empfehlen Sind alle Personengesellschaften vor dem Auge des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) gleich gestellt?

Vereinzelt kann man lesen, dass ein Werbeagentur-Einzelunternehmer mit mehr als einem „Vollzeit-Mitarbeiter“ einen großen Vorteil gegenüber einer juristischen Person (z.B. GmbH) und gegenüber Personengesellschaften mit keinem oder nur einem Mitarbeiter hat.

Kunden einer Einzelunternehmer-Werbeagentur mit mehr als einem „Vollzeit-Mitarbeiter“ müssen KEINE Künstlersozialabgabe an die Künstlersozialkasse (KSK) leisten. Auch müssen die Inhaber der Einzelunternehmer-Werbeagentur, mit mehr als einem „Vollzeit-Mitarbeiter“, keine Abgabe leisten.

Das bedeutet, dass eine Werbeagentur-GmbH, die mehr als einen Vollzeit-Mitarbeiter beschäftigt UND deren Geschäftsführer kreative Leistung erbringt (und deswegen die Künstlerabgabe auf sein Gehalt zu leisten hat), besser zu einer Personengesellschaft umfirmieren sollte, da die Werbeagentur und ihre Kunden dadurch von der Abgabe befreit wären.

kskontra.de ist der Ansicht, dass die aktuell nach Rechtsform und Mitarbeiteranzahl differenzierte Abgabepflicht undurchsichtig und wettbewerbsverzerrend ist. Was meinen Sie?

Pit am 08.11.2007, 15:25 Uhr

Liebe KSKontra.de: wo habt Ihr denn das gelesen? Wenn das so ist, dann stelle ich meine zwei Partner ein und meine zwei Partner stellen mich und sich gegenseitig ein. Dann halten die Gehaltsausgaben sich die Waage und keiner muss mehr die KSA bezahlen. Oder was?


Volker am 15.11.2007, 14:51 Uhr

Wenn das so wäre, wie oben beschrieben. Wo steht das geschrieben? Meine Recherchen bei der KSK haben bisher nichts dergleichen ergeben.


Axel am 15.11.2007, 21:17 Uhr

Ich bitte ebenfalls um Klärung. Ich beschäftige 6 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und bezahle seit 1998 KSK-Beiträge auf Leistungen von Freiberuflern.


Sven (Köln) am 16.11.2007, 08:51 Uhr

Hallo,

auch ich bitte um Info, wo das geschrieben steht. Denn ich beschäftige als Einzelunternehmer drei feste Mitarbeiter und meine Kunden zahlen dafür die Künstlersozialabgabe.


KSKontra.de (Heilbronn) am 16.11.2007, 09:51 Uhr

Diesen Fragen geht KSKontra.de gerade nach. Als wir den obigen Inhalt recherchiert haben, war das Portal KSKontra.de noch nicht vorgesehen, weswegen wir leider manche Quelle nicht protokolliert haben. Die Recherchen dienten zum damaligen Zeitpunkt der "Eigen-Information" ser späteren KSKontra.de-Initiatoren. Glücklicherweise liegen KSKontra.de unzählige Informationen recherchierter Inhalte in gedruckter Form vor. Diese werden wir nun nach der Quelle prüfen und erneut hierzu posten.


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.11.2007, 18:03 Uhr

Nach langwierigen Recherchen in den Unterlagen von KSKontra.de, ist leider keine Info zum oben aufgeführten Thema mehr auffindbar.
KSKontra.de kann nicht ausschließen, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelt. Im KSVG ist folgender Absatz zu lesen:
--------------------
Umfang der Versicherungspflicht
§ 1
Selbständige Künstler und Publizisten werden in der allgemeinen Rentenversicherung, in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung versichert, wenn sie
1. die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben und
2. im Zusammenhang mit der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen, es sei denn, die Beschäftigung erfolgt zur Berufsausbildung oder ist geringfügig im Sinne des § 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.
--------------------
Möglicherweise wurde von der KSKontra.de Redaktion die Versicherungspflicht mit der Abgabepflicht gleichgesetzt. Und da sich Künstler und Publizisten, die mehr als einen Mitarbieter beschäftigen, NICHT in der KSK versichern können, ist KSKontra.de davon ausgegangen, dass dann auch keine Abgabepflicht besteht. Das ist natürlich falsch. Wir bitten das zu entschuldigen.

KSKontra.de wird dennoch weiter nach der oben aufgestellten These recherchieren. Sie können uns hierbei gerne unterstützen. Schreiben Sie uns, wenn Sie im www auf einen Artikel dieser Art stoßen.


KSKontra.de (Heilbronn) am 23.11.2007, 15:13 Uhr

Heute hat uns die Nachricht von einem KSKontra.de-Befürworter erreicht, der die Beiträge auf dieser Seite gestern mit einem renomierten Fachanwalt erörtert hat.

Laut dem Rechtsanwalt sind Auftraggeber/Verwerter von Einzelunternehmungen und Personengesellschaften mit mehr als einem Vollzeitmitarbeiter ebenfalls von der KSA betroffen, da vor dem Gesetz der persönliche Name des Inhabers als Firma und damit eine natürliche Person (KEINE juristische Person) auf dem Papier steht. Es ist demnach unerheblich, wie viele Mitarbeiter aus dieser Personengesellschaft die Arbeiten erstellt haben. Für den Gesetzgeber ist diese Firma eine einzelne Person.

Die Annahme, dass Personengesellschaften mit mehr als einem Vollzeitmitarbeiter NICHT abgabepflichtig seien, ist laut dem Rechtsanwalt nur ein Gerücht, das aber tatsächlich auch im Internet zu finden ist.

KSKontra.de hofft, mit diesem Beitrag zu einem Ende des Gerüchts beitragen zu können.


Beate am 17.12.2007, 13:01 Uhr

Wie verhält sich die Sache bei einer GmbH & Co. KG? Hierbei ist der persönlich haftende Gesellschafter ja keine natürliche Person, sondern eine GmbH.

Dem ersten Kunden unserer Agentur (13 festangestellte Mitarbeiter) wurde bereits ein Erhebungsbogen zugeschickt. Die Verwirrung ist entsprechend groß...


KSKontra.de (Heilbronn) am 17.12.2007, 13:31 Uhr

Bei einem uns bekannten Verwerter handelt es sich ebenfalls um eine GmbH & Co. KG. Der Steuerberater der GmbH & Co. KG ist der Auffassung, dass eine GmbH & Co. KG mehr einer juristischen Person (also GmbH) gleich zusetzen ist, als einer Personengesellschaft. Aber sicher ist er sich nicht.
Fragen Sie doch bitte auch Ihren Steuerberater nach seiner Auffassung.


Tom am 18.12.2007, 01:02 Uhr

Eine GmbH & Co. KG wird im Handelsregister als HR A... geführt. Also als Personengesellschaft. Dass einer der Gesellschafter eine GmbH ist, spielt m.E. insofern keine Rolle.
Aber es ist wie mit allen Dingen, die unsere KSK-Problematik enbelangt: Nichts Genaues weiss man nicht! Das Ganze ist so untypisch deutsch, bei uns ist doch sonst alles so genau geregelt.


Andreas G. am 19.12.2007, 13:00 Uhr

Ich kann meiner Wut überhaupt keinen Ausdruck verleihen. Wir, eine GbR, 10 Angestellte, seit 12 Jahren am Markt, werden inzwischen offen vom ersten Kunden gefragt, wie wir uns unser Geschäftsmodell in Zukunft vorstellen (versteckte Aufforderung, die Gesellschaftsform zu ändern - oder Anbieterwechsel). Man kann das ja sogar verstehen - es geht schließlich richtig um Geld. Die meisten Kunden wurden inzwischen jedenfalls mit dem Erfassungsbogen konfrontiert.

Wo mir wirklich jegliches Verständnis für fehlt, ist die Tatsache, dass mein Unternehmen als Personengesellschaft erneut schlechter gestellt wird als eine Kapitalgesellschaft. Steuerlich bin ich es sowieso, haftungstechnisch auch. Und zu Beginn zusätzlich noch kredittechnisch. Und nun gibt es dafür erneut einen ins Gesicht, dass man sich quasi erdreistet hat, persönlich für sein Tun zu haften (das muss man sich mal überlegen!) - zwar nicht monetär, aber weil die Kunden das NATÜRLICH mit meinem Unternehmen in Verbindung bringen – als Werber mit vermeintlich minderwertiger Gesellschaftsform.

Bravo!

Selbst Schuld könnte man fast sagen.

Als GmbH gehört die Abgabe auf das Gehalt des Geschäftsführers erhoben. Das ist auch ein kluges Modell. Wenn man das akzeptiert, dann bedeutet das eine Abgabenerhöhung um glatte 5,1%. Wenn man intelligent ist, dann ist man Gesellschafter der GmbH, macht einen Geringverdiener zum Geschäftsführer und spart, oder wie?

Ich habe gerade ein Telefongespräch mit der KSK mitbekommen. Wenn ich einen Geschäftsbericht neu erstelle ist das Kunst. Wenn ich im nächsten Jahr auf dieser Basis den neuen mache, ist das Satz und nicht abgabenpflichtig. Originalton!

Also ist die Lösung, wir setzen alles einfach nur noch in bereits einmal erstellte Vorlagen - und alles kann als Satz gelten?

Das alles ist ja geradezu eine Aufforderung, zu "betrügen".
Egal ob als GmbH oder als GbR.

Der Anregung, ein Spendenkonto für die Sammelklage einzurichten, schließe ich mich an.

Was mich wirklich verwundert ist, dass das öffentliche Echo vergleichsweise gering ist. Die meisten Wettbewerber in unserer Liga sind Gesellschaften bR. Auch in den Funkmedien findet das nicht statt.
Die betrifft es doch schließlich auch, wenn ich das richtig verstehe. All die Produktionsgesellschaften von Schmidt, Will, Kerner, Beckman & Co - sicher sind das Gesellschaften mbH: und für die gilt ja, 5,1% Abgabe auf das GF-Gehalt.

PS wie ist es eigentlich mit ausländischen Gesellschaften, die "künsterische Leistung" für deutsche Unternehmen erbringen? Müssen die "Nutzer" dafür auch Abgabe leisten? Oder ist es eine Überlegung wert, den Hauptsitz des Unternehmens ins benachbarte EU Ausland zu verlegen? Und was passiert eigentlich mit dem Geld? kommt das den Versicherten zu Gute - oder wird damit quersubventioniert? 3,6 Millionen Betriebe wurden angeschrieben. Wenn jeder nur 1.000 Euro nachzahlen muss für die letzten 5 Jahre sind das 3,6 Milliarden Euro. Wieviele Künstler gibt es wirklich, die davon profitieren?


Anonymer Inhaber einer GmbH-Werbeagentur am 20.12.2007, 02:11 Uhr

Super-Seite! Hatte ich auch schon vor.
Nachdem ich 2000 nach dem großen Börsencrash, derbe Verluste hinnehmen,
6 Mitarbeiter und allen freien die Zusammenarbeit kündigen musste,
war ich nach 3 Jahren im Alleingang wieder schuldenfrei.

Und jetzt mit neuen Mitarbeitern und Freien gehts wieder los.
IHK, KSK, BKK, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer, Einkommensteuer,... zum kot...
Ich lebe zwar sehr gut, arbeite dafür 7 Tage die Woche aber irgendwie bleibt nie
soviel übrig wie man sich das für später wünschen würde.

Ich kann nur allen Leuten den Tipp geben in Zukunft alle Rechnungen
mit "Programmierung", "Reinzeichnung", "Lektorat", "Organisation" betiteln
zu lassen oder keine Freien (KSK-Versicherten) als Protest zu beschäftigen.
Geht anscheinend in Deutschland nicht anders.

Liebe Grüße an alle Gleichgesinnten


KSK Mitglied am 20.12.2007, 12:43 Uhr

@Anonymer Inhaber

Ob Sie KSK Mitglieder beauftragen oder mit anderen Freien zusammenarbeiten, müssen Sie so oder so die Abgabe zahlen. Die Mitglieder können nichts für die ungerechte Praktiken der KSK und werden sowieso selbst unter dem Trend zur GmbH leiden.


Anonymer Inhaber einer GmbH-Werbeagentur am 20.12.2007, 21:02 Uhr

@ KSK Mitglied
..das mag wohl so sein. Ich war selber mal in der KSK und bin mit Müh und Not aus diesem Verein wieder heraus gekommen. Ist nämlich nicht so einfach und kann bei entsprechendem Verdienst teurer als eine Privatversicherung werden. Das kapieren leider die Wenigsten.

Der Witz ist nur, dass sich alle bei der KSK versichern, um wenig Beiträge zu zahlen. Ich kenne wirklich niemanden, der seinen ehrlichen Verdienst angibt. Bei einer Prüfung kann sich das bitter rächen.

Warum sollen wir Auftraggeber eine Versicherung unterstützen, die nicht in der Lage ist, die richtigen Beitragssätze bei Ihren Versicherten einzutreiben?

Man muss die Leute aufklären, dass die KSK absolut überflüssig ist und bei ehrlichen Angaben teuer werden kann. Hier wird nur wieder mal versucht, eine unrentable Institution gesetzlich am Leben zu erhalten. Auf Kosten der kreativen Branche.
Ich habe auf jeden Fall keine Lust, mich in die Gruppe Clowns, Feuerschlucker und Bauchredner einstufen zu lassen oder als Künstler bezeichnen zu lassen. Wenn ich Bilder malen will, mache ich das am Wochenende unversichert...versteht sich.


KSK Mitglied am 21.12.2007, 14:06 Uhr

Wie die anderen auf dieser Site bist Du sehr beschäftigt mit dem Unrecht, das Dir geschehen ist. Natürlich passt es in Deine Argumentation, die KSK als eine Truppe von Clowns und Feuerspucker abzutun, die alle die KSK als eine Art Billigversichungsanstalt missbrauchen. Ich glaube, die Sache verdient eine etwas differenziertere Diskussion, da viele Schicksale damit auf dem Spiel stehen – nicht nur Deins oder das von den anderen hier im Forum.

Ich nenne Dir nur ein Beispiel aus meinem Umgebung als Übersetzer (ich bin übrigens in DE lebender Amerikaner). Die deutschen Verlage bezahlen bei literarischen Übersetzungen manchmal um die 16 Euro die Normseite. Ich würde mich dabei wundern, wenn ein Stundenlohn dabei herauskäme, der über den neulich vereinbarten Mindestlohn in der Postbranche hinausgeht. Die KSK ermöglicht diesen Kollegen ein halbwegs abgesichertes Leben. Es erleichtert Ihnen auch die Gründung eine Familie. Ich finde es nicht ungerecht, wenn die Verlage dafür eine Abgabe von 5% zahlen müssen, da sie eher einen Sklavenlohn durchgesetzt haben. Hier funktioniert die KSK, weil es verhindert, dass Leute - besonders, die, die Familien haben - in die Armut abrutschen.

Natürlich gibt es viel Unfug, natürlich werden Einnahmen zu niedrig (oder zu hoch) eingeschätzt, natürlich sind auch Leute drin, die nicht drin sein sollen. Aber so zu tun, als ob die KSK nur eine Freakshow oder Hobbyveranstaltung wäre, als ob es nicht legitime, professionell arbeitende Mitglieder gäbe – da macht man es sich ein bisschen leicht, meinst Du nicht, wenn es nur darum geht, sich die eigenen Euros zu sichern.

Ich kann den Protest von den Inhabern von Werbe- oder PR-Firmen gut verstehen. Für mich es ist ungerecht, dass die KSK einerseits gewisse Leute nicht reinlässt, anderseits die Abgabe auf ihrer Leistungen verlangt. Für mich ist es auch idiotisch, Agenturen in den Ruin durch schlechte Politik zu treiben, wo eigentlich Arbeit and Innovation entstehen.

Das Problem ist folgendes: als Ergebnis Eures Proteste gibt es bereits die ersten Appelle „die KSK muss weg“. Ich denke, diejenigen, die so eine Forderung machen oder unterstützen, sollen sich im Klaren darüber sein, welche Konsequenzen das für andere haben kann – für Leute also, die etwas ärmer dran sind als sie selbst.


Joachim Griebe - KSK FORUM (Hamburg) am 21.12.2007, 15:40 Uhr

Ich wollte mich eigentlich nicht direkt hier im Forum beteiligen da ich mit dem Betreiber dieser Webseite fast täglich im Kontakt stehe um Meinungen und Positionen auszutauschen.(siehe link-Liste hier im Forum) Ich bin auch in der KSK versichert (ich bin Musiker ) und werde gerade als "möglicher" Verwerter genauso überprüft wie alle die hier im Forum sich über das Vorgehen der KSK (zu recht) beschweren. Ebenso werde ich von der KSK in einen weiteren Verfahren bezüglich meiner Einnahme "durchleuchtet" ...Ich kann also wirklich zu beiden Seiten etwas sagen und verstehe alle Aufregung und Kritik die hier geäussert wird . Den Beitrag von "KSK - Mitglied" 14.06 ist ein sehr guter Beitrag zur Diskussion und ich stimme in jedem Punkt zu. Ich bitte alle sich einmal über die sozialen Hindergründe der KSK zu informieren und vielleicht kann meine Webseite www.kskforum.de etwas dazu beitragen. Gerne gebe ich auch Auskunft zu meinen Erfahrungen die ich in unzähligen Gesprächen mit Anwälten , Beratern, Künstlern , Verwertern , Steuerberatern in den letzten Jahren gemacht habe . (trotz KSK , allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr )


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.12.2007, 15:45 Uhr

An dieser Stelle möchten wir nochmals darauf hinweisen: KSKontra.de ist NICHT gegen die Künstlersozialkasse im Allgemeinen. Unsere Kernaussage lautet: „Gegen ungerechtfertigte Künstlersozialabgabe“. Aussagen des DIHK oder BDS wie „die KSK muss weg“ haben einen politischen Hintergrund: Man muss das Maximum fordern, um sich in der Mitte zu treffen und einen Konsens auszuhandeln.

Dass die KSK auch ihre guten Seiten hat, kann man am Beispiel der einkommensschwachen, in der Kasse versicherten, Künstler sehen.
KSKontra.de ist jedoch der Meinung, dass die zu leistende Abgabe, auf Leistungen von NICHT in der KSK-versicherten Kreativen, nicht hinnehmbar ist. Warum werden Kreative als vermeintliche Künstler/Publizisten eingestuft, wenn diese sich selbst nicht als Künstler sehen und auch keinerlei Leistungen von der KSK fordern respektive fordern können?

Unseres Erachtens – und darin stimmen uns wohl die meisten zu – gibt es im Arbeitsleben zwei funktionierende Modelle: Selbständige/Arbeitgeber und Angestellte/Arbeitnehmer. Die einen tragen für ihr tun das volle Risiko – ohne Netz und doppelten Boden. Die anderen werden bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit vom Staat aufgefangen. Und da jeder selbst entscheiden darf und kann, ob er vom Angestelltendasein auf die Seite der Selbständigen wechseln möchte (oder andersrum) ist das auch vollkommen in Ordnung so. Das ist freie Marktwirtschaft in einem demokratischen Staat.

Es gibt auch Selbständige aus anderen Branchen, für die es eine Einrichtung wie die KSK nicht gibt und die sich selbst keine Krankenversicherung und Altersvorsorge leisten können. Was ist mit denen? Warum gibt es nicht eine generelle Grundabsicherung in Deutschland, so dass alle Selbständigen, die mit Ihrem Einkommen nicht über die Runden kommen, gegen Krankheit abgesichert sind? Warum existiert so eine Einrichtung nur für die Künstler und Publizisten? Und warum müssen hierfür auch andere, jedoch nicht alle, Selbständigen bezahlen?
Solch eine Diskussion hat sicherlich eine Daseinsberechtigung, jedoch verlassen wir damit unseren "Zuständigkeitsbereich".


KSK Mitglied am 21.12.2007, 17:47 Uhr

An KSKontra -

Das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass man die Abgabe nur auf Leistungen von KSK-Mitgliedern erhebt. Das wird nur dazu führen, dass die Firmen keine Aufträge an die KSK-Mitglieder vergeben, oder nur bei entsprechend reduzierten Preisen. Eine Forderung nach so einer Differenzierung ist im Endeffekt eine versteckte Forderung nach der Abschaffung der KSK, weil sie als solche nicht überleben wird.

M.E. ist eine generelle Grundsicherung für Freie in der Tat sinnvoll - auch in Hinblick auf die anderen Ungerechtigkeiten, die Du erwähnst.

Schöne Feiertage trotz KSK!


KSKontra.de (Heilbronn) am 21.12.2007, 19:29 Uhr

Liebe KSK-Mitglieder,

zweifelsohne sehen Sie in unserer Initiative eine Gefahr für Ihre Interessen, da unsere Forderung, dass nur Leistungen von KSK-Mitgliedern eine Abgabepflicht nach sich ziehen sollte, die latente zukünftige Gefahr einer Nicht-Beauftragung von KSK-Mitgliedern vor Ihrem geistigen Auge erscheinen lässt.
Ihren Sorgen stellen wir die Sorgen von den "Nicht-in-der-KSK-Versicherten" Personengesellschaften entgegen, denn diese Gruppe befürchtet, dass ihre mühevoll erarbeiteten Kunden zu Kapitalgesellschaften abwandern – und das OBWOHL diese Gruppe, im Gegensatz zu Ihnen, die Mitgliedschaft bei der KSK nicht wünscht und auch KEINERLEI Leistung von der KSK erhalten kann!

Das bedeutet, dass ganz gleich, welche Ängste den in der KSK-Versicherten oder den nicht-in-der-KSK-Versicherten nachts den Schlaf rauben: es muss sich etwas ändern! Beide Sorgen sind berechtigt!


Anonymer Inhaber einer GmbH-Werbeagentur am 22.12.2007, 02:45 Uhr

@ KSK Mitglied

Danke für die anregende Diskussion! Nur kurz zur Erklärung. Ich bin im Augenblick kein Opfer der KSK und die werden es auch nicht leicht mit mir haben. :] Auch wenn es vom Chef der Website in ähnlicher Form zum Ausdruck gebracht wurde, noch mal meine eindeutige Meinung:

Warum muss ich andere Künstler, wenn auch Texter finanziell mit tragen?
Als ich vor 4 Jahren nach Höhenflug am Boden war und ich die Verwandschaft um Hilfe anbetteln musste, hat mich auch kein anderer Kreativer unterstützt.

Ich wäre bereit, wenn "ALLE" im guten deutschen Lande sich daran beteiligen.
Sonst sage ich knallhart..."sucht Euch einen Job als Taxifahrer" wenn ihr als Freie Eure Familien nicht ernähren könnt. Dann ward ihr als "Künstler" nicht gut genug.
Schließlich gibt es für Bäcker, Mauerer, Verkäufer etc. auch nicht so ein Gesetz..oder müssen wir die demnächst auch unterstützen? ;]

Die Meinung, dass die KSK überflüssig ist kommt nich alleine von mir, sondern von (meinem) Controller(n)/Versicherungsexperten, Steuerberatern. Ich lasse mal Kalkulationen erstellen, was Versicherungen bei bestimmten Einkommen im Vergleich zur KSK kosten und werden dies nächstes Jahr an Agenturen kommunizieren. Wenn das alle Kreativen wüssten, wäre der KSK-Mitglieder-Anteil wahrscheinlich unter 10%.

Und wenn ich mich nicht irre sollen unsere Kunden 5,1% für unsere Leistung bezahlen, ich als
Geschäftsführer 5,1% für den selben Job und dann 5,1% für Freie, wieder für den gleichen Job.
Aber vielleicht bin ich ja falsch informiert und hatte nur einen schlechten Traum, dass die
3 x für die gleiche Leistung abkassieren.

Sorry, jetzt muss ich mich wieder einkriegen. Aber zum Schluss. Ich habe heute Abend mit meinem
Sandkasten-Freund (GBR) beim Essen darüber diskutiert. Diese Jahr hat er eigentlich nur wie ein verrückter durchgearbeitet, seine 2 Kinder so gut wie nicht gesehen und +-0Euro auf der Bank – wegen den hohen Präsentationkosten. 5 Agenturen, 2000 Euro Ausfallshonorar...dankeschön..kennt man ja.
Er macht mit seinem Team seit Jahren sehr hochwertige Arbeit, ist auch öfters in der Presse.
Würde morgen die KSK bei ihm für die letzten 5 Jahre abkassieren, könnte er übermorgen
Taxisfahren. Ich bin mir sicher der KSK-wärs Sch...egal.

Er beschäftigt zahlreiche Freie, ich beschäftige zahlreiche Freie (auch Texter mit Kindern)...ist das nichts?

Aber solange die Süddeutsche im Feuilleton Werbung für KSK macht, wird sich eh nichts ändern.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/576/149219/

So viel dazu.
P.S. Geniale Seite!

Best Grüße


KSK Mitglied am 23.12.2007, 12:45 Uhr

@Inhaber

Ich glaube eigentlich nicht, dass unsere Positionen so unterschiedlich sind. Ich habe mich gerade ein bisschen näher mit der KSK-Abgabe auf Agenturen wie Deiner befasst und ich muss sagen, das ist das größte Stück Idiotie, die ich in 20 Jahren Berufspraxis auf beiden Seiten der Atlantik gesehen habe. Hut ab, Deutschland - der neuer Meister in ungerechten, hirnrissigen Abgabemodellen.

Trotzdem – ich bin ein Fan von der KSK und würde Bemühungen unterstützen, mehr Selbständige in das deutsche soziale Sicherheitssystem zu bringen, weil ich einfach sehe, dass viele Kollegen gewisse Lebensrisiken nicht richtig einschätzen können und nicht in der Lage sind, Geld fürs Alter zu sparen. Es versteht sich, dass dieses System gegenüber der Verwerter fair sein müssen. Mit anderen Worten: die Abgabe ist nur dann vertretbar, wenn die Freiberfuler, auf deren Leistungen sie erhoben wird, einen Anspruch auf KSK-Mitgliedschaft haben (ganz egal, ob sie Mitglieder sind oder nicht).

Ich würde mir auch wünschen, dass KSKontra eine Reform anstreben würde, ohne das Ganze – wenn nur aus taktischen Gründen – in Frage zu stellen. Der Artikel, auf den Du hingewiesen hast, und die Meldung, die ich gerade bei mediafon gelesen habe (link unten)zeigen, dass so eine Taktik sowieso nicht aufgeht, da sie die Debatte sehr stark nach dem Muster „böse Industrie – gute Künstler“ positionieren lässt. Ihr habt jetzt eures kurzes Zeitfenster, aber ihr habt eure Botschaft nicht rübergebracht!

Zu Deiner Bemerkung, die KSK sei auch deswegen überflüssig, weil man sich woanders billiger versichern kann, sage ich nur, let's speak numbers. Nehmen wir mal einen typischen KSK-„Künstler“, der 1,500 EUR im Montag verdient. Über die KSK hat er Kranken- und Pflegeversicherung für ca. 100 EUR im Monat. M.E. ist das unschlagbar. Er muss natürlich auch in die deutschen Rentenversicherung zahlen, aber trotz der niedrigen Rendite halte ich so ein Zwangssparplan für die meisten Menschen für sinnvoll. Die KSK ist noch vorteilhafter, wenn man Frau und Kinder hat, wie ich. Deine Rechnung dürfte nur bei jungen kinderlosen Gutverdienern aufgehen – was mir übrigens zeigt, dass wir ganz andere Selbständigen im Kopf haben, wenn wir über dieses Thema sprechen.

So, Dir und den anderen schöne Feiertage!

Hier der Link von mediafon:


http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?si=476e4820ac05e&id=476ceacdb2187&akt=news_versicherungen&view=&lang=1)













Anonymer Inhaber einer GmbH-Werbeagentur am 23.12.2007, 16:15 Uhr

@ KSK Mitglied
Ich möchte Dir ja nicht widersprechen, dass eine geförderte Versicherung für "Wenig-Verdiener" Sinn macht. Allerdings für alle Selbtändigen, die von allen Verdienstabhängig bezahlt wird.

Dass "Künstler", was man immer darunter verstehen will, eine Alleinstellungsbehandlung bekommen, wäre ja wieder sozial ungerecht. Ich bin mir sicher, dass es in anderen Berufsgruppen genauso viele soziale Probleme gibt.

Nur ist es auch wichtig, dass in Zukunft jedes KSK-Mitglied seine Einnahmen offen legen muss, damit auch ehrlich die Einnahmen nachzuvollziehen sind. Schliesslich muss ich als GmbH (seit diesem Jahr pflicht, bis zu 450 Euro für ein PDF!) auch meine Bilanz beim beim Bundesanzeiger in digitaler Form einreichen und werde auch regelmässig vom Fiskus geprüft.

Die Sache mit den Beiträgen einer Versicherung hängt sicher vom Leistungsumfang, vom Altereintritt und vor allem vom Verdienst ab. Ich werde mir das mal ausrechnen lassen und hier posten. Im Augenblick habe ich nur leider keine Zeit dafür.
Die Einzahlung in die Rentenversicherung...darüber brauchen wir wohl nicht reden. Dann lieber jedes Monat 25 Euro in einen private Sparfond.
noch was:
Ich bin nun auch nicht mehr der Jüngste und hätte viel früher mit der Altersvorsorge anfangen sollen. Da bleibt mir auch nicht mehr so viel Zeit. Allerdings ist hier jeder für seine eigene Zukunft in gewisser Weise selbst verantwortlich. Vor allem als Selbständiger muss man früher oder später Verantwortung übernehmen. Es kann sein, dass sich die KSK bei Familien und geringen Einkommen rechnet. Allerdings möchte ich mit 1500 Euro als Selbständiger besser keine Familie ;]

Wenn Herr 1.500 Euro mal irgendwann 3.500 Euro oder mehr verdient geht es bei der KSK mit dem Abkassieren los. Und man kommt einfach nicht mehr raus...ohne Tricks auf jeden Fall nicht. Und dann sollten wir die Rechnung neu aufmachen...wie Du ja selbst bemerkt hast.

Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache. Sobald ich einen Euro an die KSK zahle, werde ich allen KSK-Versicherten die Zusammenarbeit kündigen.

So jetzt muss ich aufhören, muss noch meinen Beitrag für die GEZ (wegen Fernsehen mit den PCs, obwohl wir dies ja nie machen, geschweige die Öffentlichen in der Lage sind Ihre Programme zu streamen, aber das ist war ja ein anderes Forum...)...ach ja und die GEMA-Gebühren, wenn wir hier mal Musik laufen lassen. Kommt eigentlich 2009 eine höhere Internetanbindungs-Gebühr für die Datenvorhaltungsspeicherung zu unserem Schutz?

Eine schöne Weihnachtszeit
vom Meckerfritzen
Dr. Inhaber


Anonymer Inhaber einer GmbH-Werbeagentur am am 25.12.2007, 00:25 Uhr

...noch was, da mich das Thema auf die Palme bringt.
Ich hoffe heute mit weniger Schreibfehlern...sorry..die Eile.

Ist Euch Kreativen eigentlich klar, dass unserer lieben Bundesregierung ein Gesetz, dass die kleinen und den Mittelstand belasstet, lieber ist, als eine soziale Versorgung für "Wenig-Verdiener" aus dem Topf unserer Steuergeldern?

Die erhöhen sich lieber Ihre Diäten, bauen für eine halbe Milliarde Schlösser in Berlin, den Transrapid in München (weil der Huber mit Siemens und Co unter einer Decke steckt), einen vollkommen überteuerten, übertriebenen Lehrter Bahnhof, oder subventionieren Airbus in Milliardenhöhe, usw...

Ich habe selbst erlebt, dass ich der Stadt XY vorgeschlagen habe eine Themenwebsite, die ein wahnsinniger Beamter mit Frontpage "programmiert" hatte, auf ein CMS umzustellen um in Zukunft Kosten zu sparen. Die Antwort war "nein..die Seite darf nicht neu erstellt werden...nur überarbeitet". So haben wir zwar Arbeit, aber bereits nach 2 Überarbeitungen hätte die Leute eine sinnvolles System, mit dem sie ihre Änderungen in Zukunft selber einpflegen könnten. Aber die Beamten müssen ja nicht wirtschaftlich denken wie wir.

So wird mit unserem Geld umgegangen! Das sollte Teil der Diskussion werden. Bin ich nur der einzige den sowas nervt?!?

Na dann..gute Nacht.


KSK Mitglied am 30.12.2007, 23:44 Uhr

@Anonymer Inhaber

Nein, Du bist nicht der einzige, der so was nervt, aber ich glaube, das führt uns zu weit ...

Zum Thema Ehrlichkeit bei den KSK-Mitgliedern - die KSK hat dieses Jahr auch bei den Versicherten die Kontrollen erhöht. Das wird M.E. zu realistischeren Einkommenseinschätzungen führen. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn die Mitglieder jedes Jahr ihren Steuerbescheid als Einkommensnachweis einreichen müßten. Wie Du aber schon weisst, könnte das für die Verwerter nach hinten losgehen, da es eventuell einen höheren Finanzierungsbedarf mit sich bringen könnte.

Guten Rutsch!


Anonymer Inhaber am 31.12.2007, 18:58 Uhr

@KSK Mitglied

..auch Dir einen guten Rutsch! Heute wird erst mal gefeiert. ;]


Joachim Griebe am 31.12.2007, 19:09 Uhr

Ich wünsche einen guten "Rutsch" - ...und : nein Du bist wirklich nicht der Einzige den "das nervt" .. (an "Anonymer Inhaber") . Dank an den Betreiber dieser Webseite - ist eine Menge Arbeit soetwas ...


MN (Hamburg) am 03.01.2008, 21:43 Uhr

Dieser Sachverhalt ist so nicht richtig. Ich warheute erst beim Anwalt und habe micht ausgiebiginformiert. Uns liegt auch ein bisher nicht veröffentlichtes Urteil vor, dass ich auf Nachfrage gerne dieser Website zur Verfügung stelle!


KSKontra.de (Heilbronn) am 03.01.2008, 22:47 Uhr

MN: Geht es um den im Thema erwähnten oder um einen in den Kommentaren beschriebenen Sachverhalt?
Und: Natürlich wäre das Urteil sehr interessant für alle Beteiligten. Sie haben Post …


Geschäftsführender Gesllschafter Design am 08.01.2008, 00:46 Uhr

Hallo,

ich verstehe die Ängste für die zukünftigen Projekte nicht so ganz. Wenn man das Problem der Zwangszahlung als Personengesellschaft kennt, kann man doch seine Kunden und zukünftigen Kunden darauf hinweisen. Letzten Endes zählt doch die Summe unterm Strich (und muß ins Budget passen): Bei den Preisdifferenzen bei vergleichbarer oder auch für den Kunden nicht vergleichbarer Leistung, die ich in letzter Zeit erlebt habe, fallen 5,X% nicht sehr ins Gewicht. Ein Beispiel: zu DM-Zeiten hatten wir ein Projekt für 16.000 DM angeboten. Erhalten hat es eine Agentur für 6.000 DM, wie angeboten. Das nächste Projekt war mit einer Preisdifferenz von 3.000 zu 13.000 EUR. Und aktuell habe ich heute einen Auftrag nicht erhalten, bei welchem die 3 Angebot so lagen: 8.000 / 14.000 / 24.600 EUR für ein und dieselbe angefragte Leistung. Was spielen 5,X% da für den Kunden für eine Rolle - wenn er günstig einkauen und sein Budget einhalten kann?

Ich finde persönlich einen ganz anderen Aspekt sehr ärgerlich: ich war 8 Jahre lang eine Personengesellschaft. Ich mußte nichts an die KSK zahlen, wenn ich selber gearbeitet habe. Nur auf Freie und meine Kunden halt auf meine Leistung (und die meiner Angestellten). Nun habe ich vor 3 Jahren mein Unternehmen in die Einzel-GmbH geführt, um steuerlich besser strukturieren zu können (hat sich bei meiner Umsatzgröße noch nicht ausgezahlt) und meinen Kunden gegenüber als Unternehmer aufzutreten. JETZT zahle ICH 5% auf dieselbe Leistung, auf die ich vorher nicht zahlen mußte, nur weil ich jetzt bei meiner eigenen Firma mein eigener Angestellter bin. Übrigens stehe ich vor dem Finanzamt und vor der Krankenkasse wiederum als Selbständiger. Ich zahle vorerst mehr (IHK, BG, Bilanzen, Körperschaftsteuer, etc.) obwohl ich dasselbe wie zuvor leiste. Und nun noch pauschal auf mein Gehalt KSK???? Wo nun meine Tätigkleit als „Künstler“ nur einen kleinen Teil ausmacht, neben Arbeitsbeschaffung, Personalführung, Buchhaltung, etc.

Ich habe echt einen Hals und werde kein Mitglied der KSK mehr beschäftigen, es denn, es kann mir eine Rechnung über Unterstützung bei der Buchhaltung, Reinigung, Einkauf o.ä. schreiben. Gerecht ist nicht, wenn ich mehr zahlen muß (es geht jetzt schließlich von MEINEM Geld ab - auch wenn ich dies dem Kunden aufschlagen könnte - wie jeder andere auch) aber ich als offiziell Gewerbetreibender überhaupt KEINE Ansprüche habe auf Leistungen.

Davon mal abgesehen ist die KSK eh nur ein Modell für Kreative, die es in der Wirtschaft nicht weit bringen und wenig wirtschaftliches Verständnis haben - außer sie nutzen es als Sprungbrett (viel Erfolg beim Austrittsversuch!). Denn verdient man zu viel (das sollte uns aller Ziel bei unserem Tun sein) ist man bei denen bestraft. Verdient man zu wenig, bestraft man sich dort selbst: Ich stand vor 10 Jahren an der Schwelle zur Selbständigkeit und vor der Frage in die KSK einzutreten. Ein Gespräch mit meinem Versicherungsmakler brachte mich davon ab. Denn bei geschätzten 5.000 DM Monatsumsatz hätte ich gut 1.000 DM in die Rentenkasse einzahlen müssen und wäre ein schlecht betreutes Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse gewesen. Dass wir aus der Rentenkasse nichts heraus bekommen, weiß inzwischen wohl jeder. Und damals war für mich die private Krankenkasse DEUTLICH günstiger als die gesetzliche (freiwillig versichert etwa 700 DM, davon 50% von der KSK). Heute bin ich privat versichert (290,- EUR, meine Frau 350,- und 2 Kinder je 100,- auch), es geht mir besser und ich habe ein wenig mehr Geld über für meine private Altersvorsorge.
Hinsichtlich der Rentenentwicklung, kann man doch nur davor warnen, KSK-Mitglied zu werden.


KSK-Mitglied am 08.01.2008, 09:20 Uhr

@Geschäftsführender Gesllschafter Design

bei geschätzten 5.000 DM Monatsumsatz wäre DEIN Anteil an der Rentenkasse nur 500 DM, nicht 1.000 DM. Bei gleichem Einkommen und mitversicherter Frau und 2 Kindern, wäre es finanziell am sinnvolsten, in der gesetzlichen Krankenasse und der KSK drin zu bleiben. Das Geld, das man gegenüber einer privaten Kasse bei der gesetzlichen Krankenkasse spart, kann man in die private Altersvorsorge stecken.

Du schreibst, dass die KSK nur ein Modell für Kreative ist, die es in der freien Marktwirtschaft nicht weit bringen.

Die Sache ist die, dass bei manchen Berufen die Preise einfach nicht drin sind, die Du als Inhaber einer Agentur verlangen kannst. Ich denke, man muss über diese platte Vorurteile hinwegkommen (er/sie verdient wenig, er/sie ist dumm/faul/unerfolgreich), um zu einer ausgewogenen Sicht der Dinge und eine faire Lösung zu kommen.

Zu Deiner Drohung, keine KSK-Mitglieder mehr zu beschäftigen kann ich nur folgendes sagen:

Die Mitglieder sind nicht verpflichtet, Dir zu sagen, ob sie bei der KSK Mitglied sind. Du kannst es ehe nicht kontrollieren. Wenn Du so drauf bist, worum sollte sie Dich nicht einfach anlügnen?

Viel besser wird es sein, eine gesetzliche Lösung zu finden, womit alle leben können.




@Geschäftsführender Gesllschafter Design am 08.01.2008, 10:32 Uhr

@ KSK-Mitglied

ich kann Deine Einwände verstehen. In Sachen Renten- und Krankenkasse bin ich Künstler: ich kann mit meinem Ego nicht vereinbaren, in ein marodes System Beiträge zu zahlen, ohne eine angemessene Leistung zu erhalten. Zu der ges. Krankenkasse muß man sich privat Zusatzversichern um eine adäquate Versorgung zu erhalten (natürlich ist das in anderen Ländern schlimmer als hier). Warum soll ich auch nur 500 DM in ein Rentensystem zahlen, wenn mir das System inzwischen sogar schon mit Nachdruck sagt „es gibt nicht mehr genug für alle - sicher Dich privat ab“. Und KSK-Mitglied kannst Du nicht sein, OHNE in die Rentenkasse zu zahlen. Woher entstammt denn diese ganze derzeitige Abzockdynamik? Sicher hat man festgestellt, dass nicht genug Geld im System ist (Rente, etc). Also sucht man neue Geldquellen und formuliert schwammige, auslegbare Definitionen - aber nicht im Sinne des betroffenen Zahlungspflichtigen.
Sicher gibt es Berufe, die weniger Geld verdienen als Designer. Aber warum soll ich die zu meinen Steuerleistungen zusätzlich unterstützen? Die Reinigungskraft, der Postzusteller, die Fachverkäuferinnen erhalten auch keine Zusatzleistungen, sondern müssen sich mit dem System arrangieren. Oder bekommen halt Hartz4 - es gibt auch noch Wohngeld etc. Ich habe genügend Leute kennengelernt, die faul sind, dem Begriff ArbeitNEHMER eine neue Definition verleihen. Leuten, denen ich eine reale Chance gegeben haben und die mich enttäuschten. Die fachlich gesehen lieber Taxi fahren sollten.

Glaubst Du im ernst, dass ich nicht merke, wenn Du mich beim Kennenlerngespräch auf meine Frage nach KSK-Mitgliedschaft anlügst? Es gibt genügend Frageformen das heraus zu bekommen und Dein Körper kann nicht so gut lügen wie Deine Worte.

Ich finde es für viele Berufe passend, dass es die KSK gibt, aber dann soll es doch bitte schön so sein, dass die Verwerter der Mitglieder, die Mitglieder selbst einzahlen, und nicht Personen, die gar keine Ansprüche und gar nichts mit der KSK zu tun haben. Warum soll ich arbeiten, und mit meiner Arbeit, durch meine Beiträge andere finanzieren, die es selber (warum auch immer) nicht schaffen? Überall stößt man auf diese sozialistischen Züge. Das fängt schon beim Kindergarten an, wo ich als „Besserverdiener“ 400,- EUR mtl. zahlen soll und anderen den Platz mit finanziere. Wenn ich mich anstrenge, mehr arbeite, dadurch mehr verdiene, soll ich auch mehr abdrücken, oder wie? Wo bleibt meine Motivation? Wer zahlt, wenn wir Besserverdiener nicht mehr leisten wollen und auch die Hand aufhalten? Ich kann mich auch hin setzen, hübsche Bilder malen, tolle Theaterstücke entwerfen, Gedichte oder Texte schreiben und dann schmollen, wenn keiner kauft. Wieviel Kunststudenten wollen nur ihr Ego befriedigen und orientieren sich gar nicht am Bedarf des Marktes. Wenn es ein gutes Angebot gibt, gibt es auch eine gute Nachfrage. Dann sollten die weniger erfolgreichen Ihr Geschäftsmodell unterstützen und nicht der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Welche Motivation hat denn ein KSK-Mitglied zu kämpfen, wenn es günstig abgesichert ist. Mal abgesehen davon, dass viele KSK-Mitglieder auch deswegen günstiger anbieten und die Marktpreise verzerren können. Ich bekomme auch nicht immer das, was ich verdiene. Wir sind in einem Wettbewerb und ich bekomme sicher oft genug weniger als manche KSK-Mitglieder. Aber ich fälsche nicht meine Einkommensverhältnisse, sondern stehe zu meiner Leistung und Leistungsbereitschaft. Subventionen sind auch in anderen Bereichen in der Kritik.

Denkt als KSK-Mitglied doch mal über das Recht der Gleichberechtigung nach. Der Chancengleichheit. das wird durch Subventionen verzerrt!

Eine Lösung mit der alle leben können? Gibt es doch schon: Arbeiten als Angestellter, sich anstrengen als Selbständiger mit VOLLEM Eigen-Risiko oder halt Hartz4. Wozu diese Sonderbehandlung?


KSK Mitglied am 09.01.2008, 09:25 Uhr

@Geschäftsführender

Du hast viele Fragen aufgeworfen. Ich kann nur auf ein paar eingehen.

Ich habe oft genug in meiner Laufbahn als Freiberufler Firmen erlebt, die Freiberufler beauftragt haben, um feste Anstellungen und die damit verbundenen Sozialabgaben zu sparen, oder deren Geschäftsmodell sogar ganz auf der Einstellung von Freiberuflern (oder Praktikanten) basierten. Dass sie die 5% leisten – soll ich hier Tränen weinen?

Sicherlich sind das nicht alle Firmen, aber ich biete das einfach als Gegenentwurf an zu dem von Dir propagierten Bild des armen abgezockten Unternehmers.

Ich arbeite nicht für Kunden, die sensible Fragen zu meiner sozialen Absicherung stellen. Insofern erübrigt sich die Diskussion, ob Du so schlau wärest, mich beim Lügen zu ertappen. Ich sah mich vor ein paar Jahren mit solchen Fragen konfrontiert, aber die Sekretärin, die damit beauftragt war, hat die Sache fallen lassen, als ich meine Bedenken dazu geäußert habe. Es war ihr peinlich – nicht jeder spielt gern der finanzielle Stasi-Spitzel.

Was Du über die Rentenversicherung schreibst ist richtig. Ein Alarmsignal war das Tempo, mit dem die Politiker, die sich sonst über nichts einigen können, das Gesetz zur Anhebung des Rentenalters verabschiedet haben. Sie sind sich sehr wohl des Ernsts der Lage bewusst. Meinst Du, sie werden in einer solchen Situation die KSK abschaffen? Träume weiter. Die Rentenkasse kann es sich schlicht und einfach nicht leisten, auf die 160.000 Beitragszahler zu verzichten. Es muss deshalb darum gehen, eine KSK-Lösung zu finden, womit alle leben können. Deine Forderung, alle Selbstständige außerhalb des Systems zu verorten, mag für Beifall in der einigen Reihen gut sein, aber sie geht an den Sachzwängen der deutschen Politik völlig vorbei.

Da ich davon ausgehe, dass ein Kindergartenplatz einiges mehr als 400 EUR im Monat kostet, müsstest Du richtigerweise schreiben, dass Dein Geld die anderen Eltern *nicht* mitfinanziert, sondern, dass Du weniger vom Staat selbst subventioniert wirst als andere. Wenn Du Dein Kindergeld dazurechnest, kommst Du sicherlich auf stattliche *Subventionen* von mehr als 6.000 EUR im Jahr. Und da der Herr Geschäftsführer das tiefe Verständnis von komplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen hat, wohnt er womöglich nicht mehr zur Miete und hat schon längst sein Häuschen gebaut – und noch rechtzeitig die Eigenheimlage kassiert. Das macht dickes Geld. Wenn wir schließlich davon ausgehen, dass Deine Kinder irgendwann studieren, wird es recht üppig mit den Subventionen – oder legst Du bereits jetzt das Kindergeld an, um ihnen ein Studium z.B. in den USA zu finanzieren (30,000 – 40,000 Dollar im Jahr)?

Aber ehrlich gesagt geht es mir nicht um die finanzielle Unterstützung, die Du eventuell vom Staat bekommst aber hier gar nicht in Betracht ziehen willst. Es geht mir um die Gesellschaft, die durch diese Umverteilung geschaffen wird und von der Du auch - und auf subtilere Weise -profitierst. Aber das ist ein ganz anderer Beitrag.


Geschäftsführender Gesllschafter Design am 09.01.2008, 23:54 Uhr

@KSK Mitglied

Es tut wenig zur Sache, über staatliche Subventionen zu sprechen, die die Allgemeinheit beziehen kann. Ja, ich habe noch schnell die Eigenheimzulage mitgenommen, ja, der Kitaplatz kostet angeblich 1.000,- EUR im Monat - wobei ich arg anzweifle, wie ein solcher Betrag zustande kommt. Wenn eine Kita 50 Kinder hat und 5 Erzieher, bezweifle ich, dass wirklich 50 Tsd EUR im Monat notwendig sind. Ich habe an einer Privatschule studiert - selbst finanziert, was günstiger war als der Kitaplatz. Wir suchen einen Schulplatz und ich bin mehr als bereit, meinem Sohn eine private Grundschule mit 200-300 EUR/Monat zu finanzieren und woanders zu sparen, damit er eine vernünftige Ausbildung und Zukunft bekommt.

Aber zurück zum Thema: Die Politiker suchen Lösungen, die sie über alle stülpen können, doch jedes Indivduum und viele Geschäftsmodelle unterscheiden sich arg. Da bleibt schon mal jemand auf der Strecke. Bei aller Diskussion um eigene Absicherung, Abzocke, etc. sollte man die Gleichberechtigung, Gleibehandlung und Fairness im Auge behalten. Ihr würdet der Rentenkasse nicht verloren gehen, wenn die KSK geschlossen würde. Ich müßtest Euch eine Anstellung suchen. Wenn Ihr selbständig richtig erfolgreich werdet, würdet Ihr doch auch nicht freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Der Generationenvertrag funktioniert schon lange nicht mehr. Auf welcher Grundlage fordert Ihr den Erhalt Eurer zusätzlichen Subventionen? Subventionen, die andere Berufe und Branchen nicht nutzen können? Wer unterstützt mich, wenn meine Geschäfte nicht mehr laufen? Ich bin sofort ein Fall für Hartz4 - und kann als erstes alles was ich mit meinem Schweiss mir erwirtschaftet habe veräußern, ehe ich Unterstützung erhalte. Mich fängt keine KSK auf!!!! Warum also soll ich dort einzahlen? Wo ist da die Gleichberechtigung, die Chancengleichheit? Ich muß als GF Beiträge auf mein Gehalt aus meiner Tasche zahlen, Prozente von meinem Gehalt. Die zahlt sonst niemand. Ich soll also zahlen für etwas, wovon ich nichts habe? Für Leute, die mir mein Geschäftsleben als günstige Wettbewerber schwer machen - sofern sie identisches leisten?

Jeder sieht seine eigenen Probleme, jeder ist sich selbst am nächsten. Aber um im Sinne der Politik in Sachen Massenbehandlung, Gleichberechtigung, Schubladenbildung zu denken, gehört die KSK als Bevorteilung einer Minderheit, als unsozial gegenüber der Masse (die nicht solche Vorzüge genießen können) abgeschafft. Wir haben ein vernünftiges System dem Ihr Euch auch anpassen könnt. Wenn ein Mann selbst 1.500,- verdient und Frau und Kind hat. Warum geht die Frau dann nicht auch arbeiten? Es gibt auch hier genügend Möglichkeiten und Unterstützungen, über die Runden zu kommen. Künstler sind oft Links, sozialistisch und sehr von sich selbst überzeugt. „Die anderen sollen zahlen, ich bin kreativ und habe alle lieb“.

Es gibt schwarz-weiß, Links-Rechts, Angestellt-Selbständig, Kunst-Wirtschaft und eine ganze Menge dazwischen. Und alles läßt sich nicht auf einen Nenner bringen. Doch bei Ungerechtigkeit, seid Ihr Künstler doch die ersten, die aufbegehren. Also steht auf, fordert Gleichberechtigung! Fordert Chancengleichheit! Seit solidarisch mit den Mehrheit des deutschen Volkes und fordert die Abschaffung der KSK, da diese eine Minderheit bevorteilt! Ich bin Künstler, ich bin Dienstleister und ich erwirtschafte mein Lebensunterhalt und meine Absicherung selbst. Durch meine eigene Leistung! Mir schenkt keiner etwas, was nicht auch alle anderen haben können.


KSK Mitglied am 11.01.2008, 09:16 Uhr

@Geschäftsführender

Vieles, was Du sagst, stimmt einfach nicht. Ich bin erfolgreich in meinem Beruf, es lohnt sich trotzdem für mich, über die KSK in die Rentenkasse einzuzahlen. Du hast da die Kalkulationen nicht gemacht oder willst Dich nicht richtig in die Lage von Selbstständigen mit Verdienst von weniger als 3.500 im Monat hineinversetzen.

Natürlich gehe ich in meinen Berechnungen davon aus, dass die Rentenkasse nicht ganz zusammenbricht, aber die Politik kann sich das einfach nicht leisten. DE wird sich total verschulden, eher das passiert.

Dass die KSK zu einer Wettbewerbsverzerrung führt, halte ich für ein Scheinargument, das keine Basis in der Realität hat. Viele Kollegen (nicht in der KSK) kümmern sich gar nicht um Altersvorsorge. Da bin ich entscheidend im Nachteil, weil ich in die Rentenkasse zahlen muss. Abgesehen davon bestimmen die Preise andere Faktoren.

Die KSK ist kein Rettungsfonds für gescheiterte Selbstständige. Durch meine eigene harte Arbeit und meine eigenen Beiträge erwerbe ich lediglich Anrecht auf Leistungen aus der Rentenkasse, Pflegekasse und Krankenkasse. Mehr nicht. Wenn ich nicht mehr profitabel arbeite als Selbstständiger, kann ich nicht zur KSK mit aufgehaltener Hand gehen und sagen: Gebt mir Geld, gebt mir Geschenke. Nein, ich fliege da raus. Wo denkst Du hin, wenn Du sagst, sie fangen mich auf?

Ja, das tut mir leid, das auf Deinem Gehalt Du die 5% zahlen musst. Sicherlich ein Skandal. Dann fordere selbst, dass diese Regel abgeschafft wird. Ich als KSK-Mitglied werde nicht dagegen protestieren. Ich werde nicht dagegen protestieren, wenn Du sagst, nur die 5% auf Leistungen, wo der Leistungsbringer Anspruch auf KSK-Mitgliedschaft hat. Die ungleiche Behandlung von „Künstlern“ gegenüber anderer Selbstständigen sehe ich nicht als Grund, die KSK abzuschaffen, sondern als Grund, über eine Erweiterung nachzudenken.

Das ist sicherlich nicht in Deinem Interesse, aber alles der freien Marktwirtschaft zu überlassen, halte ich persönlich für fragwürdig. Deutschland ist immer noch stark gegen die Auswirkungen der puren Marktwirtschaft geschützt, und ich denke, dass die Deutschen, die so was fordern, nicht wirklich wissen, was es bedeutet. Darüber sollte man diskutieren – über die absolute Verkommerzialisierung des Lebens, über ein Leben also, das nicht außerhalb des Marktes existiert.

Aber auf eins bist Du nicht eingegangen. Firmen wie Deine profitieren von Selbstständigen, in dem sie die bei einer Festanstellung anfallenden Arbeitskosten sparen. Wo man nicht mehr über 20% zahlt, sondern nur 5%, das nenne ich ein Geschenk. Ansonsten könntest Du die Abgabe zum großen Teil umgehen, in dem Du Deine Leute einfach einstellst – auch zur Freude der Rentenkasse.


Guido am 11.01.2008, 11:30 Uhr

Ich bin fernab von Glaubenskriegen – eine Abschaffung der KSK wäre schon im Hinblick auf eingezahlte Beiträge der jetzigen Mitglieder höchst problematisch. Deshalb stellt sich für mich nicht vordringlich die Frage, ob die KSK ihre Existenz behalten sollte oder nicht. Viel mehr stelle ich die Forderung, dass Abgaben lediglich auf Leistungen zu erheben sind, die auch von KSK-Mitgliedern erbracht worden sind. So einfach ist das! Solidarität ist aller Ehren wert – aber hier geht es nicht um die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft, sondern um wenige Dienstleister, die im Wettbewerb mit einer großen Mehrheit stehen und sich im Kostenkapitel einen mehr oder weniger klaren Vorteil verschaffen. Dies sehe ich alles andere als sozial und wettbewerbsgerecht. Eine weitere Frage stellt sich für mich nach der Verwendung der zu erwartenden Geldmittel. Durch das System kann wesentlich mehr eingenommen werden, als für die Ansprüche der Mitglieder benötigt wird. Wo also versickern eventuelle Überschüsse?


KSK-Mitglied am 11.01.2008, 16:55 Uhr

Wenn die Einnahmen sprudeln, wird die Abgabe im darauffolgenden Jahr gesenkt. Was die KSK mit eventuellen Überschüßen macht, ist eine gute Frage.


Geschäftsführender Gesllschafter Design am 14.01.2008, 08:12 Uhr

@KSK-Mitglied

Tja, so sind wir beide wohl Gefangene in unserem jeweiligen Pauschalierungsmodell. Jeder hat nur den Blick innerhalb seines ihm bekannten Tunnels. Seit der Gesetzgebung gegen die Scheinselbständigkeit, ist es nicht mehr so interessant, mit freien Designer zu arbeiten. Frei sind für uns Feuerwehr, wenn für ein paar Tage oder Wochen zu viel zu tun ist. Wenn nicht genügend Auslastung für einen Festangestellten besteht. Ein Freier kostet mich pro Tag gesehen deutlich mehr als ein Fester. Und ich arbeite lieber mit Festen, denn mit denen kann ich planen, auf die kann ich meist mehr verlassen (dass Sie zur Arbeit kommen). Ich habe mit einigen freien Grafikern gearbeitet (Stundensätze zwischen 25 - 60 EUR zzgl. Steuer), die an ein bis 2 Tagen Arbeit leider im Ergebnis ihr Geld nicht wert waren. Kein Festangestellter kann mich so viel kosten. Ich habe früher für Agenturen selbst als fester Freier gearbeitet. Das war in meiner Branche für alle Beteiligten ein sehr gutes Modell. Ist aber dank der Sozis abgeschafft worden.

Ein Lösung des KSK-Problems sehe ich auch am ehesten darin, dass NUR die Mitgliedlieder und Leistungsnehmer selbst die Gebühren entrichten. Sollt Ihr doch 10% auf Eure Leistung aufschlagen (bereits im Angebot berücksichtigt) und dieses abführen. Das wäre ein faires Modell, für den ganzen Rest, für die Gesamtheit der Bevölkerung. Dann entscheidet wie ansonsten überall der Preis unter dem Strich, wer beauftragt wird. Dann sind wir wieder im fairen Wettbewerb.


Geschäftsführender Gesllschafter Design am 14.01.2008, 08:15 Uhr

und die Verwaltungsarbeit läge auch bei Euch. Lasst uns Auftraggeber und die Unternehmen (Verwerter) aus der Thematik raus. Ihr habt eh Verwaltungskorrespondenz mit den Bürokraten der KSK


KSK Mitglied am 14.01.2008, 08:45 Uhr

„Gefangene in unserem jeweiligen Pauschalierungsmodell“ finde ich dann wieder viel zu pessimistisch, weil ich nicht hier bin, um nur meine Position darzustellen, sondern auch Eure kennen zu lernen. Das, was ich hier erfahren habe, hat meine Meinung von der KSK stark geändert. Es ist aber klar, dass wir andere Interessen haben.

Bei Deinem 10%-Modell übrigens würden die meisten KSK-Mitglieder besser ohne Ihre Mitgliedschaft fahren. Da müßte wohl was besseres kommen.


KIPPT DIE KSK! am 31.01.2008, 21:03 Uhr

Bitte nicht Spammen. Der ursprüngliche Kommentar – der von KSKontra.de an dieser Stelle gelöscht wurde – ist hier zu finden.


Sven (Köln) am 20.02.2008, 19:10 Uhr

Hallo,

mein Steuerberater meint, mit einer GmbH & Co.KG käme man aus de ganzen Promlematik raus (auch mit der KSA-Abgabe auf das Geschäftsführergehalt). Hat jemand schon was ähnliches von seinem Berater gehört?


Hans (/ nahe Bremen) am 05.03.2008, 15:56 Uhr

Wir als Webagentur sind von Kunden auch schon aufgefordert worden, bitteschön eine GmbH einzurichten, weil er, der Kunde, dann keine KSK-Abgaben mehr zahlen müsse.
das aber ist eine Luftnummer, denn danach blieben die Abgaben allein bei uns hängen - wir müssten also die Preise erhöhen - der Kunde müsste mehr zahlen. Eventuell sogar mehr als die KSK-Abgabe. So haben wir es dem Kunden gesagt - das hat er dann verstanden.

Jetzt teilen wir uns den Spass fifty-fifty, obwohl das sogar durch das KSVG verboten ist. Aber wir wollen den Kunden ja schliesslich halten und nicht an eine der GmbHs verlieren.

Und da ist wohl auch der grundsätzliche Ansatz zu suchen ... kleine und kleinst Agenturen haben nicht die Lobby in Berlin, gegen die jetzige Form des KSK-Abgaben-Verfahrens anzugehen ... und die grossen Agenturen reiben sich die Hände. Schliesslich führt das Abgabe-Verfahren ja dazu, die Kunden in die Arme der GmbHs zu treiben.

Wenns so bleibt, wie es ist, sind kleine und Kleinstagenturen die Dummen.


Andreas (Berlin) am 16.08.2008, 15:30 Uhr

Richtig, also ist diese Regelung, so weit ich das beurteilen kann, stark wettbewerbsverzerrend. Ich bin gegenüber einer GmbH benachteilig und muss nun zum Jahreswechsel eine gründen. Wo ist die Kanzlei, welche das als Sammelklage durchboxen möchte? Ich bin dabei!


Alois (Braunschweig) am 24.08.2008, 16:43 Uhr

Hallo - wollte mal folgendes nachfragen. Angenommen man ist ein EDV-Spezialist (freier, d.h. selbstständiger Programmierer, Dipl.-Informatiker), schreibt ein Buch, lässt es in Eigenregie drucken und vertreibt dieses selbst per Internet. Fällt man dann unter die Publizisten und ist ein Fall für die KSK. Muß man weiterhin für das Buch, daß an den Endkunden (in der Regel Privatperson) verkauft wird, die Abgabe zahlen?
Danke für die Antwort!
I


KSKontra.de (Heilbronn) am 02.09.2008, 09:27 Uhr

an Alois:
"Nur" weil man ein Buch schreibt, ist man nicht plötzlich Autor - vermuten wir. Sonst wäre jeder, der ohne Ausbildung den Garten mäht plötzlich auch Gärtner... Aber evtl. liegen wir hier auch falsch.

Sie sind hauptberuflich Programmierer und haben erfolgreich Informatik studiert. Somit sind Sie nach dem KSVG kein Künstler. Sie sind freiberufler.
Wenn Sie ein Buch schreiben und dieses über den Handel verkauft wird, müssen Sie als Autor keine Abgabe zahlen. Falls überhaupt eine Abgabe zu leisten wäre, dann von Ihrem Verleger an die KSK. Da Sie aber keinen Verleger haben, sollte diese Sorge unbegründet sein...

Auch wenn Sie einen Verleger hätten, müsste dieser u.E. keine Abgabe für Sie leisten, da Sie ja – wie bereits festgestellt – kein Künstler sind. Hätten Sie Journalismus studiert und würden als freier Redakteur bei einer Tageszeitung arbeiten, sähe das schon anders aus. Dann müsste ein Verleger für Ihre Leistung die KSA leisten.


Ella (PCaBpihfTRdsKHm) am 24.08.2012, 08:57 Uhr

Danke ffcr deinen Beitrag, @Stefan.Die Debatte um die Meinungsfreiheit tifrft meines Erachtens den Kern der Sache gerade nicht.Ginge es um Meinungsfreiheit, wfcrde Aaron seine Meinung in seinem Blog oder auch gegenfcber der Piratenpartei begrfcnden und verteidigen, auf Argumente eingehen und darlegen, warum ihm seine Themen so wichtig sind. Er tut es nicht, er taucht ab, reagiert nicht und behauptet spe4ter, er he4tte keinen Schaden angerichtet.Wie passt zum Beispiel sein Klagevorbehalt gegenfcber der Jungle World wegen einer (zugegebenermadfen geschmacklosen) Satire zum hohen Gut der Meinungsfreiheit? Herr Koenig tritt es selbst mit Ffcdfen.Aaron Koenig hat sich bislang in keinem Punkt kooperationsbereit gezeigt und begegnet auch sachlicher Kritik mit Taubheit. Er missachtet Zusagen an den Bundesvorstand und fcbernimmt nicht die Verantwortung ffcr sein Handeln. Die Forderung nach Rfccktritt ist keine Reaktion auf einen einmaligen Ausrutscher. Herr Koenig betreibt seine provokative Politik seit mehr als einem halben Jahr wieder und wieder.Finde ich so ein Verhalten bei Basispiraten e4udferst unschf6n, kann ich es bei einem Amtstre4ger nicht tolerieren. Ich fordere keine Rfcbe-Ab-Politik, bei der ein Vorstandsmitglied nach einem Ausrutscher sofort einen Kopf kfcrzer gemacht wird. Ich fordere Konsequenzen, wenn solche Provokationen System haben. Wie piratig ist es, wenn wir so hierarchiegle4ubig sind, dass der Vorstand unabhe4ngig von seinen Taten unantastbar ist? Ist das die viel beschworene Basisdemokratie, die wir fordern?


Mauve (WKlSyyAnkpiKoVdWDOC) am 03.09.2012, 11:59 Uhr

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