empfehlen Ist es sinnvoll an Politiker, Verbände, Journalisten und Medien heranzutreten, um das Problem der Künstlersozialabgabe bekannt zu machen und Betroffene zu sensibilisieren?

Die Medien zeitnah zu involvieren und den direkten Kontakt zu Politikern und Verbänden herzustellen ist kskontra.de sehr wichtig. Aus diesem Grund hat ein kskontra.de-Redakteur folgendes Schreiben bereits an mehrere Empfänger adressiert. Während einige Redaktionen und Verbände bereits Kontakt mit KSKontra.de aufgenommen haben, kam von Seiten der Politik bisher (Stand 18.12.2007) keinerlei Reaktion.

Sehr geehrter Herr XYZ,

ich schreibe Ihnen aus einem akuten Anlass, der vielen Selbständigen derzeit auf den Nägeln brennt.
Die Künstlersozialkasse (KSK) versichert selbständige Künstler und Publizisten – wenn diese das wünschen und die Anforderungen der KSK-Versicherung erfüllen – und trägt gemeinsam mit dem Bund die Hälfte der Sozialabgaben zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung der Versicherten. In der KSK versicherte Künstler/Publizisten bezahlen also wie Angestellte nur die Hälfte der Abgaben aus eigener Tasche.
Selbstverständlich muss man sich als Künstler/Publizist nicht in der KSK versichern, da man – wie jeder andere Selbständige – auch eigenverantwortlich für seinen Lebensabend vorsorgen und sich die Privatversicherung seiner Wahl aussuchen kann.

Zur Finanzierung der Künstlersozialkasse wird von der KSK die Künstlersozialabgabe (KSA) per Erhebungsbogen von allen Verwertern künstlerischer/publizistischer Leistungen erhoben.
Kurz: Wenn Sie z.B. als Kunde einer Werbe- oder PR-Agentur Werbung für Ihr eigenes Unternehmen betreiben, dann müssen Sie eine Abgabe in Höhe von 5,1% (Jahr 2007) auf die an die Werbeagentur (oder andere zur Berufsgruppe der Künstler/Publizisten zählenden Unternehmen) gezahlten Netto-Entgelte an die KSK abführen.

WICHTIG: Es ist unerheblich, ob der Künstler/Publizist, den Sie beauftragen, selbst in der KSK versichert ist oder nicht. Die Abgabe muss dennoch auf seine Leistung erbracht werden!
Im Klartext: Obwohl weder der Künstler/Publizist noch der Auftraggeber einen Leistungsanspruch gegenüber der KSK haben, muss der Kunde die Abgabe bezahlen!
Auch ist es unerheblich, ob der Künstler/Publizist gewerbesteuerpflichtig ist und somit bereits höhere Belastungen als freiberuflich tätige Künstler/Publizisten erfährt.

Das besagt ein Gesetz, das bereits seit 1983 existiert, jedoch kaum jemandem bekannt ist. Selbst Steuerberater und Rechtsanwälte sind zum Thema KSK überfragt. Erst seit Mitte 2007 das Gesetz reformiert wurde und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) mit ihren 3.600 Prüfern die KSK beim Erheben der Abgabe unterstützt, erfahren mehr und mehr Betroffene von diesem fast 25 Jahre alten Gesetz.

Doch nicht genug! Die KSK unterscheidet bei der Erhebung der Künstlersozialabgabe nach der Rechtsform der Künstler/Publizisten:
• Bei Personengesellschaften (z.B. GbR) muss die Abgabe von den Kunden der Künstler/Publizisten erbracht werden.
• Bei Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH) fällt die Abgabe auf die Bezüge des geschäftsführenden Gesellschafters an!

Diese Ungleichbehandlung führt in erster Linie dazu, dass Kunden von z.B. Personengesellschaft-Werbeagenturen zu einer Kapitalgesellschaft-Werbeagentur zu wechseln drohen, da sie:
• zum Einen die sehr zeitraubende, bürokratische Aufzeichnungspflicht der zu leistenden Abgaben nicht verwalten wollen
• und zum Anderen natürlich die Abgabe nicht bezahlen möchten!

Das führt im Moment dazu, dass die Situation zwischen Dienstleistern und Kunden sehr angespannt ist, da die Kunden die Schuld bei den Künstlern/Publizisten suchen und fragen, warum sie nicht von Anbeginn der Geschäftsbeziehung über die zu leistende Abgabe informiert wurden. Die Dienstleister erwidern, dass sie selbst nichts über die KSK und KSA wussten, weswegen sie auch nicht informieren konnten.

Da die KSA per Gesetz 5 Jahre rückwirkend erhoben wird, verlangen viele Kunden von ihren Dienstleistern, dass diese die Aufzeichnungspflicht rückwirkend für sie erbringen und die Höhe der zu leistenden Abgabe bei den kommenden Projekten unentgeltlich abarbeiten. Wenn die Agenturen sich weigern, da sie per Gesetz nicht dazu verpflichtet sind, die Aufzeichnungspflicht des Kunden zu übernehmen oder die Kosten der Abgabe direkt oder indirekt zu tragen, ist ein Abwandern der Kunden zu Kapitalgesellschaften kaum vermeidbar. Schließlich interessieren sich die Kunden nicht für das Warum, sondern nur für Lösungen und Alternativen.
Zeitgleich buhlen bereits heute einzelne Künstler- und Publizisten-GmbHs mit Texten wie "Bei uns bezahlen Sie keine Künstlersozialabgabe!" um die Gunst der genervten Kunden der Personengesellschaften.

Das geltende Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ist unseres Erachtens:
• unsolidarisch, da alle Berufsgruppen, die als Künstler und Publizisten eingestuft werden, von der Künstlersozialabgabe betroffen sind, auch wenn sie nicht in der KSK versichert sind
• wettbewerbsverzerrend, weil Personengesellschaften – mit Blick auf das Kundenverhältnis – schlechter gestellt sind, als Kapitalgesellschaften

Neben der vorherrschenden unsolidarischen und wettbewerbsverzerrenden Situation, ist das KSVG auch inhaltlich von den Betroffenen Gruppen kaum nachvollziehbar. Das Gesetz ist sehr schwammig formuliert und gibt viel Raum für Interpretation. So z.B. im Falle der Abgabepflicht auf Nebenkosten. Lt. Gesetz müssen die Verwerter die KSA auch auf alle Nebenleistungen bezahlen, die der Künstler/Publizist zur Erbringung seiner Leistung in Rechnung stellt. Diese Leistungen sind jedoch nicht künstlerisch/publizistisch!

Wenn der Künstler für den Kunden (z.B. ein Bürgermeisterkandidat) eine Broschüre oder ein Plakat für den Wahlkampf gestaltet und diese auch in einer Druckerei drucken lässt (Auflagendruck), dann entstehen Nebenkosten, auf die lt. KSK Informationsschrift Nr.1, Punkt 3 die KSA zu leisten ist.:
... Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind alle in einem Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte (§25 KSVG). Entgelt im Sinne des KSVG ist alles, was der Unternehmer aufwenden muss, um das künstlerische/publizistische Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen ... Zum Entgelt gehören grundsätzlich auch alle Auslagen (z.B. Kosten für Telefon und Fracht) und Nebenkosten (z.B. für Material, Entwicklung und nichtkünstlerische Nebenleistungen), die dem Künstler vergütet werden.

Das würde bedeuten, dass ein Kunde, der Anzeigenschaltungen (z.B. Stelleanzeigen in der lokalen Tageszeitung) von seiner Werbeagentur vornehmen lässt und die Werbeagentur die Gestaltung UND die Schaltungskosten an den Kunden weiterberechnet, der Kunde die KSA dann auf die Gesamtsumme zu leisten hat! Das wird dazu führen, dass Kunden Druckaufträge und andere Fremdleistungen zukünftig direkt in Auftrag geben werden, dadurch entgehen den Agenturen Umsätze/Gewinne und dem Staat Steuereinnahmen!

Es muss hier eine schnelle Lösung gefunden werden, BEVOR viele kleine künstlerisch/publizistisch tätige Unternehmen, die sich die Gründung einer Kapitalgesellschaft nicht wünschen oder leisten können, die Existenzgrundlage – die Kunden – genommen wird.
Aus diesem Grund haben wir Mitte November das Portal KSKontra.de (www.kskontra.de) gestartet. Hier erhalten Betroffene Informationen zur KSK und KSA und können sich an Dialogen beteiligen. Auch wird hier die Möglichkeit geboten, sich an der Vorbereitung einer Petition zu beteiligen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen unsere Situation und unsere Sorgen verständlich machen und bitte Sie um Ihre Mithilfe. Helfen Sie uns dabei, das KSVG zu ändern. In erster Linie wäre uns bereits geholfen, wenn die Abgabe nicht 5 Jahre rückwirkend erhoben würde, da der Verwaltungsaufwand hierfür immens ist. Bei einer Agentur mit EUR 100.000,- jährlichem Umsatz müssen zwischen ca. 1.000 und 2.000 Rechnungen aus der Buchhaltung recherchiert werden und anschließend die Abgaben für die Kunden ermittelt werden. Dieser Aufwand wird mindestens 4-Mann-Wochen in Anspruch nehmen. Zeit, die Selbständige nicht haben.
Für die Zukunft wünschen wir uns, dass nur diejenigen, die von der KSK eine Leistung beziehen können, die KSA zu leisten haben. Hier wäre es sicherlich von Vorteil, wenn die KSA von den Künstlern zukünftig in den Rechnungen ausgewiesen würde und die Künstler die Abgabe zu verwalten hätten, so dass keine Wettbewerbsvorteile bei NICHT-KSK-Versicherten zu befürchten wären, deren Kunden von der Verwaltung der Abgabe entbunden wären.

Unseres Erachtens hätte die KSK gemeinsam mit der DRV zunächst die nun vorhandene Man-Power dazu nutzen sollen, die Betroffenen Branchen und Unternehmen über das existierende, jedoch unbekannte Gesetz aufzuklären, anstatt mit der Androhung von Bußgeldern in Höhe von EUR 50.000,- durch die Lande zu ziehen und Existenzängste zu verbreiten.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

KSKontra.de empfiehlt allen Betroffenen, ähnliche Schreiben an die Politiker in ihrem PLZ-Umfeld zu senden und auf eine Reaktion hinzuwirken. Schreiben Sie uns, wenn Sie Feedback erhalten. Auch ist KSKontra.de der Ansicht, dass ein Symposium mit Vertretern der KSK, der Politik, der Wirtschaft und der vermeintlichen Künstler/Publizisten veranstaltet werden sollte, damit die verschiedenen Sichtweisen an einem runden Tisch erörtert werden können. Bei solch einem Symposium sollten auch Medienvertreter anwesend sein. Die Moderation und Mediation sollte einer unparteiischen Person übertragen werden. Für Vorschläge hierzu sind wir dankbar.Was meinen Sie?

S. Peter (Stuttgart) am 18.12.2007, 14:41 Uhr

Gutes Schreiben. Dass die Politik hierauf nicht reagiert, war zu erwarten. Die Politik scheint mit der Kritik gegen die Abgabe ebenso überfordert, wie die KSK selbst.
In so einem Fall reagieren die Kritisierten leider häufig mit Eitelkeit und Uneinsicht.
Wann gründet KSKontra.de eigentlich ein Sammelklage-Spendenkonto? Ich habe von einer Bekannten davon erfahren und bereits die Scheckkarte bereitgelegt.

Gruß aus Benztown


Matthias Haenel (Frankfurt) am 02.01.2008, 16:38 Uhr

Ja, das Herantreten scheint mir sehr sinnvoll. Im Dezember hatte ich Gelegenheit, bei einer Podiumsdiskussion, zu der der grüne Landtagskandidat für unseren Stadtteil eingeladen hatte, auch das Thema KSK anzusprechen. Bei den Podiumsteilnehmern, einem MdB und Finanzexperten der Grünen und einem Vertreter der Frankfurter Wirtschaftsförderung, stieß ich damit auf gute Resonanz. Beide hatten von unseren Sorgen zwar schon gehört, sich jedoch noch nicht eingehend damit befasst. Der MdB berichtete aber, dass das Thema "ganz oben auf seinem Schreibtisch" liege - weil ein Verein, dem er vorsitzt, es gerade mit der KSK zu tun bekomme. Vielleicht ist das ja ein Hoffnungsschimmer: Politiker sind schließlich auch nur Kunden.

Am 29.12.2007 gab es einen größeren Artikel im Wirtschaftsteil der FAZ ("Sinkende Abgaben für Künstlersozialkasse"). Dort wird berichtet, das System sorge "zunehmend für Ärger in der Wirtschaft". Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) habe die Künstlersozialversicherung als "unsystematisch und bürokratisch" kritisiert und mittelfristig ihre Abschaffung gefordert. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Diercks hat das wohl auch in einem Brief an das Bundesarbeitsministerium geäußert.

Vom Zentralverband des Deutschen Handwerks ist Ähnliches zu hören. In einer Pressemitteilung (www.zdh.de/presse/pressemeldungen/handwerk-weg-mit-dem-buerokratiemonster-kuenstlersozialabgabe.html) heißt es:"Die Künstlersozialkasse ist nicht zeitgemäß, das System der Verwerterabgabe ein bürokratisches Monster. Kein Land ist dem deutschen Modell gefolgt."

Optimistische Grüße an alle MitstreiterInnen



KIPPT DIE KSK! am 31.01.2008, 21:06 Uhr

Bitte nicht Spammen. Der ursprüngliche Kommentar – der von KSKontra.de an dieser Stelle gelöscht wurde – ist hier zu finden.


Gerd Sommer am 18.02.2008, 17:59 Uhr

Zu den Antworten der Politiker!

Ich bin seit knapp 4 Jahren selbstständiger Gastronom und veranstalte regelmäßig Liveveranstaltungen regionaler Bands.
Der Eintritt für diese Veranstaltungen ist immer frei. Wenn ich also die mir entstandenen Kosten für diese Veranstaltungen mit dem Umsatz aufrechne, müßte ich, aus betriebswirtschaftlicher Sicht, diese Veranstaltungen absetzen. Ich selbst war lange Jahre in verschiedenen Bands musikalisch tätig, aber das ein Gagenzahler gesetzlich dazu verpflichtet ist eine Künstlersozialabgabe zu zahlen, davon wusste weder ich, noch alle Musiker aus meinem Bekanntenkreis und auch nicht die Musiker, welche ich engagiert habe.

Ich bin auch nicht für die Abschaffung der KSK!

Dennoch finde ich es mehr als fragwürdig, ja sogar moralisch verwerflich, Gelder von denen einzuverlangen, die Kunst und Kultur noch bereit sind zu fördern und die schon durch Gema-Belastungen ohnehin sehr hohen Kosten weiter in die Höhe zu treiben.

Des Weiteren muss jeder Selbstständige in unserem Land sich selbst versichern und die Kosten hierfür in seine Kalkulation aufnehmen.
Jetzt also Gelder für die vergangenen Jahre, egal ob ein Jahr, drei oder fünf, einzufordern, welche überhaupt nicht zu kalkulieren waren, ist eine grenzenlose Frechheit. Diese Kosten sind nicht zu refinanzieren und bei Veranstaltungen die keine Gewinne einbringen (Eintritt frei) auch in Höhe von "nur" ca. 5% zu hoch.
Großverdiener, ob im Musik, Schauspiel oder im Kunstbereich sind nicht von der KSK abhängig. Es ist der kleine Künstler und Musiker den es zu unterstützen gilt und genau denen entzieht der Gesetzgeber mit dieser Maßnahme den Nährboden. Möglichkeiten sich zu präsentieren werden aufgrund steigender Kosten schwinden und damit wird die KSK langsam immer mehr Mitglieder und letztlich auch ihre Existenzberechtigung verlieren.

Ich bin selbstständig, trage die Verantwortung für mich, meine Familie und für meine Mitarbeiter in meinem Betrieb und genau diesen Anspruch habe ich auch gegenüber jedem der selbstständig Tätig ist.
Das Künstler, oder solche, die mit derartigen Tätigkeiten ihren Unterhalt bestreiten unterstützt werden - gut. Aber dann bitte von der gesamten Gesellschaft und nicht doppelt und dreifach von denen die solche sowieso schon unterstützen.
Oder muss man in Zukunft auch Erhebungsbögen für die vergangenen Jahre ausfüllen, wieviele Brötchen man im Jahr gekauft hat und davon 5% an die Bäckerpensionskasse abführen, damit diese weiter ihren Verpflichtungen nachkommen kann.
Außerdem gebe ich zu bedenken! 100% hat nur 20 mal 5%!
Und die Frage ist: Wieviele Mitesser kann ein kleines Unternehmen mit ernähren?

Jetzt kommt von den retorisch geschulten Politikern aus den Antwortschreiben:
"So einfach kann man sich das nicht machen"!
Kleine Betriebe kämpfen immer mehr ums überleben. Stundenaufkommen von 60 bis 80 Stunden die Woche um auf ein Gehalt zu kommen welche bei Industriearbeitern in 40 Stunden standard sind.
Das alles wird in Kauf genommen. Aber das Maß ist voll!

Ganz abgesehen von der paradoxen Ungleichbehandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften. Da ist scheinbar eine Wettbewerbsverzerrung gewollt. Aber das man für Künstler und Musiker KSK bezahlen soll, gleichwohl sie dort versichert sind oder nicht - das ist Wettbewerbsverzerrend!

Wieso müssen Gagen- oder Honorarempfänger eigentlich nicht auf die KSA hinweisen? (Es ist nicht gegen die Kunsttreibenden gerichtet. Ihr wusstet es ja größten Teils selbst nicht!)

Also!
Ich fordere jeden Betroffenen auf, Politiker zu Stellungnahmen aufzufordern.
Kunst und Kultur unterstützen und nicht zerstören!


Joachim Griebe (Hamburg) am 19.02.2008, 10:01 Uhr

Lieber Gerd Sommer , Dankeschön für diesen Beitrag .
Im letzten Jahr war ich an mehreren Informationsveranstaltungen zum Thema KSK beteiligt. Überwiegend besucht vor Musikern. Niemand war informiert , kaum jemand wusste konkret von der Abgabepflicht und selbst die Künstler wussten nicht das die KSK eine Pflichtversicheung ist.Nur Schuld der Künstler die sich nicht informieren ? Ich habe seit 4 1/2 Politiker angeschrieben bis der "PC glühte" ...: allgemein zur KSK , zur Informationspolitik der KSK , zu den Aufnahmeverfahren der KSK und in letzter Zeit überwiegend zur Abgabepflicht und die Auswirkungen auf KÜNSTLER UND VERWERTER ! - Reaktion = fast NULL - erst jetzt beginnen die Verantwortlichen zu reagieren , zu beschönigen , zu verharmlosen und erneut einfach nicht zu reagieren . Auf die ersten 50 Anfragen an Politiker - vor ca. 3 Jahren (es ging auch um die Steuerverschwendung KSK & ALG 2 ) reagierten 2 !!!!!! - die Ersten die sich gemeldet haben war keine Partei sondern der BUND DER STEUERZAHLER. ! Ich will konkret werden : ich habe einer verantworlichen Politikerin der SPD die mir eine mail geschickt hat angeboten mich in den Zug zu setzen und nach Berlin zu fahren . - einmal um meine Erfahrungen aus vielen Jahren www.kskforum.de darzulegen aber auch die Beiträge aus diesem Forum öffentlich zu machen . ( ich hätte den Betreiber dieses Forums gebeten mich nach Berlin zu begleiten) - und ????????? seit 6 Wochen keine Reaktion - auch nicht auf eine 2 te mail ...
Ich habe mir mal angesehen wer von den Politikern bei der Diskussion zur KSK im Bundestag anwesend war - und habe das verglichen mit der Anwesenheit bei der Abstimmung zur Diätenerhöhung ! das hätte ich mir sparen können ......Lieben Gruss aus Hamburg - und lieber Gerd Sommer : bitte machen Sie weiter mit Ihren Musikveranstaltungen !

Joachim Griebe
KSK pflichtversichert , werde gerade als möglicher Verwerter erfasst und werde von der KSK auf meine Einnahme überprüft . Ich betreibe seit 4 1/2 Jahren das Forum www.kskforum.de - und hatte allein gestern 40 Anrufe zum Thema KSK (Verwerter und Künstler )


Gerd Sommer (66806 Ensdorf/Saar) am 28.02.2008, 16:06 Uhr

Lieber Herr Griebe,
vielen Dank für Ihre Motivation, aber bei allem was mittlerweile an Kosten auf einen kleinen Betrieb zukommt, fällt es von Tag zu Tag schwerer sich dazu durchzuringen, den Mehraufwand den man bei solchen Veranstaltungen hat noch zu betreiben.
Plakate und Flyer müssen gesetzt und gedruckt werden. Dabei muss man nun auch wiederum aufpassen wem man einen solchen Auftrag erteilt, damit nicht noch KSA für einen Grafiker anfällt. Bislang mache ich meine Plakate und Flyer selbst, Gott sei Dank.
Dann muss man Plakate auch noch ankleben und Flyer verteilen. Dabei muss man wiederum darauf achten, das man die Genehmigungen dazu hat. Ich bin nämlich auch schon von meiner Heimatstadt, der Kreisstadt Saarlouis, beanzeigt worden, weil ich Flyer verteilt habe. Das gleiche ist einem mir gut bekannten Musiker erfahren, als er für seine Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Saarlouis veranstaltet wurde. Allerdings blieb es bei Ihm bei einer Verwarnung. Ich dagegen durfte mich mit einem Verwarngeld zur Einstellung des Verfahrens bewegen lassen.

Ich halte nichts vom Jammern!
Aber was bei uns abgeht ist bald nicht mehr zu verstehen.
Gut, ich muss aufpassen nicht zu sehr vom Thema abzukommen, aber in unserem Land wird doch sehr mit zweierlei Maß gemessen.
Kleine Unternehmer kämpfen ums tägliche überleben und bei der Debatte um Mindestlöhne (für die ich prinzipiell auch bin, wenn ich sie bezahlen kann) höre ich von Finanzspritzen für die Wirtschaft, nur bei uns kommt nichts an.
Und das ist nur ein Beispiel.
So, jetzt habe ich doch gejammert. Es ist eben sehr demotivierend.

Wir haben, nur mal am Rande erwähnt, seit einigen Jahren eine freie Kassenwahl in Deutschland. Warum Versichern wir uns eigentlich nicht alle in der KSK, denn Künstler sind wir doch in gewisser Art und Weise alle.

Aber ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben.
Die Fraktionsvoesitzenden im saarländischen Landtag von FDP, Herr Hartmann und von Bündnis 90/Die Grünen, Herr Ulrich, haben uns (mich und einige Musiker) zu einem Gespräch im ihren Räumen im Landtag empfangen.
Dort stießen wir auch auf einen Konsens, was die rückwirkende Erhebung der Abgabe angeht. Beide waren der Meinung, dass diese Vorgehensweise zu überprüfen sei.
Herr Hartmann sicherte mir eine Stellungnahme zu, welche er mir in den nächsten Tagen zukommen lassen will.
Herr Ulrich wollte die Angelegenheit an die Bundestagsfraktion weiterleiten, mit der Bitte das Gesetz und dessen Umsetzung zu prüfen.
Antworten oder gar Stellungnahmen von den anderen Fraktionen und Bundestags- bzw. Landtagsabgeordneten an die ich geschrieben habe, (und das sind einige)blieben bislang leider aus.
Ich habe mir jedoch vorgenommen in der nächsten Zeit an alle Bundestagsabgeordneten zu schreiben und wenn das alle Betroffenen täten, wäre auch mit Reaktionen zu rechnen.

Ich habe gegen meinen Bescheid bei der KSK Widerspruch eingelegt und meine Zahlen, aus denen ersichtlich ist, dass ich keine Gewinne aus den Veranstaltungen erziehle, offengelegt.

Bis zur Entscheidung der KSK werde ich also in jedem Falle meine Veranstaltungen weiter stattfinden lassen.
Dies habe ich auch mit den Musikern, welche bei mir Portal finden, besprochen und dazu werde ich auch stehen.
Sollte mein Widerspruch auf Ablehnung stoßen, werde ich gemeinsam mit den Musikern unser weiteres Vorgehen erneut besprechen müssen, denn weitere Kosten sind in der Art der Veranstaltungen leider nicht zu tragen.

Eins noch!
Die Musiker, die bei mir alle 14 Tage musizieren, sehen erhebliche Einbußen auf sich zukommen.
Wenn ich mich allerdings mit manch anderem Musiker unterhalte, stelle ich leider oft fest, dass Sie sich der Tragweite dieses Gesetzes nicht bewußt sind. Einige sind gar der Meinung, sie seien nur peripher davon betroffen.
Musiker die in einem arbeitgeberähnlichen Verhältnis zu ihren Mitmusikern auftreten sind nämlich ebenfalls KSA pflichtig - witzig, was!

Nochmal mein Appell!
Wehrt euch! Und zwar gemeinsam. Künstler und Veranstalter oder Sogenannte Verwerter (was für ein Wort).
KSK - Ja ! Aber bitte mit Bedacht, denn Kunst und Kultur ist ein Allgemeingut welches es zu schützen gilt. So aber macht man es Kaputt!


Joachim Griebe am 28.02.2008, 18:29 Uhr

Lieber Gerd Sommer ! Ich kann Ihren Appell nur unterstützen.Ich hoffe das dieses Gesetz komplett übrerarbeitet wird . Im Sinne der Künstler und Verwerter. - Durch die Veränderungen im Kunstbereich in den letzten Jahren sind viele Künstler mitlerweile beides . Ich möchte hier die Diskussion nicht unnötig ausweiten - und hoffe das noch viele Verwerter und Künstler sich mit Beitägen beteiligen. ( Lieber Gerd Sommer : ich würde mich freuen wenn Sie einmal Kontakt zu mir direkt aufnehmen könnten )


geschäftsführender Gesllschafter Design am 28.02.2008, 20:16 Uhr

warum stellt Ihr nicht ein Schreiben inkl. Ansprechpartner online zur Verfügung, welches alle sich runterladen und an die Politiker senden können. Eine solche Welle und dann noch eine Veröffentlichung in der Tagespresse wie Berichte in stern oder Spiegel sollte Ihre Wirkung nicht verfehlen. Nehmt doch als Betreiber (ihr habt mehr Überzeugungskraft) direkt Kontakt mit den Redaktionen auf ... die Politiker müssen unsere Stachel spüren .. und die liegen nur in der Meinungsbildung der Öffentlichkeit!!!!!!!!!!


Kirsten am 08.04.2008, 19:32 Uhr

Mir leuchtet sogar ein, warum die Politik sich so ungerne dieses Themas annimmt. Wenn das Thema KSK der "breiten Masse" bekannt wäre....
Mal als Beispiel: Ein 57-jähriger selbständiger KFZ-Mechaniker hat seit Jahren mit einer immer schwächer werdenden Auftragslage zu kämpfen. Die Folge: Er kann sich seine private Krankenversicherung nicht mehr leisten und musste sie kündigen. Auch diseser Beruf unterliegt (ähnlich wie es die KSK für die Künstler argumentiert) Schwankungen, Umsätze sind nicht regelmäßig vorhanden. Gibt es für diesen Mann vielleicht auch so etwas wie die KSK, die ihm 50% seiner RV- und KV-Beiträge zahlt?


Kirsten am 08.04.2008, 22:07 Uhr

http://www.braunschweig.ihk.de/DIHKNewsletter09.pdf

das ist ja wohl der knaller. seit 1983 gibt es die ksk und ERST JETZT informieren die ihks mal über dieses thema. und offensichtlich auch nur deshalb, weil rtl für das engagement von d. bohlen an die ksk zahlen muss. unglaublich.
ich habe bereits 2004 mit den ihks über die ksk gesprochen und erntete nichts als ratlosigkeit und unwissen. dieser ihk-newsletter geht mir als mitglied übrigens nicht zu - das mal zur informationspolitik der ihk. ich finde es einfach nur unverschämt, dass die sich ERST JETZT mit diesem thema befassen, das im prinzip für jedes ihrer mitglieder seit 1983 relevant ist.
und dann wird die ksk noch als versicherung dargestellt. versicherung bedeutet,ich zahle ein und bekomme eine LEISTUNG. das ist für gmbhs bei der ksk jedoch nicht der fall. die ksa ist eine steuer - wann wird das endlich mal begriffen???


Lisa Vollmar am 11.04.2008, 00:36 Uhr

Ich schreibe nicht darüber wie unsinnig die KSA ist, weil wir das alle wissen. Wir haben aber das Problem das ES die Öffentlichkeit nicht weiß, was mit daran liegt, das einem der Kopf weh tut, wenn man versucht ES zu verstehen. Also mein Tipp, wer auch immer ein Schreiben formuliert muß ES verständlich und unterhaltsam formulieren. Entscheider sind auch nur Menschen. Wir sind nicht umsonst "Kreative". Also nutzt Eure Stärken. Ein "Entschuldigen Sie bitte, das ist aber unfair" wird von der Politik nie wahrgenommen. Es drohen ja keine KONSEQUENZEN, also sollten wir Konsequenzen finden. Zum Beispiel eine gut formulierte Rundmail an alle Verbände, Parteien, Staatsregierungen,Ministerien, den Petitionsausschuss im Bundestag, öffentliche Beschwerdestellen und Abgeordneten. Und zwar so, dass jede Stelle sieht, dass "die Anderen" die Sachlage jetzt auch wissen. Das macht es Ihnen schwerer so zu tun, als ob sie davon nichts wissen. "Was tun die Anderen wohl?" heißt dann das Spiel. Und um den Druck zu erhöhen, am Ende der Mail den netten Hinweis, dass wir natürlich von der Kompetenz unserer Behörden überzeugt sind, uns aber doch genötigt sehen nach 6 Wochen öffentlichkeitswirksam an die Medien zu treten, wenn uns keine brauchbaren Vorschläge vorliegen wie ES zu beseitigen sei. Wichtig ist der Text muss knapp sein und darf nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber zwei gute Beispiele dürfen gerne dabei sein und wirksame Textbrocken wie "Unrecht im Rechtsstaat", "Vernichtung von Existenzen", "euch fällt doch bestimmt noch was ein?". Eben ein Vorgeschmack auf die Berichterstattung in den Medien. Mir fallen da neben den Magazinen und Tageszeitungen auch die Wirtschaftszeitungen und die Bild ein. Alles was hilft: Fernsehen(Monitor, WIESO) und Rundfunk (z.B. Bayern 2) und so weiter und so fort.
Also nicht jammern, sondern ein klein bisschen fies sein. ES ist auch ein fies. So was meint Ihr? Ich hab mit den Text schon angefangen, weiß aber, dass es wesentlich bessere Texter gibt als mich. Also wer hat noch nicht oder will noch mal?
P.S. Ich hoffe den Verfasser des Textes oben nicht zu nahe getreten zu sein, aber ich hatte spontane Unlust den Text zu lesen. Mein Kopf tat weh, wie auch beim Vortrag der IHK, dem Telefonat mit der KSK und der Lektüre des Kleingedruckten. Ich hege daher stark den Verdacht, dass es dem einem oder anderen Politiker ebenso erging. Liegt aber nicht am Autor sondern am Thema :). So hat sich in Deutschland noch nie SCHNELL was bewegt (wenn überhaupt), trotzdem vielen Dank für das Forum und fürs Aktivwerden.


geschäftsführender Gesllschafter Design am 12.04.2008, 12:08 Uhr

sorry, aber nicht lange bitten. Es interessiert niemanden. Gleich an die Presse und Öffentlichkeit. Problem ist nur: die meisten Journalisten sind freiberuflich und pro-KSK. Nicht lange lamentieren und schreiben. Stimmung machen, weh tun, und zwar sofort!!!! Schreibt an die Chefredakteure. Sprecht mit denen. Hetzt die BILD auf wegen Ungerechtigkeit anderen Branchen gegenüber. Hier passiert eine extreme Ungerechtigkeit der masse gegenüber. Das muß verstanden werden. Künstler sind keine Privilegierten, denen es besser gehen darf als andere kleine Selbständige, deren Geschäfte nicht laufen !!! Also: WEG MIT DER KSK, KSA, ETCETERA - wo ist unsere Entscheidungsfreiheit geblieben? Unsere Freiheit als Unternehmer? Ich werde in den nächsten Wochen versuchen mit dem einen oder anderen Chefredakteur in Kontakt zu treten ... wenn man es nicht selber macht, passiert anscheinend nicht viel. Brief schreiben an Politiker ist nun wirklich Papier und Zeitverschwendung. Was passiert, wenn Content in ein schwarzes Loch geworfen wird?


lisa Vollmar am 14.04.2008, 13:31 Uhr

Auch recht, hauptsache nicht jammern sondern tun!


Lara K. am 20.07.2008, 17:45 Uhr

Heute habe ich erfahren, dass eine Novellierung des KSK-Gesetzes in Arbeit ist, da offensichtlich das Ganze nicht durchdacht ist und befürchtet wird, dass es ggf. eine Sammelklage von Betroffenen vor dem Europäischen Gerichtshof kommt (da sind Sammelklagen zulässig), damit würde das Gesetz ganz kippen im Sinne nach dem „Behandlungsgrundsatz der Gleichstellung“


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.07.2008, 15:35 Uhr

Hallo Lara,

Klingt interessant! woher haben Sie diese Info?

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