A.S. (Heilbronn) am 14.11.2007, 10:48 Uhr

Tja, nun ist es raus: Dieter Bohlen war als Juror künstlerisch tätig. Diese Kröte muss nun RTL schlucken und EUR 173.000,- an die Künstlersozialkasse bezahlen. Das entschied das Kölner Sozialgericht.

"Dass Dieter Bohlen ein Künstler ist - auch als Juror -, kriegt er jetzt schriftlich", sagte der Richter. Schon ein geringer Grad der eigenschöpferischen Leistung reiche aus, um eine Abgabenpflicht zu begründen. Die künstlerische Leistung Herr Bohlens bestand nach Anischt des Richters darin, zum Unterhaltungscharakter der Sendung beizutragen.

Bedeutet das nun automatisch, dass jeder vermeintlich hauptberufliche Künstler bei Ausübung eines "Nebenjobs" automatisch als Künstler tätig ist? Wenn ein Schauspieler gegen Entgelt den Rasen eines Kunden mäht, um seine dramatische finazielle Situation zu verbessern, muss für diese Leistung dann die Künstlerozialabgabe bezahlt werden?


Mario am 16.11.2007, 10:44 Uhr

Gestern war ich auf einer Veranstaltung die KSK betreffend. RTL muss nachzahlen.


Mario am 16.11.2007, 10:52 Uhr

Hoppla - hätte mal zu Ende lesen sollen :o). Naja.


KSKontra.de (Heilbronn) am 16.11.2007, 10:53 Uhr

:)


Heiko am 04.12.2007, 12:45 Uhr

Fazit: es ist eventuell jeder Moderator, Entertainer und Discotheker (auser den DJ's die nichts sagen und nur den Sound verbiegen) in der freien Gestaltung des Wortes - ein KÜSTLER ?!!! Spielt da die Anzahl des Publikums eine Rolle? Vor dem Finanzamt waren bis jetzt alle 3 genannten DIENSTLEISTER und damit mit dem maximalen Umsatzsteuersatz (z.Z. 19%)steuerpflichtig.
Haben die Moderatoren, Entertainer und Discotheker in den Letzten 10 Jahren da einfach die viele Umsatzsteuer sinnlos bezahlt, da Sie vom Finanzamt den Status des Künstlers (Umsatzsteuerbefreiung)nicht bekommen haben? Dieter Bohlen ist ja sicher kein gemeinnütziger e.V. Mir sieht das nach voller Abzocke ohne großen Plan aus.


Heiko am 05.12.2007, 11:52 Uhr

Ergänzend noch eine Anmerkung:

Grundsätzlich sollte gelten, dass jede Tätigkeit und jedes Erbringen einer gewissen Leistung von JEDER Behörde und Institution des Staates gleich bezeichnet und betrachtet wird.
Das bedeutet für den Fall von Dieter Bohlen:

- entweder Künstler, ermäßigte Umsatzsteuer 7 %, bei gemeinnützigen e.V. oder gemeinnüziger GmbH - Umsatzsteuer 0 %, KSK muss gezahlt werden,
- oder Dienstleister, 19 % Umsatzsteuer, keine KSK zu zahlen.

In diesem Fall denke ich, ist das letzte Wort durch die Gerichte noch nicht gesprochen.

Wie gesagt, über Jahre zu 19 % Umsatzsteuer verpflichtet, da als Dienstleister betrachtet und dann noch KSK zahlen da als Künstler betrachtet wiederspricht sich in diesem Fall. Ein Moderator, Entertainer oder DJ muss für seine Moderation einer Modenschau auch keine KSK zahlen.

Man darf die Betrachtungsweise dieser Dinge allerdings nicht mit der Sicht eines Veranstalters oder einer Agentur verwechseln. Dort ist die KSK zu zahlen obwohl die Agentur als Dienstleister eingestuft ist und 19 % Umsatzsteuer zahlen muss.


Frank am 26.01.2008, 07:46 Uhr

"Dieter Bohlens Tätigkeit ist Kunst und somit abgabepflichtig"

"Die Künstlersozialkasse hat einen Rechtsstreit mit der Frankfurter Bank ING-DiBa um Sozialabgaben für den Basketballstar Dirk Nowitzki gewonnen. Die Richter des hessischen Landessozialgerichts folgten der Auffassung der Sozialversicherung, die ING-DiBa müsse für Werbespots mit Nowitzki einen fünfstelligen Betrag an die Künstlersozialkasse abführen. Dies gab das Gericht in einem am Montag in Darmstadt veröffentlichten Beschluss bekannt..."

Gestern war nun in der Presse zu lesen:
"Die Boxer Wladimir und Vitali Klitschko sind trotz ihrer Auftritte in der Fernsehwerbung rechtlich keine Schauspieler. In einem Grundsatzurteil hat das Bundessozialgericht in Kassel am 24.01.2008 klargestellt, dass werbende Profisportler nicht als Künstler zu sehen sind und deshalb keine Künstlersozialabgabe zahlen müssen."

Das hat zwar mit unseren Problemen weniger zu tun und den eben genannten Personen würden die Abgaben auch lange nicht so schmerzlich erscheinen wie den vielen Kleinen Selbständigen unter uns, die hart für Ihr Einkommen arbeiten müssen. Und dennoch bekommen die Worte

E I N I G K E I T und R E C H T und F R E I H E I T

mit diesen Gesetzen und Urteilen eine ganz andere Bedeutung!




Nervensäge am 31.01.2008, 21:00 Uhr

Bitte nicht Spammen. Der ursprüngliche Kommentar – der von KSKontra.de an dieser Stelle gelöscht wurde – ist hier zu finden.

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