empfehlen Sind Werbeagenturen Künstler?

Wenn es nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) geht: JA. Eine Werbegrafik, ein Pressetext, ein Geschäftsbericht oder eine Image-Broschüre: alles Kunst.

Hier ist also das KSVG anderer Meinung, als z.B. die Finanzbehörden. Davon kann jeder Werber, der beim Finanzamt versucht hat, als Freiberufler anerkannt zu werden (um so die Gewerbesteuer zu umgehen), ein Klagelied singen. Seltsam ist hierbei jedoch, dass sowohl Finanzbehörden, als auch das KSVG den Segen der Bundesregierung haben.

kskontra.de ist der Ansicht, dass hier eine selektive Gleichmacherei betrieben wird, die selbständige Werber und deren Auftraggeber schlechter stellt! Was meinen Sie?

Joe am 07.11.2007, 12:06 Uhr

Das kann doch kein geltendes Gesetz sein, oder? Gewerbesteuer bezahlen, privat für die Rente vorsorgen, freiwillig krankenversichert sein: that's my life! Aber dann soll mein Kunde für meine Leistung auch noch eine Künstlersozialabgabe bezahlen! Wofür? Ich bin kein Künstler! Ich bin auch nicht in der Künstlersozialkasse versichert! Wenn ich meine Selbständigkeit an den Nagel hänge, kann ich nicht bei der KSK anklopfen und sagen: "Hallo, habt ihr mir mal was an Kleingeld?"
Absolut nicht nachvollziehbar! Erklär das mal bitte einer unseren Kunden! Ich habe mit meinem Partner eine Werbeagentur und bis jetzt eine sehr gute Beziehung zu unseren Kunden. Dank dieser Abgabe wird das wohl nicht mehr allzu lange so bleiben... Mann, Mann, Mann...


Frank am 09.11.2007, 10:26 Uhr

Das Problem an der KSK-Abgabe ist einfach dass es eine zusätzliche Einnahmequelle des Vater Staates ist. Ganz wichtig: Diese Abgabe ist eine Steuer- und keine Versicherungsabgabe. Also eine Steuer die auf eine bestimmte Art Leistung oder ein Produkt zu zahlen ist. Wie wir es bei vielen Dingen im Unterbewusstsein machen wie Tabak-, Öl-, Alkoholsteuer, etc. Nur hier zahlen alle gleich viel. Bei der KSK müssen die einen für die gleiche Leistung bezahlen und die anderen nicht. Die einen bezahlen diese Steuer auf Ihren kompletten Umsatz die anderen auf ein Geschäftsführer-Gehalt. Das ist die Ungerechtigkeit in dieser Angelegenheit. Ok. wenn der Staat meint uns noch mehr melken zu müssen, dann soll er diese Steuer auf alle Leistungen die künstlerisch und publizitisch sind erheben. Auf alles und für alle gleich. Egal ob Freelancer, Personengesellschaft oder GmbH. Aber genau betrachtet kann das eigentlich NIE funktionieren, der diese Begriffe und Leistungen ja nicht eindeutig einzugrenzen und zu definieren sind. Wenn ich beispielsweise auf Kundenwunsch Layouts für ein geplantes Projekt umsetze, dieses Projekt dann aber nie realisiert wird und somit meine Arbeit nie an die Öffentlichkeit kommt sondern eher in Ablage "P" wandert, wieso um alles in der Welt soll mein Kunde auf mein Honorar eine zusätzliche Steuer entrichten? Schlimm genug für ihn, dass er für etwas zahlen muss, dass dann doch nicht realisiert wird und dann noch eine zusätzliche Steuer? Ich bin mir sicher, gerade Klein- und mittelständische Kunden werden diese 5% einfach mit in Ihren Etat einkalkulieren und dementsprechend weniger Aufträge an uns "kleine" Gestalter vergeben.

Noch kurz was zu Joe's Meinung. Ich seh das exakt genauso. Ich bekomme auch vom Staat nicht einen Heller. Wieso also sollen meine Kunden andere Grafiker, die schon etwas vom Staat bekommen, für meine Arbeit andere unterstützen? Das kann doch kein Mensch rational nachvollziehen. Jetzt gibt es sicher den einen oder anderen der sagt, Mensch dann versichere Dich doch auch bei der KSK. Aber: Die wollen und nehmen mich nicht! Ich bin kein Freiberufler ich bin Gewerbetreibender in deren Augen und ich habe zudem Angestellte. Ich hab also nicht mal eine theoretische Chance mich in dieser Organisation zu versichern.
Ein Witz und irgendwie kann ich nur sagen: Armes Deutschland - mach Dich reich!


Juliane am 16.11.2007, 12:26 Uhr

Wie kann ein Richter darüber entscheiden, was Kunst ist und was nicht? Wer hat ihn dafür ausgebildet und nach welchem Recht kann ein Richter Kriterien dafür aufstellen, die noch dazu im Widerspruch stehen zu den ansonsten angewandten? Ich plädiere dafür, dass für Juristen auch KSK - Beiträge fällig werden, denn was sie tun ist unglaublich kreativ und im Falle der Rechtsprechung zum Künstlersozialgesetz sogar wirklich eine eigenschöpferische Leistung und von daher Kunst. Oder was ist Kunst, bitte schön?
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Bislang gibt es ein Kriterium, an dem man Künstler sicher erkennt: Sie müssen für Ihre Leistungen einen MWST-Satz von nur 7% abführen. Dieser Logik folgend ist jetzt jeder Drucker Künstler und muss nur noch 7% MwSt abführen, kommt in die KSK und gleichzeitig in den BBK, wo er dann seine Druck-Kunst ausstellen darf, die er auf das geistige Eigentum eines anderen Künstlers anwendet. Also lautet mein Vorschlag: Wir berechnen alle ab sofort nur noch 7% MwSt und fordern die überzahlten Beträge für die letzten 5 Jahre zurück! Das steht uns zu! Dafür zahlen wir dann auch gerne die 5% KSK-Abgaben.
Bewerbt Euch alle bei der KSK und fordert Euer Recht! Fordert auch Euer Recht bei den Künstlerverbänden - Texter in den PEN-Klub! Drucker in den BBK! Juristen kriegen ihren eigenen Künstlerverband! Alle in die KSK! Alle nur noch 7% MwSt! Eine Nation von Künstlern .- der Traum von Beuys ist wahr geworden: Jeder Mensch ist ein Künstler.


Sabine am 19.11.2007, 10:16 Uhr

Durch dieses fragwürdige Gesetz werden unsere Kunden komplett verunsichert, wir rechnen deshalb in unserer kleinen Agentur mit massiven Umsatzeinbrüchen im kommenden Jahr.
Von Kundenseite aus verstehe ich das sogar, ich würde mich auch bedanken, wenn ich plötzlich für meinen Handwerker neben der Rechnung eine Unfallversicherung bezahlen sollte.
Für mich ist es ein Unding und geradezu peinlich, dass meinem Kunden suggeriert wird, er müsse für mich eine Versicherung bezahlen, vor allem, da ich mich als Wirtschaftsingenieur nicht einmal dort versichern könnte wenn ich wollte.
Und wer bezahlt meinem Kunden den Aufwand, den Erhebungsbogen auszufüllen und unsere Rechnungen nach Kreativ- und anderen Leistungen durchzuforsten?
Wir sind als Full-Serviceagentur auch Werbemittelhändler. Ist das eine KSK-pflichtige Kreativleistung, ein Kundenlogo auf einen Kugelschreiber anzubringen? Wenn ja, was ist mit den zahllosen Werbemittelhändlern, die als Personengesellschaften firmieren?
Was ist Druckereien, die als Personenunternehmen firmieren und in ihrer Vorstufe Satz- und Grafikleistungen erbringen?
Dieses Gesetz stammt aus einer Zeit, als die Berufsbilder in der Werbebranche noch viel klarer getrennt waren und wenn unsere Regierung nicht eine Flut von Arbeitslosen in der Medienbranche generieren will, sollte sie ganz schnell umdenken. Vor allem kann es nicht sein, dass von meinem Kunden eine Abgabe gefordert wird, wenn schon, dann bei mir und bitte schön auch so, dass ich etwas davon habe!


Frank am 19.11.2007, 18:00 Uhr

Ich melde mich nun auch mal wieder, animiert durch Julianes fast philosophische und Sabines ernste, aber durchaus wahren Worte.

Vor fünf Jahren habe ich selbst mit dem Gedanken gespielt, mich in der KSK zu versichern. Diese wollten mich aber nicht, da ich in deren Augen kein freiberuflicher Künstler – sondern "Gewerbetreibender" bin. Heute aber nun, wenn es ans Bezahlen geht, bin ich auf einmal doch wieder Künstler und ja mehr noch sogar, genau die Punkte, die mich damals zum Gewerbebetrieb machten (Einkauf und Verkauf von Drucksachen) müssen heute auch noch mit 5,1% zusätzlich versteuert werden. Da ich diesen Handel als "Künstler" ausübe wird dieser ebenfalls spontan zur abgabepflichtigen Kunst?! Dieser Umstand macht mich nun tatsächlich zum Künstler, denn das ist wahrlich Zauberei. Wie soll ich das bitte meinen Kunden plausibel erklären? Die müssen doch denken, dass ich komplett einen an der Klatsche habe.

Ein ganz anderes Thema ist ja auch, dass auch ich für Fotografen, Models, etc. 5 Jahre nachbezahlen muss. Damit stimmt meine Gewinn- Verlustrechnung nicht mehr und ich habe die letzten 5 Jahre zu viel Einkommensteuer bezahlt. Werde ich diese dann wohl auch von unserem Staat 5 Jahre rückwirkend einfordern können? Ha!

Und selbst wenn? Würde sich der Aufwand lohnen, oder würden die Kosten meines Steuerberaters für diesen Aufwand nicht größer sein, als die zu erwartende Rückvergütung? Wie auch immer trifft es wieder einmal mehr die, die etwas tun im Deutschen Staat. Die Kleinen sind die Dummen, die Großen mit der Rückendeckung Ihrer Verbände sind fein raus. Prima und es lebe die Gerechtigkeit im Rechtstaat!


Ivonne (Nettetal) am 20.11.2007, 11:23 Uhr

Ja, mir geht es ähnlich, seit 10 Jahren bin selbstständig und gestalte Flyer, Logos usw. für kleine Betriebe. Vor Jahren wollte mich die Künstlersozialkasse nicht, da ich angeblich Gewerbetreibener bin, somit zahle ich auch Beiträge an die IHK.
Nun tritt die KSK aber an meine Kunden (wie gesagt ganz kleine Firmen) und verlangt von diesen die Nachzahlung - Vertrauen und Geschäftsbeziehung wird nun von einen Schatten überzogen. Entweder bin ich Künstler und gelte als Freiberufler und muß somit keine Gewerbesteuer und Beiträge an die IHK zahlen oder ich bin ein Gewerbetreibender.

Die kleinen Firmen werden nun hier geschädigt und ich frage mich wo das hinführen soll, es kann ja nicht angehen das meine Kunden für mich Beiträge nachzahlen sollen, ich aber nie etwas davon bekomme, da ich nicht der KSK angehöre.


R.H. am 03.12.2007, 08:50 Uhr

Es scheint mal wieder eines der Spezialthemen zu sein, wo die Gesetzgebenden ohne Ahnung der Grundlagen, Hintergründe und Umstände eine schnelle Entscheidungen in die eigene Tasche gefällt haben.

Ich würde erwarten, dass sich das Thema zumindest für die Leute, die nachweislich eine Absage der KSK bekommen haben, nach einer gerichtlichen Grundsatzentscheidung erledigt haben wird. Die weniger Glücklichen, die noch nie versucht haben sich bei der KSK zu versichern, werden da schlechtere Karten haben. Aber auch da würde ich Zuversicht haben. Es wäre nicht das erste Gesetz, dass nach reichlich Protesten und vielen offenen Antworten auf berechtigte Fragen irgendwann so viel Substanz eingebüsst hat, dass es wieder eingestampft wird.

Mein Eindruck ist ohnehin, dass in den letzten Jahren zunehmend Gesetze vom Verfassungsgericht aufgehoben oder eingeschränkt worden sind. Dieses hier diskutierte Gesetz wird m.E. bald auf dieser Liste landen. Wahrscheinlich wird dies aber mehrere Jahre dauern.

Da bis dahin ein Heer von emsigen Beamten unterwegs ist und die vermeintlichen Zahlungspflichtigen jagt, ist Ärger vorprogrammiert. Ich denke, jeder Betroffene muss sich nun zunächst die Frage stellen, welche Kommunikationsstrategie er in Richtung seiner Kunden fährt. Abwarten oder aktiv werden? Wenn die Beamte mal in der Tür stehen und die Rechnung schreiben ist die Harmonie erst einmal unter Spannung. Auch hier sehe ich diejenigen, die von der KSK einen Korb bekommen haben, wieder in einer vorteilhafteren Situation.


KIPPT DIE KSK! am 31.01.2008, 21:07 Uhr

Bitte nicht Spammen. Der ursprüngliche Kommentar – der von KSKontra.de an dieser Stelle gelöscht wurde – ist hier zu finden.


geschäftsführender Gesllschafter Design am 11.02.2008, 09:10 Uhr

Die KSK besteht seit 1984, wenn ich mich nicht irre. Seither hat sich jedoch das Berufsbild des Grafik-Design dramatisch geändert. Der Grafiker muß, wenn selbstständig, mehr leisten, als bunte kreative Ideen entwickeln. Auch ist die kreative Freiheit, derer sich ein Künstler bedient, bei einem Grafiker deutlich eingeschränkt. Er muß sich an Regeln des Marketing, an Regeln des Corporate Designs an Regeln des Verkaufens halten. Wie künstlerisch ist dann noch eine Arbeit, wenn Sie in ein Regelwerk gepresst werden muß? Darüber hinaus muß ein Grafiker, wenn selbstständig, auch in Sachen Markenführung beraten können. Ist wenig künstlerisch. Layoutadaptionen bei Flyer, Verpackungen (z.B. für eine Verpackungsrange) ist auch nicht künstlerisch. Wieso wird bei einem Kreativ-GF einer GmbH ein Beitrag auf das gesamte Einkommen erhoben, wenn seine Arbeiten vielleicht nur zu 30% künstlerisch sind? Der Rest Adaptionen, Verwaltungen, etc.???
Ein Grafiker erstellt auch kein „künstlerisches“ Erstwerk mehr. Wir malen keine Bilder mehr, die in der Litho digitalisiert werden und anschließend eine tolle Reproduktion (am besten mit Signatur) gemacht wird. Unser Aufgabe ist es schon seit Jahren, für die Massenpublikationen zu werkeln. Mit welchem Recht, wird der Grafik-Designer heute noch als Künstler bezeichnet? Ich sehe mich nicht als Künstler, sondern vielmehr als Berater. Der dann gemäß strenger Vorgaben Lösungen entwickelt. Keine Kunstwerke. Niemand würde sich meine Arbeiten an die Wand hängen oder auf den Tisch stellen wollen. Meine Werke werden kurzfristig benutzt und dann entsorgt (z.B. Verpackungen).

Warum sind Architekten Ingenieure und nicht Künstler? Sie kreieren auch neue Formen mit Materialien. Warum sind Grafiker keine Ingenieure? Auch wir tragen die Verantwortung darüber, das unsere Arbeit in der Produktion funktioniert.
Wie seht Ihr das?


GF Werbeagentur am 14.02.2008, 18:21 Uhr

Ich sehe es ganz genauso.


Michaela am 15.02.2008, 11:08 Uhr

Ich als 'Ein-Frau-Agentur' erfülle Kleinkunden den Wunsch, für ihren Bedarf angepasste Werbematerialien herzustellen (analog Ivonne). Als ich mich erstmals im Dezember 07 mit dem KSVG konfroniert sah, bin ich zunächst einmal vom Glauben abgefallen. Aktuell musste bereits einer meiner Kunden an die KSK zahlen. Sein Kommentar nachdem ich ihn über die m.E. ungerechtfertigte Abgabe informiert habe: "Ich habe genau so etwas befürchtet. Da verdienen sich wieder welche reich oder es wird etwas ungerecht verteilt. Ich bezahle gern Beiträge wenn damit sicher gestellt ist, dass die richtigen Empfänger am Ende auch Geld bekommen."
So die Meinung meines Kunden der mir hoffentlich treu bleibt. Er weiß, dass ich von der KSK nicht einen Heller bekomme.

Zu R.H. und dem Punkt "Kommunikationsstrategie in Richtung Kunde". Ich sage: Aktiv werden. Ich gebe Informationen und auch meine Meinung zu dem Thema an meine Kunden weiter. Nur so kann ich die Vertrauensbasis erhalten und Unsicherheiten vorbeugen. Wir sind selbst Betroffene und haben dieses durch die Hintertür erlassene Gesetz ja schließlich nicht auf die Menschheit losgelassen.

Im Übrigen kann ich allen die hier ihrem berechtigen Unbill Luft gemacht haben nur beipflichten...


k. wöstefeld (bramsche) am 17.02.2008, 19:46 Uhr

@ kskontra

was kostet ne sammelklage - würde mich mich beteiligen -:)

gruß aus dem werbewerk

k. wöstefeld


Gregor am 06.03.2008, 16:17 Uhr

Ich bin als selbstständiger Gewerbetreibender abgabepflichtig für z.B. Designleistungen. Meine Kunden, an die ich die Designleistungen als Teil eines Projektumfanges weiterverkaufe, dann auch noch mal?
Das wäre doch richtiger Unsinn, oder habe ich das falsch verstanden.


Frank @ Gregor am 06.03.2008, 19:27 Uhr

Hallo Gregor.

Nein, Du hast es nicht falsch verstanden und Ja – das ist kompletter Unsinn und dies ist sicher einer der Gründe warum diese Seite ins Leben gerufen wurde. Dieser Doppelbesteuerung kannst Du nur entgehen wenn Dein Designdienstleister direkt mit Deinem Kunden abrechnet. Dann kannst Du halt nichts mehr draufhaun und wenn Dein Kunde beim nächsten Projekt direkt an Deinen Dienstleister geht, ...


Sabine am 03.11.2008, 11:45 Uhr

Unglaublich unverschämt diese KSK! Das denen das nicht peinlich ist mit welchen Mafia-Methoden dieser Verein vorgeht.
Der Witz an dem ganzen ist ja auch noch, dass es in dem Gesetzestext heißt, Unternehmen, die Künstler und Publizisten beauftragen sind abgabepflichtig. Dass Gewerbetreibende Agenturen nach dem Gesetz ja gar keine freiberuflichen Künstlicher und Publizisten sind hat die KSK wohl nicht ganz begriffen. Sie kehrt alle über den selben Kamm.
Zumal sie sich offentlich überhaupt nicht auskennen, was Kunst ist! Ich betreibe eine Werbeagentur und offensichtlich glauben Bürokraten, ich säße die ganze Zeit vor einem Blatt Papier uns skizziere meine kreativen Ergüsse. Die sollten mal ein Praktikum in einer Agentur absolvieren, dann würden sie feststellen, dass eine Werbeagentur mehr am Computer sitzt als vor einem Blatt Papier, der kreative Erguss ist also nur ein Bruchteil der tagtäglichen Arbeit. Warum nicht auch von Friseuren oder Schreinern eine Abgabe verlagen, hier wird genauso kreativ gearbeitet. Unlogisch bis zum geht nicht mehr. Man muss tot sein, um in Deutschland fair behandelt zu werden und frei zu sein. Nieder mit dieser Knechtschaft! Der Staat braucht sich doch nicht zu wundern, warum alle, die die finanziellen Mittel haben, ins Ausland gehen und den Staat mit Schwarzgelder betrügen.


Holger Enge (Regen) am 14.11.2008, 13:09 Uhr

Nicht nur, dass das Vorgehen der KSK Mafia ähnliche Formen annimmt, heute kam ein sehr guter Kunde zu mir uns forderte mich auf, ihm die KSA der letzten Jahre zu vergüten.
Von der KSK abgelehnt, weil kein Künstler, muss ich zu Gewerbesteuer, IHK-Beitrag auch noch für etwas Bezahlen, was mich nicht einmal anerkennt und haben will.
In was für einem Land leben wir eigentlich?
Und ich stimme Sabine zu, dieser Staat braucht sich nicht zu wundern, wenn die die Geld haben, alles daran setzen es vor diesen desatrösen Machenschaften schützen wollen.


Bernhard am 28.11.2008, 20:52 Uhr

Hier ein ähnliches Szenario: Wir sind eine Webagentur und entwickeln zum größten Teil massgeschneiderte Content-Management Lösungen für unsere Kunden. Die 15% Anteil "künstlerischer" Arbiet an einem solchen Auftrag bestehen vor allen Dingen daraus, das vorhandene Corporate Design des Kunden in eine funktionale Bedienoberfläche zu integrieren. Wo ist denn da ne künstlerische Leistung? Das folgt alles festen Regeln: Usability, Lesbarkeit etc. Fotos, die bestimmte Themen repräsentieren bei einem Online-Bilderdienst aussuchen? Ist das Kunst? Lächerlich!
Wenn wir von unseren kompletten Umsatz der letzten 5 Jahre 5% abdrücken sollen, können wir wahrscheinlich dicht machen...

Vor Jahren bin ich ebenfalls von der KSK abgelehnt worden, weil meine Arbeit zu wenig künstlerisch sei...


Anni am 17.12.2008, 09:04 Uhr

Guten Morgen zusammen,
ich bin selbständige Texterin, (Kleinunternehmerin!) im Bereich Contenterstellung, also keine Werbetexte und ähnliches. Nun machte die KSK bei einigen meiner Kunden von sich reden. Ich habe mich letztes Jahr schon dran gemacht, mich mit diesem Verein in Verbindung zu setzen und mich zu erkundigen, ob ich denn als Mitglied in Frage käme. Nicht, weil ich so scharf drauf war, sondern vielmehr, um Nachzahlungen zu vermeiden. Eine Antwort bekam ich NICHT, dafür ein Formular, das mehrere Seiten umfasst, sowie die Aufforderung, alle Kundendaten, Rechnungen, Zahlungsbelege etc. der KSK zuzusenden, damit diese mein Anliegen überhaupt erstmal prüfen kann. Nun ich arbeite auf Vertrauensbasis, und habe meinen Kunden versichert, dass ihre Daten, sowie Gegenstand der Aufträge nicht an Dritte weitergegeben werden.
Auf der einen Seite will die KSK Einblick in meine Aufträge und Arbeit haben, auf der anderen Seite werden Leute, die wirklich Künstler sind, abgelehnt. Ich als Verfasserin von Gesundheits- und Reisetexten sehe mich keineswegs als Künstler, sondern vielmehr als Dienstleisterin. Wie soll man da überhaupt einen Überblick erhalten, wenn man auf eine Anfrage statt Antworten nur Formulare zugeschickt bekommt? Bisher hab ich mich geweigert, das Formular auszufüllen und abzusenden, vor allem, weil ich meine Rechnungen aus den vergangenen 3 Jahren nicht auf eigene Kosten erneut ausdrucken, oder kopieren möchte. Zudem müsste ich, wenn ich zu KSK wechseln sollte/müsste, auch mehr an Beiträgen bezahlen. Als Kleinunternehmer verdient man nicht so viel, dass man das Geld jedem in den Rachen schieben könnte.
Ich bin ehrlich gesagt verwirrt und weiß nun wirklich nicht, ob ich mich bei der KSK nochmal melden soll, oder eben nicht... Was meint ihr?


KSK-Mitglied am 19.12.2008, 17:57 Uhr

Ich meine, dass eventuelle Nachzahlungen nur ab dem Zeiptunkt zu zahlen sind, an dem eine Versicherungspflicht festgestellt wird. Wenn das stimmt und du trotz der vielen Vorteile (denn ohne Vorteile könnte es keine der Wettbewerbsvezerrungen geben, die viele hier durch die KSK sehen) du nicht in der KSK drin sein möchtest, würde ich gar nicths machen und abwarten, bis sie auf dich zukommen.

Diese Infos müsstest du aber selbst bestätigen. Vielleicht kann die KSK behilflich sein :-)



Joachim Griebe (Hamburg) am 19.12.2008, 19:05 Uhr

Mir liegen hier viele Fälle von Nachzahlungen vor und behilflich ist die KSK !!! - und "wie" : Antrag abgelehnt - und die Unterlagen der Antragsteller weitergeleitet ....
z.B :
http://www.proz.com/forum/german/106993-was_ist_kunst_f%FCr_die_k%FCnstlersozialkasse.html
Wer mehr über solche Fälle erfahren möchte kann mich gern anrufen . Allen (trotzdem ) tolle Weihnachten !
Joachim Griebe - KSK Mitglied seit 18 Jahren


Andri Jürgensen (Köln) am 05.01.2009, 16:17 Uhr

... viele Fragen, wenig verlässliche und belastbare Antworten ... das ist das übliche Problem, wenn es um die KSK geht.

Beispiel: Die Abgabe ist für fünf Jahre nachzuzahlen wegen der allgemeinen Verjährungsfristen im Sozialrecht (hat mit der KSK speziell gar nichts zu tun). Die Versicherungspflicht gilt aber nur für die Zukunft - gottseidank, denn sonst müßten Künstler, die sich erst später bei der KSK melden, auch noch für Jahre die Versicherungsbeiträge nachzahlen!

Oder Content Management Systeme: das kann eine durchgehend nichtkünstlerische Leistung sein, auf die keine Abgabe anfällt. Aber niemals muss eine Firma auf ihre Umsätze die Abgabe leisten! Nur der Kunde muss zahlen!

Im Frühjahr bieten wir wieder bundesweit unsere Seminare zur KSK - seit Jahren erprobt, weil seit Jahren auf die KSK spezialisiert. Die Seminare finden statt in Köln, Berlin, München, Hamburg und Frankfurt.

Genaue Daten und Informationen finden Sie unter

http:www.kunstrecht.de/kuenstlersozialkasse/ksk2009.html
http:www.kunstrecht.de/kuenstlersozialkasse/ksk2009.pdf

RA Andri Jürgensen
www.kunstrecht.de




Frank am 07.01.2009, 21:19 Uhr

@ Andri Jürgensen

und hier beweist es sich wieder: wo auf der einen Seite abgezockt wird, wird es immer Leute geben, die es schaffen daraus Kapital zu schlagen. Wo der Tod wartet, kreisen die Geier. Ohne KSK hätten Sie auch weniger Möglichkeiten, Geld durch Seminare und Aufklärung zu erlangen, welches man sich sparen kann, wenn mann sich genauer durchliest. Doch wenigstens sollten Sie in der Lage sein, Ihre Links korrekt zu benennen > http//www.


KSK-Mitglied am 09.01.2009, 11:11 Uhr

Das Gleiche ("es kreisen die Geier") läßt sich von jedem Rechtsanwalt und Steuerberater sagen, und es wahrlich das Wesen vom Kapitalimus, dass jemand versucht, Kapital aus einem Bedürfnis der Menschen zu schlagen. Zumindest hat der Herr Ahnung vom Thema und ich lese gern, was er dazu zu sagen hat. Ich denke nicht, dass alle Infos der KSK-Materialien zu entnehmen sind, sonst gäbe es kein Bedarf für dieses Forum.


R, Werbemittelhändler am 14.01.2009, 14:29 Uhr

Für mich völlig unverständlich: Ich muß auch auf Telefonkosten, Transport und Material wie Papierbögen, Etiketten, Umschläge, etc. die Abgabe zahlen. Das waren in meinem Fall 20 % der Rechnungsbeträge.
Sorry liebe D.(meine liebe langjährige Grafikerin für alle Fälle), ich habe immer gerne mit Dir gearbeitet, aber vieles kann ich am Computer selbst umsetzten ohne Künster zu sein. Hier muß ich einfach ein Zeichen setzen.


Keßner Rudolf (Weimar) am 16.01.2009, 21:30 Uhr

Liebe Schicksalsgemeinde von kskontra,

fast ein Jahr verfolge ich nun die Diskussionen auf diesen Seiten. Ein Jahr kämpfte ich argumentativ und auf politischem Felde für die Korrektur der absurden Auswirkungen des KSVG. Als regional seit fast 20 Jahren aktiver Kommunalpolitiker, ich bin Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen in Weimar, ersuchte ich die Thüringer Abgeordneten des Deutschen Bundestagas für Veränderungen zu gewinnen. Immer die gleichen Schreiben, Termine bei deren Büros, mit der regionalen IHK, den Innungen, der HwK: Ich, ein über hundertjähriger Handwerksbetrieb, argumentierte ich, kann doch nichts dafür, dass heute ein Buch nicht mehr "ordentlich gemacht" wird sondern es wird "layoutet", oder "designt" oder "typografiert". Ich bin kein Künstler, will keiner sein sondern wir sind ein mehrstufiger Graphischer Betrieb, da kann doch der Kunde, den teilweise schon meine Urgroßeltern bedienten, nicht mit einer Abgabe belastet werden... ... ...
Ich möchte hier mit Name und Adresse von den Ergebnissen meiner Bemühungen berichten:
1.Die Leute der Bündnis 90-Grünen nahmen mich sehr ernst. Meine Freundin, die nahe Weimar lebende Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckart, lud mich zu einer Anhörung in Berlin ein. Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Kultur, Rainer Bode, Münster, selbst seit vielen Jahren ehrenamtliches Vorstandsmitglied der KSK, entschuldigte sich bei mir mit den Worten: SOOOOO war das Gesetz nicht gemeint, wie es mir widerfährt, dass ich meine Kunden verliere, nur weil ich eine Einzelfirma betreibe. Er riet mir, einen Kunden zu finden, der mit mir klagt. Ich sagte nach einem viertel Jahr, dass ich keinen Kunden fand, da schließlich "mein Fall" bereits vor Jahren beim Bundessozialgericht ähnlich "weg"-geklagt wurde. Ja, das Urteil sei fasch gewesen, sagte er, aber was soll man machen. Politisch das Gesetz ändern, sagte ich, deshalb sei ich nach Berlin gefahren. Der Pabst hat 300 Jahre gebraucht um Galilei zu akzeptieren, so viel Zeit habe ich nicht. Zur Zeit läuft eine Anfrage der Grünen im DtBt.
2. Antje Tillmann, CDU, Erfurt, Steuerberaterin, Finanzausschuss: sie hat sich sehr bemüht, war mit mir auf IHK-Veranstaltungen, machte Anfragen, legte sich ins Zeug: Fazit, die Lobby, nichts zu ändern ist so stark, dass sie nichts weiter tun könne für mich.
3. Bodo Ramelow, LINKE, Erfurt, unser evtl. Ministerpräsident ab Herbst, ein uralter Bekannter, fast Freund von mir aus Zeiten lange bevor er zu den LINKEN kam: er hat sich ebenso sehr gemüht und Anfang Dezember mich angerufen: Rudolf, sagte er, es findet sich keine Mehrheit für eine Gesetzesänderung.
4. Carsten Schneider, SPD, Erfurt, Banker, Vorsitzender des Haushaltsausschuss des DtBt.: Auch mit ihm bin ich seit Jahren bekannt. Er mühte sich nicht erkennbar. Nach einem halben Jahr sandte mir sein Weimarer Bürgerbüro dann doch eine Telefonnummer des zuständigen SPD-Mannes in Sozialausschuss. Ich schmiss sie weg!
5. Herr Paschner, zuständidges Referat KSK im Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Wir sprachen sehr lange miteiander. Er komme auch aus einer Handwerksfamilie. Es ist eben nicht alles optimal im Leben. Ihm ist die Problematik Einzelbetrieb/GmbH wohl bekannt. Er könne aber auch nichts machen. Es sei eine politische Sache. Eben, sagte ich und verabschiedete mich.

Kurz vor Weihnachten: Der Kunde N., Erfurt, teilte mir mit, dass er die Rechnung über die Gestaltung der Publikation so nicht akzeptiere. Er sehe nicht ein, fast 1000,00 € an die KSK zu zahlen. Ich hätte ihm im Frühjahr bei der Ausschreibung angeben müssen, dass ich als Einzelfirma den Wettbewerbsnachteil hätte und er auf meine Rechnungen Abgaben leisten müsse. (inzwischen werden die Angaben flächendeckend bei Ausschreibungen abgefragt und es kommt gar kein Auftrag mehr zustande). Ich musste also die Rechnung ändern in "Druck nach Vorlage".

Meine Nerven und Geduld waren am Ende.

Am 22.12.08 hatte ich den Notartermin: Aus der uralten Firma "Stempel-Rabe und Corax Color Graphische Betriebe Weimar, Inhaber Rudolf Keßner" wurde für den Pappenstiel von 25 T€ die "Graphische Betriebe Rudolf Keßner Weimar Corax Color und Stempel-Rabe GmbH". Seit 1.1.2009 bin ich nach 35 Jahren erstmals ein Angestellter! Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, nicht mehr hundertprozentig zu haften sondern nur für läppische 25 T€. Ich einem Rundschreiben an die Kunden benannte ich die "Neugründung" in ihrem Interesse sehr konkret und aufschlussreich für diese.

Für mich ist die Sache erledigt! Ich werde aber weiter für die Beendigung des Wahnsinns mich einsetzen. Auf eines allerdings werde ich peinlich achten: Von meinem Betrieb erhält kein "KÜNSTLER" mehr einen Auftrag: Fotografie, Text, Übersetzung: Das machen wir alles selbst oder es geht zur "Foto-Text-Übersetzungs-GmbH"!

Herzliche Grüße aus Weimar - und - lasst uns weiter für die allgemeine Vernunft uns einsetzen.
Rudolf Keßner


Albert Kastner am 17.06.2009, 09:27 Uhr

Das Gesetz war einst für Schriftsteller, Maler, Schauspieler, Musiker gedacht. Die Künstlersozialkasse für Künstler sollte so auch in Ordnung gehen. Wenn die KSK sich jedoch ungefragt auf Tätigkeitsfelder wie PR-Fachleute oder Übersetzer etc. ausweitet, dann kann das nicht mehr in Ordnung sein. Das ist eindeutig Wettbewerbsverzerrung. Die KSK sollte sich auf Künstler beschränken.


Marge (HCbrPwwcffKvZ) am 14.05.2011, 15:53 Uhr

Kudos! What a neat way of thiiknng about it.


Wolfgang Holzberger (Bad Tölz) am 05.06.2011, 15:55 Uhr

Ich habe ein vermeintlich kleinen Erfolg in Sachen KSV zu vermelden. Bin wie viele hier selbständiger Werbetreibender und bekomme die Auswirkungen von meinen Kunden knallhart um die Ohren geknallt. Meine Dienstleistungen/Einnahmen setzten sich aus kreativen wie auch produktionstechnischen Arbeiten zusammen. Nun habe ich bewusst einen Antrag auf Aaufnahme KSV gestellt obwohl die Obergrenzen für "nichtkünstlerische" Leistungen deutlich überschritten waren. Die Ablehnung per Bescheid "dass ich nicht künstlerisch" tätig folgte promt. Seitdem weise ich in meinen Rechnungen künstlerische Leistungen exakt aus und verweise auf den Bescheid.
So veringern sich die anzugebenden Summen extrem! Würde mir wünschen, dass jeder so verfährt und "Künstlerische Leistungen nach KSVG" deutlich ausweist.
Stehe für Fragen gerne zur Verfügung


Wolfgang Holzberger am 16.08.2011, 19:36 Uhr

Es ist fast geschafft - ich habe in mühevoller Kleinstarbeit eine Menge Fakten zur Künstlersozialkasse gesammelt und vor allem meinen Beruf, den ich sehr liebe genaustens analysiert. Fakt ist - und das kann bewiesen werden, Werbung ist nicht mit Kunst deckungsgleich, sondern es gibt eine unscharfe Schnittmenge. In diesem Bereich kann und darf auch ruhig KS-Abgabe erhoben werden. Wenn 2 Dinge erfüllt sind:
1. Urheber muss selbständiger Künstler sein
2. es müssen künstlersiche Leistungen erbracht worden sein.

mehr Infos auf meiner Homepage www.desnewmed.de

LG Wolfgang Holzberger


Christian am 04.10.2011, 19:16 Uhr

Hallo liebe Leute,

ich bin mir nicht sicher ob es exakt in diesen Dialog gehört, aber wie verhält sich das dann mit Freiberuflern die Freiberufler beschäftigen?
Bei mir konkret (als Autor/Texter) ist das so, dass ich (meist von Werbeagenturen) die Aufträge bekomme.
2/3 der Texte im Monat schreibe ich selbst, alles darüber (also alles was ich selbst nicht schaffe) gebe ich bei Kollegen gegen Rechnung in Auftrag.

Die von den Kollegen erstellten Arbeiten korrigiere ich ggfl., ansonsten reiche ich sie 1:1 an den Auftraggeber weiter.

Derzeit bin ich nicht in der KSK, und auch keiner der Freiberufler die ich dazuhole (meines Wissens nach).

2/3 meiner Tätigkeit sind also "künstlerisch", der Rest ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Wie verhält sich das hier mit den Abgaben? Muss ich für dieses eine Drittel tatsächlich an die Künstlersozialkasse verrichten? Mich schocken diese neuen Erkenntnisse zugegeben sehr, denn dann kann ich meine Arbeit eigentlich gleich an den Nagel hängen.

Würde mich über fachkundige Rückmeldung freuen.


redaktion@kskontra.de (Heilbronn) am 05.10.2011, 09:08 Uhr

@Christian
Zunächst einmal... Ob Freiberufler oder Einzelunternehmer: für die KSK sind das alles "Künstler" und es gilt somit das KSVG. Sie müssen die Abgabe für die Freiberufler-Texter entrichten, von denen Sie eine Rechnung erhalten (es sei denn, diese sind juristische Personen).
Und Ihre Auftraggeber müssen auf Ihre Rechnungen die Abgabe bezahlen.

Das eine Drittel, das Sie nicht texten, sondern vorgegeben bekommen, wird sich auf die Situation nicht auswirken, da Sie aus den vorgegebenen Texten und den neu vion Ihnen geschaffenen ein "neues Kunstwerk erschaffen", das ohne die Vorgaben nicht möglich wäre. Sie können lediglich versuchen in Ihren Rechnungen die vorgegebenen Texte separat auszuweisen (z.B. "einbinden gelieferter Texte in finales Textdokument" o.ä. "3,0 Std. zu x EUR") und Ihren Kunden darauf hinweisen, das er auf diese Positionen keine Abgabe leisten soll. Ob die Prüfer der KSK dies dann durchgehen lassen steht auf einem anderen Blatt Papier. Evtl. muss Ihr Auftraggeber dann nachzahlen und dagegen juristisch vorgehen.


Johnelle (ZcQNMraRCjbvHXXJwUt) am 17.09.2012, 10:22 Uhr

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katrina kien am 30.06.2013, 14:53 Uhr

wenn das was von google mir als neuestes logo so ganz selbständig eingerichtet wurde am 30.6.kunst ist oder entfernt damit zu tun hat dann wäre es gefährlich schlecht bestellt um kunst.eine künstlerin tochter eines künstlers und enkelin eines künstlers,allesamt bekannt von mehr als einer tv-show.bitte kann es bei allen problemen die google sicher hat nicht ein etwas künstlerischeres logo sein?


Pharmc108 (USA) am 23.04.2014, 18:00 Uhr

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Paul Peters (Münchner Umland) am 25.06.2017, 12:55 Uhr

Als geschäftsführender Gesellschafter einen kleinen Marketing-Agentur im Münchner Umland sehe ich mittlerweile die Existenz meiner GmbH durch die - wie es scheint willkürlich - getroffenen Regelungen der KSK bedroht. Ich beschäftige aktuell 2 Mitarbeiter (mehr sind z.Z. leider nicht möglich). Nun stellt sich die Frage, ob auf mein Gehalt die KSA zu entrichten ist. Ich bin in erster Linie als Projektmanager tätig (bin kein Designer und habe auch sonst einen kreativen Background), d.h. ich akquiriere Marketingprojekte und staffe sie dann mit festen / freien Mitarbeitern.
Vor kurzem habe ich gelesen, dass die KSK auch die Akquisition von Marcom-Projekten sowie die damit verbundene beratende Tätigkeit als kreative Leistung ansieht und KSA auf das Geschäftsführer-Gehalt erhoben werden kann. Ins Visier gerückt sind hier vor allem die ganz kleinen Marketing GmbHs, bei denen man davon ausgeht, dass der Geschäftsführer aktiv mitarbeitet und nicht nur reine administrative Tätigkeiten ausübt. Wie soll man da eigentlich als kleine Agentur überhaupt überleben können? Meine GmbH kann es sich jedenfalls nicht leisten, KSA auf das ohnehin nicht üppige Geschäftsführergehalt zu zahlen. Ich müsste die Mitarbeiter entlassen und aufgeben.
Und ohne Akquisition kommt erst recht kein Geld ins Haus. Jeder, der schon mal ein Unternehmen aufgebaut hat, weiss, wie schwierig und arbeitsintensiv so eine Unternehmemung im reinen Dienstleistungsbereich ist. Mit der KSK-Willkür habe ich nun das Gefühl, mit meinem Unternehmen einen Elefanten die Treppe hinauf zu schieben, der einem zum Dank auch noch ins Gesicht - pardon - furzt! Wenn dieser Willkürinstitution KSK nicht bald Einhalt geboten wird, sehe ich für den Dienstleistungssektor Marketing & Werbung düstere Zeiten voraus.


Eva Blau (Lüneburg) am 07.07.2017, 13:43 Uhr

@Paul
Sofern Du Freiberufler beschäftigst, bist Du selbstverständlich der Meldepflicht, was deren Rechnungshöhen betrifft.

Es macht dabei keinen Unterschied, ob es sich um eine GmbH oder eine Einzelfirma handelt.
Ich selbst bin als Designerin (KSK versichert), betreibe zusätzlich eine Werbeagentur mit mehr als 2 Festangestellten (was mich leider aus der KSK drängen wird, leider!).
Ähnlich wie Du lassen wir uns aber bei speziellen Aufgabenstellungen durch einen Konzepter oder z.Bsp. einem Kameramann zuarbeiten. DEREN Rechnungen sammeln wir unter der Kostenstelle "Verwerter" beim Steuerberater, sodass diese dann auf Knopfdruck direkt als Jahresmitteilung an die KSK gehen können.

Wir haben zuvor so wie Du gearbeitet (alles mit Freelancern abgewickelt). Am Ende des Jahres beim Kassensturz stellten wir fest, dass wir alles in allem mit Angestellten wesentlich günstiger gefahren wären. Denn A) keine KSK-Abgabe und B) kein horrender Stundensatz zzgl "Stille Post" Kommunikation.
Insgesamt ist das Arbeiten mit Festangestellten unterm Strich billiger.


Eva Blau (Lüneburg) am 07.07.2017, 14:19 Uhr

Ich verfolge die erhitzte Diskussion über all diese Interpretationsfreiräume, die der Gesetzgeber mit der KSK uns beschert hat, schon seit Aufnahme meiner Freiberuflichkeit als (Mode)designerin.

Allerdings teile ich überhaupt nicht die überzähligen Hetzereien über die KSK!
Die KSK ist für Versicherte Künstler eine top Sache. Oder wer meint ihr, zahlt am Ende die Zeche für die ganzen Hartz 4 Künstler, die im Alter oder schon vorher gestrandet irgendwo das Leben fristen?

Ganz ehrlich liebe Freelancer-Kollegen:
geht doch auch mal etwas selbstkritisch mit Eurer eigenen Vorgehensweise um und beantwortet die Frage, inwieweit ihr neben Euren Einnahmen als Freelancer nebenbei auch etwas einzahlt (Rürup oder sonstwas) in Eure Altersabsicherung?!
Allerdings, und da gebe ich vielen Vorrednern Recht, ist die Einordnung von Künstler und Künstler etwas verfilzt.
Dass die Zugangsvoraussetzungen so sind, wie sie sind und man nicht einfach als Hobbykreativer sich dort einfach billig einschleichen kann, das ist aber wohl auch klar. Eine beleghafter Nachweis über eine ernsthafte Berufsausübung durch Rechnungsbelege, Auftragsangebote, Arbeitsproben, Website-Link etc, das sollte einem die Sache wert sein! Ich habe nichts zu verstecken, im Internet kann man eh alles über uns erfahren und daher habe ich auch keine Angst vor "big brother is watching you". Wer bei Amazon heute einkauft und bei FB zugange ist, macht sich weitaus mehr transparent. Angst müssen nur die haben, die außerhalb der gesetzlichen Regeln arbeiten.

Abgesehen davon:
Wo bleiben die Mutigen berücksichtig vom Gesetzgeber, die als "Nichtkünstler" Eigeninitative ergreifen und sich selbständig machen. Wieso gibt es nicht generell bis zu einem Gewinn von z.bsp. 30.000 Euro eine ebensolche Starthilfe mit geringem Versicherungssatz und mit zusätzlich (kleinem) Rentenanteil.

Die Abgaben an Verwerter, die meine Kunden entrichten müssen:
natürlich meckern sie und bäumen sich dagegen auf.
Aber ich erkläre den Kunden dieses ganz plausibel. Mehrfach wurde ich gefragt, wieso wir keine GmbH seien (dort nämlich ohne Meldepflicht für den Kunden). Ganz einfache Antwort: GmbH Kosten in der Betreibung erhöhen die Kosten, ergo Preiserhöhung der Leistungen!!
Klar, DAS wollen sie natürlich auch nicht.
Wie gesagt: auch ich zahle Abgaben als Verwerter, wenn ich mir von anderen Freelancer-Kollegen zuarbeiten lasse. Gleiches Recht für alle.

Das einzige, was mich wirklich an der KSK stört, ist das Informationsdickicht und die große Sorge, dass man hier irgendwas unwissendlich doch falsch gemacht hat. Steuerberater sind da meist keine Hilfe!! Am Ende steht man da doch alleine vor dem Khadi. Welche Strafen kriegt man für was? Wie erfolgen die Prüfungen?

Ich wurde vor 3 Jahren selbst geprüft von der KSK.
Ich hatte meine Umsatzprognosen zu niedrig angesetzt als sie am Ende waren. Entsprechend hoch wurde ich dann von der KSK neu festgesetzt. Eine Strafe (Rückzahlung) erhielt ich dafür aber nicht.
Auf der anderen Seite scheint damals nicht aufgefallen zu sein, dass ich 3 Angestellte beschäftigte (erlaubt sind max 1 Mitarbeiter und Azubis). Inzwischen habe ich noch mehr....seit heute und dank Google konnte ich aber nachlesen, dass dies gar nicht zulässig ist.
Frage mal wieder:
an wen wendet man sich mit diesem Anliegen? Bei der KSK will man ja keine schlafenden Hunde wecken.... aber in einem Schwebezustand fühlt sich das Dasein auch nicht wirklich gut an.
Hierzu gibt es einfach viel zu wenig ergiebiges zu finden auf den Seiten der KSK. Echte Fallbeispiele wären da hilfreicher als diese dusseligen Rechtstexte, die kein Schwein versteht und die mehr Interpretationspielraum lassen als Fragen beantworten.


Paul Peters (Münchner Umland) am 10.07.2017, 16:17 Uhr

@Eva
Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt. Die Rechnungen freiberufliche Designer etc. sind abgabepflichtig - schon klar.
Mir geht es um das Gehalt des geschäftsführenden Gesellschafters. Laut KSK ist das Gehalt ebenfalls KSK-abgabepflichtig, wenn der geschäftsführende Gesellschafter mehr als 50% seiner Tätigkeiten in den normalerweise abgabepflichtigen "kreativen" Bereich fallen. Hierzu gehören in diesem Fall auch Akquisition, Beratung etc.
Ich behaupte Mal, dass der Geschäftsführer der meisten kleinen Agenturen seine Kunden berät und akquiriert. Ob das mehr als 50% der Arbeitszeit sind ist sicherlich schwer zu sagen.
Was mich stört - und das siehst Du ja ähnlich - ist die Dehnbarkeit des Interpretationsspielraums zu Gunsten der KSK. Paradebeispiel hierfür ist das Thema Layout-Arbeiten: Laut KSK eine kreative Leistung, für Finanzministerium keine kreative Leistung und könnte den Designer von der kreativen in die handwerkliche und damit gewerbesteuerpflichtige Schublade bringen. Für den Staat natürlich ein Traum...
Das Gleiche gilt auch für die Abgabepflicht des GmbH-Geschäftsführergehalts.
Von daher würde ich mir wünschen, dass der Staat auf die sog. kreativen Tätigkeioten einfach pauschal höhere Steuern erhebt. Dann müsste sich unsereinsatz nicht immer einen Kopf bez. KS-Abgaben machen.


Paul Peters (Münchner Umland) am 10.07.2017, 16:41 Uhr

KS-Abgabepflicht auf Einkäufe auf Stockart-Portalen (iStockphoto, Fotolia, etc.)
Keine Ahnung, ob das neu oder schon ein alter Hut ist, aber KS-Abgabe muss nun auch auf Ausgaben in Stockart-Portalen entrichtet werden. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den KSK-Text für Verwerter hier in Auszügen wiederzugeben:

>>...erwirbt ein nach §24 Abs. 1 oder 2 zur Abgabe Verpflichteter von einer Person hier ausländische Bildagenturen, die ihren Wohnsitz oder Sitz nicht im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat), ein künstlerisches oder publizistisches Werk eines sebständigen Künstlers oder Publizist, der zur Zeit der Herstellung des Werkes seinen Wohnsitz im Geltungsbereich dieses Gesetzes hatte, gilt als Entgelt im Sinne des Absatzes 1 auch das Entgelt, das der Künstler oder Publizist aus der Veräußerung seines Werkes von dieser Person erhalten hat. Satz 1 gilt nicht, wenn der zur Abgabe Verpflichtete nachweist, dass von dem Entgelt Künstlersozialabgabe gezahlt worden ist oder die Veräußerung des Werkes mehr als zwei Jahre zurückliegt.

Da die Unternehmen ihren Sitz im Ausland haben, werden die deutschen Marketing-Agenturen, die Fotos auf Stockart-Portalen für Kunden erwerben, zur Kasse gebeten. Das ist in meinen Augen eine klare Benachteiligung gegenüber Werbeagenturen aus anderen Ländern.

Wann werden die KSK-Macher, die mit immer neuen Regelungen zur Abgabe verpflichten wollen, ausgebremst?

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